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2.Samuel 22,3

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Broich-Saarn

Denkmalschutz für entwidmete Christuskirche

Ende Mai wird die Christuskirche entwidmet. Das Presbyterium war so gut wie handelseinig mit einem Investor für eine Neubebauung. Nun macht der Denkmalschutz einen Strich durch diese Rechnung.

Cristuskirche am Lindenhof Cristuskirche am Lindenhof

Die Saarner Christuskirche soll unter Denkmalschutz gestellt werden, nachdem ihre Entwidmung schon seit Juli 2013 beschlossen war. Die Kirchengemeinde erwartet in Kürze einen vorläufigen Bescheid über den Denkmalschutz, innerhalb eines halben Jahres soll ein entsprechendes Gutachten der Oberen Denkmalbehörde folgen. Das bedeutet: Das Vorhaben der Kirchengemeinde Broich-Saarn, das Areal rund um Kirche und Gemeindezentrum einem Investor zur kompletten Neubebauung -inklusive Abriss der Kirche- zu verkaufen, ist hinfällig.

Der geforderte Erhalt der Christuskirche stellt die Gemeinde vor neue Herausforderungen. „Unsere Kirche schrumpft. Aber gerade unter diesem Bedingungen müssen wir unser Geld zum Wohle der Menschen verwenden und nicht für leerstehende Kirchengengebäude“, sagt Pfarrer Thomas Jantzen. Die Saarner Christuskirche mit dem benachbarten Gemeindezentrum sollte aufgegeben und das Grundstück verkauft werden. So hatte es das Presbyterium der Kirchengemeinde Broich-Saarn beschlossen. Um die eigenen Finanzen mittelfristig solide zu halten, will sich die Gemeinde auf nunmehr noch zwei Standorte mit jeweils einem Gemeindezentrum an der Saarner Dorfkirche und an der Broicher Kirche an der Wilhelminenstraße konzentrieren.

Ein Investor für die Neubebauung des Areals rund um die Christuskirche am Lindenhof war dabei schon gefunden, der Kaufvertrag zu Beginn diesen Jahres beinahe unterschriftsreif. Doch im Februar leite der Planungsausschuss der Stadt Mülheim das Bebauungsplanverfahren für das in Frage stehende Gebiet ein, und lehnte die gestellte Bauvoranfrage ab. Härter als die Einschränkungen durch den Bebauungsplan trifft die Gemeinde jedoch der Denkmalschutz. Während der Bebauungsplan nur graduelle Veränderungen bewirkt (weniger Häuser können gebaut werden und der Verkaufserlös wird verringert), bedeutet der Denkmalschutz eine völlige Neuplanung. Er zwingt die Gemeinde als Eigentümerin, den Kirchbau zu erhalten.

„Bis zum Jahreswechsel existierte weder ein Bebauungsplan noch der Denkmalschutz. Das waren die Voraussetzungen, unter denen wir über Monate die Vermarktung des Geländes vorangetrieben hatten. Ein Investor war gefunden, der Kaufpreis ausgehandelt und der Vertrag so gut wie unterschriftsreif, als sich die Rahmenbedingen plötzlich änderten“, erklärt Pfarrer Thomas Jantzen die Lage der Kirchengemeinde. Auf ihrer Seite liegt nun wieder das finanzielle Risiko des Gebäudeerhalts- und Unterhalts der eigentlich nicht mehr benötigten Christuskirche.

Der bisherige Investor hat sein Interesse angesichts der neuen Ausgangslage bereits abgesagt. Primäres Ziel der Gemeinde ist es nunmehr, das gesamte Areal mitsamt der Kirche zu verkaufen. So müsste ein Investor nun auch ein Nutzungskonzept für den Kirchbau mitbringen oder mittragen. „Dem vom Stadtplanungsamt vorgeschlagenen Ideenwettbewerb stehen wir prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. Zuerst müssen wir jedoch intern über die veränderten Rahmenbedingungen beraten“, so Pfarrer Thomas Jantzen.

Ursprünglich hatte die Gemeinde vor, durch Aufgabe der Christuskirche und des benachbarten Gemeindezentrums rund 150.000 Euro Betriebskosten pro Jahr zu sparen. Der Verkaufserlös des Areals am Lindenhof hätte in das Gemeindehaus an der Wilhelminenstraße investiert werden sollen.

„Bei allem Gewicht des Denkmalschutzes vermisse ich den Blick auf die Verhältnismäßigkeit“, sagt Pfarrer Thomas Jantzen. „Immerhin besagt die Gesetzgebung auch, dass die Pflicht zum Erhalt des Denkmals dem Eigentümer wirtschaftlich zumutbar sein muss. Der Denkmalschutz jedoch konterkariert geradezu die finanziellen Konsolidierungsbemühungen unserer Gemeinde.“ Mit der Saarner Dorfkirche und der Broicher Kirche an der Wilhelminenstraße verfügt die Ev. Kirchengemeinde Broich-Saarn nunmehr über drei denkmalgeschützte Kirchbauten. Öffentliche Mittel zum Denkmalerhalt bekommt die Kirchengemeinde Broich-Saarn nicht, auch die Möglichkeit einer steuerlichen Abschreibung, wie sie ggfs. für private Besitzer in Frage kommt, gibt es für die Kirchengemeinde nicht.

Der Verkauf von Kirche und Grundstück ist der Gemeinde nach wie vor erlaubt, unter den speziellen Bedingungen des Denkmalschutzes aber deutlich schwieriger zu realisieren. Pfarrer Jantzen: „Sollte sich ein Nutzungskonzept finden und einen Investor, der dieses umsetzt, so mag ja ein interessantes Projekt dabei herauskommen. - Aber was, wenn nicht? Denn die Herausforderungen, vor denen der Investor im Falle der Christuskirche steht, sind groß. Das haben auch die sehr wenigen bisherigen Interessenten deutlich gemacht. Schriftliche Angebote liegen uns noch nicht vor.“

Hintergrund: Die Gemeinde Broich-Saarn verfügte bislang über drei Gottesdienststätten. Nach einer Schließung der Christuskirche verbleiben noch die Kirche an der Wilhelminenstraße in Broich und die Dorfkirche in Saarn. Beide Kirchen sind denkmalgeschützt und waren die jeweiligen Gründungskirchen der Gemeinden in Broich und Saarn. 2011 fusionierten die Evangelischen Kirchengemeinden Broich und Saarn. Zur Gemeinde gehören außerdem vier KiTas bzw. Familienzentren. Die Ev. Kirchengemeinde Broich-Saarn hat rd. 11.000 Mitglieder.
Das Gemeindezentrum am Lindenhof hat seit 1952 als Gottesdienststätte gedient, seit September 1959 kam die Gemeinde in der dann fertiggestellten Christuskirche zusammen.

 

 

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ala / 04.05.2015



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