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für den 20.11.2017

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.

5.Mose 4,2

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Flüchtlingsreferat

Vom Ankommen in Mülheim

Bei der Veranstaltungsreihe "Angekommen - Angekommen" haben die Geflüchteten das Wort. Zum Auftakt im Altenhof berichteten fünf Syrerinnen und Syrer vom Ankommen in Mülheim. Das Gespräch wird bei zwei Abenden zu Eritrea und Afghanistan fortgesetzt.

Lamis Jarban berichtete von ihrer Flucht aus Aleppo. Lamis Jarban berichtete von ihrer Flucht aus Aleppo.

„Eigentlich haben wir gedacht, es ginge nur darum, den Diktator zu stürzen und wir waren auch ganz optimistisch, dass es gelingt." Bis ins vergangene Jahr hinein hat Lamis Jarban in Aleppo Pharmazie studiert. Doch dann ging es nicht mehr, berichtet die junge Frau. „Wir hatten zuerst nicht damit gerechnet, dass sich aus der Lage um Assad ein Krieg mit so vielen Parteien entwickeln würde. Wir hatten gehofft, dass der Krieg bald aufhören würde. Stattdessen gerieten wir immer öfter in Situationen, in denen es hieß: Wer nicht kooperiert, wird liquidiert." Lamis Jarban flüchtete - und berichtet nun, rund anderthalb Jahre später, im Mülheimer Haus der Evangelischen Kirche über ihre Situation. Gemeinsam mit vier anderen Geflüchteten aus Syrien, die den Mülheimern an diesem Abend über ihren Weg erzählen. Der Abend unter dem Titel „Angekommen - Angenommen" ist Teil einer Veranstaltungsreihe der evangelischen und der katholische Kirche gemeinsam mit der Mülheimer Initiative für Toleranz (MIT). Es folgen zwei weitere Einladungen zur Begegnung, einmal mit Geflüchteten aus Eritrea (Mittwoch, 18. Oktober, Gemeindezentrum Albertstraße 86) und am Mittwoch, 8. November, mit Geflüchteten aus Afghanistan im Kloster Saarn (Beginn jeweils 19 Uhr).

„Wenn man allein auf die Flüchtlingszahlen schaut", sagte Schirmherr Beigeordneter Ulrich Ernst zu Beginn des Veranstaltungsabends, „könnte man meinen, dass alles erledigt ist". Das sei es aber nicht, die Situation habe sich nur geändert. „Viele Flüchtlinge sind jetzt dabei, hier anzukommen, Fragen zur Wohnungssuche oder nach einem Praktikumsplatz stehen jetzt im Mittelpunkt. Auch die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer haben sich professionalisiert. Jetzt ist es Zeit, einander zuzuhören und mehr zu erfahren, wie das Leben hier ist", so der Sozialdezernent.

„Termine bei Ämtern vereinbaren. Warten - auf neue Termine", das bestimmt ihren neuen Alltag in Deutschland, berichtet Lamis Jarban auf dem Podium. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu erahnen, dass sie das Warten mürbe macht. Doch Jarban will kein Klagelied über die Bürokratie anstimmen. „Ich finde es gut, dass hier Ordnung und Disziplin herrscht. Wir profitieren sehr davon. Früher hatten wir das in Syrien ja auch." Ob man sich vorstellen könnte, wieder zurückzugehen, wenn sich die Situation beruhigt habe, fragt Moderatorin Inamaria Wronka von der Mülheimer Initiative für Toleranz in die Runde. „Ganz leicht ist das nicht", sagt Hassan Mamo. „Meine Tochter ist jetzt fünf Jahre alt. Sie kennt eigentlich nur Deutschland und hier ist so vieles ganz anders als in Syrien."

Die Perspektive zu bleiben, teilen auch andere im Saal. Eine Zuhörerin meldet sich zu Wort: „Wir mussten flüchten, weil wir Jesiden sind, sind mit vier Kindern hierher gekommen. Ich kann Deutschland nicht viel zurückgeben, aber meine Kinder sollen das einmal tun. Sie sollen hier lernen und studieren und sich für das Land einbringen."

Unter den Zuhörerinnen und Zuhörern im Haus der evangelischen Kirche sind Geflüchtete, ebenso wie viele, die sich ehrenamtlich als Helfer engagieren. Sie hören wiederholt den Dank der Geflüchteten. „Dass wird weiter so viele tolle Helfer haben", wünschte sich Mustafa Ali für die Zukunft. Und: „Bleibt gesund!"

Den Blick in die Zukunft richtete auch Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski, Assessorin des Evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr: „Wir sollten die Perspektive wegrichten von der Diskussion um mögliche Obergrenzen für Flühtlinge. Wir haben es längst mit einer globalen Migrationsbewegung zu tun."

Um ganz persönlich weiter im Gespräch zu bleiben, laden die Veranstalter zu zwei weiteren Abenden unter dem Titel „Angekommen - Angenommen" ein:

  • Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr, Ev. Gemeindezentrum Albertstraße 86, Mülheim-Styrum, mit Informationen zu und berichten aus Eritrea
  • Mittwoch, 8. November, 19 Uhr, Kloster Saarn, Klosterstraße 53, mit Informationen zu und berichten aus Afghanistan

Für eine Kinderbetreuung während der Veranstaltungen ist gesorgt.

 

 

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ala / 16.10.2017



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