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für den 11.12.2016

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Kreissynode An der Ruhr

Synode beschließt Kirchenkreiswechsel der Gemeinde Kettwig

Die Kirchengemeinde Kettwig wechselt in den Kirchenkreis Essen und Superintendent Hitzbleck bleibt weiter im Nebenamt tätig. Das sind Ergebnisse der Kreissynode An der Ruhr, die nun im Mülheimer Haus der Evangelischen Kirche zu Ende ging.

Herbstsynode An der Ruhr im Haus der Ev. Kirche Herbstsynode An der Ruhr im Haus der Ev. Kirche

In weiteren Tagesordnungspunkten nahm die Kreissynode die Fäden der vorausgegangenen Konzeptionsdiskussion wieder auf und hörte unter anderem einem Sachstandsbericht zu Regionaltagungen der Kirchengemeinden. Ferner wurde die inhaltliche Aufstellung der Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis beschlossen. Die Synodalen hörten außerdem einen Gastvortrag zur „Mülheimer Erklärung zur Ethik in der Pflege“. Das Votum für mehr Würde für Pflegebedürftige und Pflegende fand die breite Unterstützung der Synodalen.

Einen „Klimawandel“ machte Superintendent Hitzbleck in seinem Bericht an die Kreissynode aus. Die individuelle Freiheit gewinnt im Selbstbild des Menschen immer mehr Raum, dem gegenüber stehe die Letztverantwortung Gottes und, letztlich, mit dem Tod, ein offenes Ende. Auch anhand des Denkens über die Sterbehilfe machte Superintendent Hitzbleck einen Klimawechsel deutlich. Viele Christen könnten es nicht zulassen, dass Menschen von sich aus den allerletzten Schritt Gott entgegen gehen. „Jeder Mensch soll bleiben können solange es geht. Alle denkbare Hilfe und Unterstützung soll ihm zu Gute kommen“, so Superintendent Hitzbleck. Jedoch dürfe genauso berechtigt gefragt werden: „Wer gehen will, weil er einfach nicht mehr kann - soll er nicht gehen dürfen? Darf er nicht auf menschliche Hilfe hoffen, sofern überprüfbar feststeht, dass das Ende nahe und unabänderlich ist?“

Den Klimawechsel beobachtet Superintendent Hitzbleck auch in Politik und Gesellschaft „Der Staat orientiert sich an den Bedürfnissen der ,Macher‘“. Menschen in finanzieller Armut und schwierigen Lebenssituationen blase ein rauerer Wind ins Gesicht. Eine finanzielle Absicherung durch Beschäftigung, die den Tag strukturiert, so Superintendent Hitzbleck, müsse die öffentliche Hand gewährleisten.
Auch die Kirche bekomme gesellschaftlichen Wandel und zunehmende Individualisierung zu spüren. Oft reichten äußere Anlässe wie zuletzt das veränderte Einzugsverfahren bei der Kapitalertragssteuer, um eine Schar von Austritten zu provozieren. Die Kirche müsse äußerst sorgfältig mit ihrem Geld umgehen. Allerdings nicht um jeden Preis. Einer „Durchökonomisierung des Pfarrberufs“ stellte sich der Superintendent kritisch gegenüber.

Grundsätzlich sei Wandel kein Unglück, sondern Normalität, die es mit dem nötigen Vertrauen anzunehmen gelte.

Superintendent Hitzbleck vor der Kreissynode Superintendent Hitzbleck vor der Kreissynode

Mit Anfragen nach Wandel und Veränderung befasste sich die Kreissynode An der Ruhr auch in der weiteren Tagesordnung. Die Einrichtung der Superintendentenstelle im Hauptamt. Der Fachausschuss für Finanzen hatte den Antrag auf die Wahrnehmung der Superintendentenfunktion im Hauptamt erneut auf die Tagesordnung der Kreissynode gebracht, um Einspareffekte von insgesamt 265.000 Euro für den Kirchenkreis in den kommenden dreieinhalb Jahren zu ermöglichen. Mit dem Wechsel des Superintendenten ins Hauptamt wäre nämlich die entsprechende Entlastungspfarrstelle in der Gemeinde weggefallen. Die Synode konnte sich dieser grundsätzlichen Veränderung jedoch nicht mit der benötigten Zwei-Drittel-Mehrheit anschließen.

Zweites großes Thema der Herbstsynode war der zuvor ausdauernd verhandelte Wechsel der Kirchengemeinde Kettwig nach Essen zum 1. Januar 2016. Per Beschluss machten die Synodalen den Weg frei, um den Wunsch der Gemeinde zu realisieren. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen den beteiligten Kirchenkreisen und der Gemeinde, in denen unter anderem vereinbart wurde, dass mit dem Kirchenkreiswechsel auch eine Grenzveränderung des Gemeindegebietes vorgenommen wird: Mülheim-Ickten wird auch künftig zum Gebiet des Kirchenkreises An der Ruhr gehören und nicht mit der Kettwiger Gemeinde nach Essen wechseln. Die Icktener können falls gewünscht per Umgemeindung Mitglied ihrer bisherigen Kirchengemeinde Kettwig bleiben. Finanziell bedeutet der Weggang der Gemeinde Kettwig einen Verlust für den Kirchenkreis An der Ruhr. Dieser wird in den kommenden fünf Jahren durch Ausgleichszahlungen des Kirchenkreises Essen abgefedert.

