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Werkstatt Zukunftsfähigkeit

Große Bereitschaft zur Mitarbeit und viel Konstruktives

Unter den bisherigen landeskirchlichen Aufgaben "war keine je Firlefanz", stellte Präses Manfred Rekowski klar. Dennoch könnten nicht alle Aufgaben erhalten werden. Nach welchen Kriterien ausgewählt werden kann, war Thema der "Werkstatt Zukunftsfähigkeit".

Knapp 70 Menschen aus der rheinischen Kirche beteiligten sich an der Werkstatt Zukunftsfähigkeit. Knapp 70 Menschen aus der rheinischen Kirche beteiligten sich an der Werkstatt Zukunftsfähigkeit.

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) werde künftig "unter veränderten Bedingungen" Kirche sein. Sie werde weiterhin Kirche für andere sein. Sie werde Kirche "mit leichterem Gepäck" sein. Und sie müsse "diasporafähig" werden, so Rekowski in seinem Diskussionsimpuls vor rund 70 Kirchenmitgliedern - vertreten waren die Ausschüsse, die Ämter, Werke und Einrichtungen sowie Mitarbeiter- und Pfarrvertretung. Zur Erinnerung: Die rheinische Kirche wird bei ihren landeskirchlichen Aufgaben 35 Prozent einsparen, zu den ungewöhnlichen Formen dieses Prozesses gehörten bereits sechs Abende "Kirchenleitung im Gespräch" in den Regionen sowie offene Debatten im Präsesblog im Internet. Der Werkstatt Zukunftsfähigkeit wird eine außerordentliche Landessynode am 23. November folgen.

Präses Manfred Rekowski trug in seinem "Diskussionsinput" zunächst die Ziele der Kirchenleitung bis zum Jahr 2025 vor. Darin heißt es zuallererst: "Im Jahr 2025 sind Gemeindeglieder in der Evangelischen Kirche sprach- und auskunftsfähig über ihren Glauben und setzen in ihrem Engagement eine weltoffene missionarische Haltung um." Außerdem soll die evangelische Kirche eine gesellschaftlich und politisch deutlich wahrnehmbare Stimme sein.

Über sich hinaus wachsen

Ihre Mitglieder hat die Kirche dann über vielfältige Formen gewonnen und gebunden, so dass die Kirche "über sich hinaus wachsen" könne. Ihre ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden qualifiziert und fördert die Kirche, gibt ihnen Anerkennung und Wertschätzung. Ihre Leitungs- und Verwaltungsstruktur 2025 ist effizient und arbeitsteilig. Und zugrunde liegt eine sichere finanzielle Basis mit signifikant erhöhten steuerunabhängigen Einnahmen.

Acht Kriterien lagen der Diskussion zugrunde. Acht Kriterien lagen der Diskussion zugrunde.

Sodann unterbreitete der Präses den Teilnehmenden der Werkstatt Zukunftsfähigkeit acht Vorschläge für mögliche Entscheidungskriterien in diesem Prozess der Konsolidierung des landeskirchlichen Haushalts und des Umbaus der Arbeit auf landeskirchlicher Ebene (die acht Vorschläge im Wortlaut). Die Nummer eins: "Landeskirchliche Arbeit soll konsequent die Arbeit auf anderen Ebenen fördern und unterstützen oder sie gezielt ergänzen." Zweiter Punkt: Der Anteil von langfristig gebundenen Geldern, insbesondere für Immobilien - er belaufe sich derzeit im zweistelligen Millionenbereich - müsse reduziert werden.

Punkt drei lautet dem Präses zufolge: Mobile personelle Präsenz muss Vorrang vor institutioneller Präsenz haben. Kein Beispiel ohne ausdrücklichen Disclaimer: Der Präses konkretisierte diese Idee, betonte aber, dass darin keine Vorfestlegung besteht: Dass sich die Akademie in den gesellschaftlichen Diskurs einbringt, sei klar, ob es dafür ein Gebäude braucht, sei die Frage. Diskurs könne womöglich an verschiedenen Orten stattfinden.

Viertens müsse das Verhältnis des Mitteleinsatzes für Aufgaben mit Außenwirkung und die internen "Betriebsausgaben" überprüft werden. Als fünftes Kriterium nannte der Präses den Erhalt eines breiten Spektrums kirchlicher Aufgaben, mit anderen Worten: möglichst unterschiedliche Zugänge zu Kirche. Zur Erläuterung gab er ein fiktives Gegenbeispiel: ein Kirchenkreis mit sechs A-Kirchenmusikern aber ohne eine Jugendleiterin oder Jugendleiter.

