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Friedensgebet

"So fremd und doch so nah"

Muslime und Juden leben in Deutschland - wie alle anderen auch? Mit der -vermeintlichen- Normalität des Alltags beschäftigen sich Michael Rubinstein und Lamya Kaddor in ihrem Buch, das der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde in Speldorf vorstellte. 

Michael Rubinstein beim Friedensgebet in der Kirche am Brandenberg Michael Rubinstein beim Friedensgebet in der Kirche am Brandenberg

„Wenn in Deutschland eine Synagoge gebaut wird, dann kommt der Oberbürgermeister und vielleicht auch die Ministerpräsidentin zur Eröffnung. Wenn aber eine neue Moschee entsteht, ist das für Viele der Untergang des Abendlands“, so machte Michael Rubinstein während seiner Lesung beim Speldorfer Friedensgebet deutlich, wie es um die Normalität des Zusammenlebens in Deutschland bestellt ist.

„So fremd und doch so nah“, heißt das Buch, dass der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen gemeinsam mit der muslimischen Religionspädagogin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor geschrieben hat. Beide sind in Deutschland geboren, leben und arbeiten hier – gleichzeitig sind sie zu Hause in einer Glaubensgemeinschaft, die sie zu „Anderen“ werden lässt. Weit besser als Statistiken und Zahlen beschreiben sie, wie es um Integration in Deutschland steht.

„Mit unserem Buch verfolgen wir keinen theologisch-wissenschaftlichen Anspruch“, erklärt Autor Rubinstein. Vielmehr ist es das Protokoll einer Begegnung „15 bis 20 Stunden Gespräch haben wir aufgezeichnet.“ So entstand, nachdem sich Rubinstein und Kaddor auf einer Tagung kennengelernt hatten, das 184 Seiten-Werk, für das sich zunächst kein Verleger finden wollte, bis der christlich geprägte Patmos-Verlag dem Projekt seinen Zuschlag gab.

In den neun Buchkapiteln geht es um Antisemitismus und Islamfeindlichkeit in Deutschland, Gewalt und Terror im Namen der Religion, aber auch um die Alltagskultur und den Humor „Wer geht hier zum Lachen in den Keller?“, so der Untertitel des Schlusskapitels. 

Pfarrer Matthias Göttert dankt Michael Rubinstein für den Vortrag. Pfarrer Matthias Göttert dankt Michael Rubinstein für den Vortrag.

Angehörige aller in Deutschland lebenden Religionen müssen sich gemeinsam auf einen Weg der Normalität machen, forderte Michael Rubinstein vor den Teilnehmenden des Friedensgebetes. „Doch nach wie vor existieren alte Täter-Opfer-Muster“. Oft habe er selber solche Situationen erlebt. „Man fühlt sich verpflichtet, Juden mit besonderer Rücksicht zu begegnen“, zum Beispiel bei der Wohnungssuche, zum Beispiel beim Antritt einer neuen Arbeitsstelle. „Der Weg zur Normalität führt nicht über diese Zweiteilung“, formulierte Rubinstein, vielmehr müsse man ihn gemeinsam gehen, „dabei darf es auch einmal knirschen“.

„Wir, vor allem die Juden und auch die Christen, haben das Problem, dass sich die Religionsangehörigen oft gar nicht so gut auskennen in ihrem Glauben“, beschrieb Rubinstein. Oft prägen Orthodoxen, Fundamentalisten oder Radikale das Bild in der Öffentlichkeit. „Dabei bieten sowohl Christentum, als auch Judentum und Islam, das Potenzial, Frieden zu stiften. Jeder sollte sich fragen: ,Welche Maßstäbe für Toleranz gibt mir meine Religion eigentlich an die Hand?‘“

Für die Zukunft wünscht sich Rubinstein, dass Deutschland „von einer Zuwanderungsgesellschaft zu einer Aufnahmegesellschaft“ wird und dass die Menschen in dieser Gesellschaft „dem anderen seine eigene Identität lassen, auch wenn sie fremd ist. Das ist nicht immer leicht, aber machbar.“

Das Friedensgebet
findet regelmäßig am dritten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche am Brandenberg Speldorf, Friedhofstraße 140, statt. Veranstalter sind die Evangelische Kirchengemeinde Speldorf und die Frauen in Schwarz / Frauen für den Frieden. Sie verknüpfen das Gebet mit dem Bemühen, verschiedene Friedensinitiativen bekannt zu machen und zu fördern und laden regelmäßig Referenten, insbesondere zum Israel-Palästina-Konflikt, ein. Als Referent für den nächsten Termin am Donnerstag, 19. Juni ist der israelische Friedensaktivist Reuven Moskovitz angefragt.

Kontakt und Information: Angelika Romeik, Telefon 51918, und Pfarrer Matthias Göttert, Telefon 50844.

 

 

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ala / 16.05.2014



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