Die Konzeption der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis nahmen die Synodalen zustimmend zur Kenntnis: Die vorgestellte Struktur beschreibt Ziele (eine starke gesellschaftliche Positionierung der Kirche erreichen, Transparenz zeigen und Vertrauen bewahren / gewinnen) und benennt die zu diesem Zweck bearbeiteten Handlungsfelder. Sie reichen von Pressearbeit über Webredaktion bis zum Veranstaltungsmanagement. Ein eigenes Kapitel nimmt die wachsende Rolle der Onlinemedien ein. Ferner beschreibt die Konzeption, wie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in kirchliche Strukturen eingebunden ist: etwa durch Themenmanagement als Teil des Leitungshandelns, per Relaisfunktion und Service für Gemeinden, Werke und Einrichtungen und nicht zuletzt als Vermittlerin zwischen Kirchen- und Medienwelt.

Einen weiteren Beschluss fasste die Synode zur gemeinsamen Wahrneh-mung und Finanzierung der Gehörlosenseelsorge mit Nachbarkirchenkreisen in der Region. Beraten wurde die Umsetzung des landeskirchlichen Personalplanungsgesetzes im Kirchenkreis An der Ruhr. Ferner hörten die Synodalen ein kritisches Votum der Kirchlichen Hochschule Wuppertal gegen die Kürzungspläne der Landeskirche.

Ein Signal zur Stärkung der Würde und Lebensqualität Pflegebedürftiger und Pflegender setzte die Kreissynode am Samstagmittag. Die Synodalen hörten einen Gastvortrag von Oskar Dierbach, geschäftsführender Pflegedienstleiter des Haus Ruhrgarten, und dem städtischen Sozialplaner Jörg Marx zur „Mülheimer Erklärung zur Ethik in der Pflege“. Die Synodalen erklärten ihre Unterstützung dieses gesellschaftlich relevanten Anliegens und trugen sich vielfach mit persönlicher Unterschrift ins ausliegende „Buch der Bekenner“ ein.

Turnusgemäß standen auch die Entlastung von Jahresrechnungen, der Beschluss von Haushalts- und Stellenplänen für das kommende Jahr sowie einige Wahlen auf der Tagesordnung. Als Synodalältester rückt nun Dr. Udo Bertmann (Kgm. Broich-Saarn) nach. Er übernimmt die stimmberechtigte Position im Kreissynodalvorstand als Nachfolger von Prof. Lent, der umzugsbedingt ausgeschieden war. Petra Busch, Presbyterin der Kirchengemeinde Heißen wird als Nachfolgerin von Prof. Lent neue Abgeordnete zur Landessynode, Hans-Jürgen Wennemers (VEK) übernimmt die Position als KSV-Vertreter im Kuratorium des Diakonischen Werkes. Dorothee Hartnacke vertritt künftig den KSV im Nominierungssauschuss. Pfarrerin Birgit Meinert-Tack und Presbyter Michael Meister (VEK) werden Mitglied im Fachausschuss für Theologie und Kirche, Presbyterin Petra Naumann (Lukaskirchengemeinde) vervollständigt die Besetzung des Fachausschusses für Ökumene und Part-nerschaft.

Stichwort: Synode
Die Kreissynode tagt mindestens einmal, oft zweimal im Jahr und ist das höchste Entscheidungsgremium, das „Parlament", eines jeden Kirchenkrei-ses. Zu den zurzeit 67 Synodalen zählen alle Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie weitere gewählte Mitglieder aus den Gemeindepresbyterien (von den Gemeindegliedern gewählte Leitungsgremien). Die Synodalen entscheiden unter anderem über kreiskirchliche Finanzen, erarbeiten auch gemeinsame theologische und sozialethische Stellungnahmen und können Anträge an die Landessynode stellen. Die Synode verhandelt öffentlich. Zum Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr zählen rund 56.000 Gemeindeglieder, davon rd. 6.500 in Essen-Kettwig.

Diskussion im Plenum

Beschlussanträge werden vorgestellt ...

... und abgestimmt.

Die Tansania-Delegation berichtet von der Partnerschaftsbegegnung.

Gastvortrag von Oskar Dierbach (gemeinsam mit Jörg Marx, Stadt Mülheim) zur Mülheimer Erklärung zu Ethik in der Pflege

Eintrag ins Buch der Bekenner

 

 

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ala / 08.11.2014



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