"Erstaunlich ungerupft"

Sechster Punkt: Die gesamtkirchliche müsse die lokale Wirkung eines Arbeitsbereichs deutlich übersteigen. Im nächsten Diskussionsvorschlag sagt der Präses: "Ebenen- und landeskirchenübergreifende Verlagerungen von Aufgaben müssen geprüft werden. Neue Kooperationsmodelle sind zu entwickeln." Nummer acht schließlich dreht sich um den Aspekt Subsidiarität: Aufgaben, die andere übernehmen könnten, vor allem aus Kirche und Diakonie, sollten reduziert oder aufgegeben werden, so Rekowski.

Das Format Werkstatt Zukunftsfähigkeit bedeutete an diesem Tag, inhaltliche Arbeit unter Verzicht auf satzungsgerechtes und sonst förmliches Vorgehen. Schon die Sitzordnung war dazu passend: Tische, um die herum Gruppen saßen. In diesen Gruppen gab es nach dem Input des Präses eine erste Murmelrunde zu den Zielen und Kriterien. In der anschließenden Resonanz im Plenum blitzten erste Rückmeldungen auf: Die Landeskirche müsse Dienstleister sein, hieß es. In manchen Arbeitsfeldern seien Räume wichtig, zum Beispiel in der Jugendarbeit. Sinnvoller seien die Gegensatzpaare mobil / verortet und institutionell / personell, lautete eine weitere Anmerkung. Einer bilanzierte: "Die Kriterien sind erstaunlich ungerupft durchgegangen."

Kriterien validiert

Kurze Runde der Priorisierung: Jede und jeder bekam drei grüne Klebepunkte, postierte sie auf einem großen Plakat mit den Kriterien, markierte damit die drei Kriterien, die sie oder er am wichtigsten findet. Und so machte Nummer vier das Rennen: Mitteleinsatz für Aufgaben mit Außenwirkung und interne Ausgaben in Balance halten. Oder wie jemand übersetzte: "Verwaltung reduzieren ist immer gut." Auf Platz zwei landete der Vorrang für das breite Spektrum bei den Angeboten. Möglichst viele Milieus im Blick behalten, machte das jemand stark. Die Bronzemedaille bekam die Überprüfung des Gebäudebestands.

Bevor sich am Nachmittag das Plenum in drei große Gruppen teilte, um die Kriterien einmal anhand von drei kirchlichen Arbeitsfeldern zu validieren bzw. auszutesten, schwor der Präses die Teilnehmenden noch einmal ein: Es gehe nicht darum, die Beispielsarbeitsfelder zu bewerten. Kirchliche Hochschule, kirchliche Schulen und ESG-Wohnheime waren dann die "Test"-Themen.

Klarheit über den Weg zur Sondersynode

Leider sei man nicht so weit gekommen, wie vielleicht von einigen erwartet, räumte der Präses abends ein. Vizepräsident Dr. Johann Weusmann hebt in seinem Fazit für ekir.de hervor, dass die Kriterien abgesehen von einem gewissen Konkretionsbedarf volle Zustimmung gefunden haben. "Sie sind auch geeignet, diejenigen Handlungsfelder zu identifizieren, die zur Erreichung der Sparziele herangezogen werden sollten." Ein Thema ist für ihn dies: "Es bleiben aber erhebliche Zweifel, ob wir die Zielplanung 2025 mit dem derzeitigen Kürzungsprozess verbinden oder diese beiden Prozesse voneinander trennen sollten."

Klarheit erbrachte der Tage im Blick auf den weiteren Weg zur Sondersynode. Am Schluss im Plenum kündigte der Präses an, die Kirchenleitung werde dazu einen "Aufschlag" machen, einen gangbaren Vorschlag an die außerordentliche Landessynode im November für das weitere Vorgehen. In seinem Dank an alle Beteiligten betonte er außerdem, er habe in dieser Werkstatt eine große Bereitschaft zur Mitarbeit und viel Konstruktives gehört.

 

ekir.de / neu / Evangelische Kirche im Rheinland - Ekir.de / 30.09.2013



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