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Broich-Saarn

"Wir sind Sternenstaub"

Mit seiner Poesie faszinierte Ernesto Cardenal das Publikum in der voll besetzten Christuskirche in Saarn. Untermalt von lateinamerikanischer Musik der „Grupo Sal“ präsentierte der nicaraguanische Theologe und Politiker Poesie mit viel Gefühl und Humor.

Ernesto Cardenal Ernesto Cardenal

Die Poesie ist seine Leidenschaft- die Ernesto Cardenals Leben als Priester, Politiker und Dichter prägte. Trotz seines stolzen Alters von 88 Jahren tourt der Nicaraguaner einmal durch Deutschland und besuchte am Donnerstagabend auch Mülheim. Er präsentierte Ausschnitte aus seinem Gesamtwerk „Aus Sternen geboren“, das Ende 2012 vom Peter Hammer Verlag in Deutschland veröffentlicht wurde.

Die Kraft für seine Lesereise durch 13 deutsche Städte nimmt er stets von Gott. „Die Liebe zur Schönheit der Natur und zu den Frauen hat mich zu Gott geführt, und die Liebe zu Gott zur Revolution“, heißt es in einem Werk Cardenals. Die Liebe spielt auch in seinen Gedichten eine wichtige Rolle. Sie umgreift mühelos die gesamte Schöpfung und bedeutet Verantwortung zu tragen für eine gerechte Welt. Deswegen bilden Liebesgedichte an „Claudia“ und „Miriam“ aus seiner Jugendzeit den Anfang der poetischen Zeitreise durch Ernestos Leben.

Den musikalischen Rahmen der Vorlesung bildete „Grupo Sal“. Mit ihren Stimmen und Percussions lassen sie verschiedene Farben und Klänge Lateinamerikas einfließen und bilden die rhythmische Untermalung von Cardenals Lyrik. „Seit 1993 begleiten wir ihn auf seinen Tourneen, nachdem wir durch Dietmar Schönherr, mit dem wir Projekte in Nicaragua unterstützen, Ernesto kennengelernt haben und mittlerweile ist er wie ein guter Freund“, erzählt Fernando Dias Costa, der Sänger der Gruppe.

Grupo Sal in der Saarner Christuskirche Grupo Sal in der Saarner Christuskirche

Gemeinsam zogen Ernesto Cardenal und Grupo Sal die Zuhörer in ihren Bann und wurden mit minutenlangem Applaus belohnt. Zuschauerin Kerstin Ullrich kennt einige Werke Cardenals aus ihrem Theologiestudium. Aber, dass sie ihn einmal live hören würde, hätte sie nie gedacht „Ich habe eine sehr große Hochachtung vor seinem Gesamtwerk, da er immer wieder Gedanken aufgreift, die mich bewegen.“ Auch Bea Anders ist fasziniert: „Dieser Abend ist sehr inspirierend für mich, weil ich selber auch Lyrik schreibe und einmal Ernesto Cardenals Werken lauschen zu dürfen, ist großartig.“

Die Liebe, die den nicaraguanischen Theologen und Politiker, wie er sagt, zur Revolution führte, hielt er in seinem Gedicht „Tagesanbruch“ fest, das eine Parabel auf den Tag der Revolution ist. Gespannt lauscht das Publikum Cardenals spanischsprachiger Lyrik, die dank seines Dolmetschers Lutz Kliche auch für die deutschen Ohren verständlich wird. In der kurzen Pause signiert Cardenal unermüdlich seine Bücher, trotz der sichtlichen Anstrengung. Im zweiten Teil seiner Vorlesung widmet sich der Poet dem „Opus magnum Canticó Cosmicó“ (Gesänge des Universums).

Politisch und als Vertreter der urchristlichen Vorstellung von Gerechtigkeit kämpft er gegen die Korruption und Ausbeutung der Menschen in Entwicklungsländern. Er kritisert Verbrechen der multinationalen Konzerne und verarbeitete das etwa in seinem Gedicht „El Celular“- zu deutsch „Das Handy“. Er prangert die verheerenden Arbeitsbedingungen des Coltanabbaus im Kongo an, wo tausende von Menschen für unsere Mobiltelefone ihr Leben opfern müssen.

Die Sterne und die menschliche Evolution bilden immer wieder den Rahmen für Cardenals poetische Verse. In seinem Gedicht heißt es:
„Wir sind Sternenstaub. Vor 15 Milliarden Jahren waren wir eine Masse aus Wasserstoff, die im Raum schwebte, sich langsam drehte, tanzte. Unser Fleisch und unsere Knochen kommen von anderen Sternen, vielleicht sogar aus anderen Galaxien, wir sind universal.[…] Von den Sternen stammen wir, zu ihnen kehren wir wieder zurück.“

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Text und Fotos: Hannah-Catharina Esser / 27.05.2013



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