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für den 19.08.2017

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Service

Ehrenamt Remscheid Hans-Ulrich Sander Zollstock, Taschenrechner, Ordner: Techniker Hans-Ulrich Sander baut auf Pläne und Konzepte – auch bei der Mobilität im Alter. Sein Wissen gibt er an Seniorinnen und Senioren weiter

Ehrenamt

Auf die Straße? Aber sicher!

Hans-Ulrich Sander ist im Ruhestand. Weil der Ingenieur und frühere Kfz-Sachverständige den Tag strukturieren und sein Wissen weitergeben will, fand er ein Ehrenamt: Für die Diakonie Lennep berät er Autofahrerinnen und Autofahrer im Seniorenalter.

Dass Menschen im Ruhestand für den Müßiggang meist wenig Zeit haben, scheint ein oft bemühtes Klischee. Bei Hans-Ulrich Sander ist es Realität: Termine im Stundentakt, Konzepte, Pläne und Aktenordner gehören auch mit 64 Jahren zu seinem Alltag. Und das findet der ehemalige TÜV-Mitarbeiter aus Remscheid im Bergischen Land gut so: „Ich brauche eine Struktur im Tag.“ Dazu gehört unter anderem, dass der Ruheständler Gefangene besucht, Gutachten durchsieht, Wohnungen vermisst oder für die Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Lennep ehrenamtlich über das Autofahren im Alter berät.

Die Struktur fehlte dem Diplom-Ingenieur, als er im vergangenen Jahr nach 40 Arbeitsjahren in den Ruhestand ging. „Von der Vollzeit in die Leerzeit – und das mitten im grauen und trüben November“, beschreibt er seinen Austritt aus dem Berufsleben. Dass sein Fachwissen als Techniker und Kfz-Sachverständiger ab nun brachliegen solle, gefiel ihm auch nicht. Also meldete er sich beim Verein „Die Brücke“, der Freiwilligenzentrale für Remscheid, die ihn an das Diakonische Werk des Kirchenkreises Lennep vermittelte.

Technik hilft bei Einparken und Abbiegen

Diakonie-Projektkoordinator Andreas Bunge griff gleich zu: „Wir haben zwar gerade nichts Passendes, aber kommen Sie unbedingt vorbei, dann überlegen wir uns was“, lud er Hans-Ulrich Sander ein. Analysieren, planen und Maßnahmen festlegen – das liegt dem Ingenieur Sander, der zügig ein Konzept für sein Ehrenamt bei der Diakonie erstellte.

An jedem dritten Mittwoch im Monat führt Fachmann Sander nun mit Seniorinnen und Senioren vertrauliche Einzelgespräche und schaut sich zusammen mit einem Fahrlehrer auch mal ihre Fahrweise an. Er berät, schlägt technische Erleichterungen vor und gibt Tipps fürs richtige Verhalten im Straßenverkehr. „Frühzeitig losfahren und Zeitpuffer einplanen senkt den Stress beim Fahren ebenso wie ein Navi, ein Assistenzsystem fürs Einparken oder ein spezieller Seitenspiegel, mit dem ich den Kopf nicht mehr weit herumdrehen muss“, erklärt der Ingenieur den Ratsuchenden.

Augen, Ohren und Herz checken

Er selbst ist viel und gerne auf der Straße unterwegs, fährt Cabrio, einen SUV und Motorrad. „Dafür halte ich mich unter anderem beim Bergwandern körperlich fit“, erzählt er. Und natürlich nehme er an den ärztlichen Checks teil, die er anderen bei der Beratung empfehle: „Augen, Ohren, Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System müssen regelmäßig überprüft werden.“ Mit fortschreitendem Alter sei es ebenso wichtig, soziale Kontakte und Freundschaften zu pflegen: Das schule den Geist und helfe ganz praktisch, wenn man zum Beispiel gemeinsam Fahrgemeinschaften gründe oder einen Bürgerbus organisiere.

„Früher war ich Behörde, jetzt appelliere ich an die Eigenverantwortung“, sagt Hans-Ulrich Sander. Beim TÜV Rheinland hat er 38 Jahre lang unter anderem Prüfplaketten vergeben, Schaden- und Wertgutachten erstellt, Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer geprüft und das damalige Verkehrssicherheitszentrum in Bonn-Bornheim mit aufgebaut. „Der erhobene Zeigefinger lag mir allerdings noch nie“; sagt er. Und so erklärt er auch nun den älteren Menschen ganz ruhig, warum sie zum Beispiel mit zunehmender Nachtblindheit das Auto im Dunkeln besser stehenlassen.

Früh planen, später mobil bleiben

„Immer sachlich bleiben“, das war schon immer seine Devise. „Wenn mir bei der Hotline des TÜV mal Beschwerden entgegenkamen, habe ich den Unmut der Menschen nie persönlich genommen“, erzählt er. Zuhören, unaufgeregt auf den Sachstand und die Fakten hinweisen – damit erreiche man die Menschen viele eher, ist seine Erfahrung.

„Man wird älter, daran gibt es nichts zu rütteln. Also stellt man eben seine Gewohnheiten um“, ergänzt der Ruheständler. Der vierfache Vater und Großvater einer Enkeltochter findet das gar nicht dramatisch: „Ein neuer Lebensabschnitt ist doch immer ein Neuanfang.“ Doch der müsse frühzeitig in den Blick genommen werden: „Um eine barrierefreie Wohnung, um Hilfen im Alltag oder die Umrüstung des Autos sollte man sich spätestens mit Anfang 60 kümmern“, rät Hans-Ulrich Sander. Mit entsprechender Planung sei dann auch das Alter bei guter Lebensqualität zu meistern.

Die Beratung des Diakonischen Werks zur Mobilität im Alter ist kostenfrei und vertraulich und findet an jedem dritten Mittwoch im Monat statt. Termine nach Vereinbarung gibt es unter Tel. 02191 59160-00.

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ekir.de / Text und Foto: Sabine Eisenhauer / 18.08.2017



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