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für den 04.12.2016

Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

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Autobahnkirchen

Rastplatz für die Seele

Wer an einem der Feriensamstage als Teil der großen Blechlawine in den Urlaub rollt, freut sich vielleicht über eine Atempause in einer Autobahnkirche. Mehr als 40 „Rastplätze für die Seele“ gibt es im deutschen Autobahnnetz.

Autobahnkirche Bohum-Hamme Autobahnkirche Bohum-Hamme

Drei Autobahnkirchen mit evangelischer Beteiligung liegen auf dem Gebiet der rheinischen Kirche: Geismühle (A 57), Wittlich (A1) und Wadlaubersheim (A61). Wer im Ruhrgebiet unterwegs ist, kennt vermutlich auch die Autobahnkirche an der A2 in Hamm oder die nach dem Kulturhauptstadtjahr ernannte „Autobahnkirche Ruhr“ an der A40 in Bochum-Hamme. Nord- und Ostseeurlauber kommen an der A1 an der Ökumenischen Kapelle an der Raststätte Dammer Berge vorbei.

Autobahnkirchen und -kapellen liegen nicht weiter als einen Kilometer von einer Autobahnausfahrt entfernt, sie laden ein zur meditativen Einkehr und zum Innehalten, zur Ruhe vorm Verkehrsgetöse. Durchschnittlich zehn Minuten dauert ein Aufenthalt in einer Autobahnkirche, fand eine Studie des Zentrums für kirchliche Sozialforschung an der Katholischen Hochschule Freiburg heraus. Wer sie betritt, ist eher männlich als weiblich, eher verheiratet mit Kindern als alleinstehend, eher katholisch als evangelisch und eher über 50 Jahre alt. Für zwei von drei Urlauberinnen und Urlaubern ist der Stopp an der Autobahnkirche eine spontane Entscheidung, so die Studie. Zwei Drittel der Besucherinnen und Besucher beten oder zünden eine Kerze an, die übrigen kommen herein, um sich auszuruhen oder sich die Kirche anzuschauen.

Wenn von der deutsch-niederländischen Grenze bei Goch über die Niederrheinautobahn A57 Richtung Süden fährt, findet an der Raststätte Geismühle Ost bei Krefeld-Oppum einen dieser besonderen Orte zum Auftanken. Gleich hinter dem Rasthof liegt, ein wenig versteckt und von Buschwerk umgrenzt, die Autobahnkapelle Geismühle.

Ihr abfallendes Dach, die Dreiecksform des Innenraums und ein kleiner Teich vor der Fensterfront geben ein Gefühl der Ruhe und Geborgenheit. „Die Kapelle hat den Charakter eines Raums der Stille“, sagt Pfarrer Volker Hülsdonk, dessen Evangelische Kirchengemeinde Oppum die denkmalgeschützte Kapelle betreut. „Sie wird von Reisenden und Fernfahrern besucht, manchmal auch von Radtouristen, da sie zwar an der Autobahn, aber auch an einer historischen Windmühle liegt, die man von Oppum her anfahren kann,“ so Hülsdonk weiter. Besucherinnen und Besucher können hier Ruhe und Entspannung finden, beten, eine Kerze anzünden oder ihre Gedanken und Wünsche dem ausliegenden Fürbittenbuch anvertrauen.

Autobahnkirche St. Paul (Foto: EKiR) Autobahnkirche St. Paul (Foto: EKiR)

Das geht auch in der Wittlicher Senke an der Ausfahrt „Wittlich-Mitte“ auf der A1 von Köln in Richtung Saarbrücken. Auf einer kleinen Anhöhe steht hier am Rande eines Wäldchens die Autobahnkirche St. Paul. Daneben erstreckt sich die imposante ehemalige Klosteranlage der Steyler Missionare, deren Gottesdienststätte St. Paul einst war. Um die Kirche zu erhalten, wurde sie vor fünf Jahren zur ökumenischen Autobahnkirche umgewidmet. Seit September 2012 ist sie zudem die erste Radwegekirche auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland. Hier führt der Maare-Mosel-Radweg entlang.

„Ein Team von 50 Ehrenamtlichen betreut die Kirche, schließt auf und zu, sorgt für Blumenschmuck und Sauberkeit“, berichtet Wolfram Viertelhaus. Er ist Vorsitzender des Fördervereins, der sich um die Autobahnkirche kümmert und regelmäßig kirchliche und kulturelle Veranstaltungen dort ausrichtet. „Wir haben geschätzt zehntausend Besucher im Jahr“, sagt Viertelhaus. Das rechnet er hoch aus der Anzahl der verkauften Kerzen, die auf einem Kerzenbaum angezündet werden können. „Auch das Anliegen-Buch wird häufig genutzt“, erklärt der Lehrer im Ruhestand. Menschen wünschten sich darin eine gute Heimkehr, eine sichere Reise und Gottes Schutz vor Gefahren, aber auch, dass der Partner wieder gesund werde, oder die Kinder gut lernen mögen. Häufig finde man auch Einträge auf Polnisch und Niederländisch.

Autobahnkirche Waldlaubersheim Autobahnkirche Waldlaubersheim

Urlauberfamilien aus den Niederlanden sind auch in der Autobahnkirche Waldlaubersheim an der A61 von Koblenz nach Bingen öfter mal zu Gast. Sie kommen in den Ferienmonaten zum vierzehntäglichen Sonntagsgottesdienst in die neben einem Weinberg liegende Kirche, erzählt Presbyter Andrzej Theobald von der Evangelischen Kirchengemeinde Stromberg. Auch Pendler, so zeige das Anliegen-Buch, machten hier öfter Station. Die historische Martinskirche ist seit 1991 eine von drei Autobahnkirchen mit evangelischer Beteiligung auf dem Gebiet der rheinischen Kirche. Sie dient gleichzeitig noch als Gemeindekirche für Waldlaubersheim.

Für Wolfram Viertelhaus vom Förderverein St. Paul Wittlich sind Autobahnkirchen „neue Orte des Glaubens, wo Menschen anonym beten und Spiritualität erleben können“, ein Bedürfnis, das gegen den Trend wachse. Die Autobahnkirchen kommen dem entgegen, eröffnen sie doch einen Raum der Stille, der Besinnung und Begegnung mit Gott mitten im Unterwegssein.

 

 

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EKiR / ala / 20.07.2015



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