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Evangelische Kirche in Deutschland

Anständig essen, würdig aufnehmen

Flüchtlinge menschenwürdig aufnehmen und anständig, sprich Ressourcen schonend, Ernährung für alle sicher stellen - viele aktuelle und drängende Fragen beriet die EKD-Synode bei ihrer jüngsten Tagung.

Irmgard Schwaetzer, neu gewählte Präses der EKD-Synode Irmgard Schwaetzer, neu gewählte Präses der EKD-Synode

Bis zum 13. November hatte die EKD-Synode, das Leitungsgremium der Evangelischen Kirche Deutschlands, in Düsseldorf getagt. Die Tagesordnung war von Themen geprägt, die in diesen Tagen auch die Nachrichten bestimmen: So brachten die Synodalen Beschlüsse auf den Weg zu Themen wie Asyl, Flucht und Migration, zum kirchlichen Arbeitsrecht und zum Schwerpunktthema der Tagung „Es ist genug für alle da“ – Welternährung und nachhaltige Landwirtschaft.

Einige neue Gesichter werden die EKD künftig nach außen vertreten: Die ehemalige FDP-Bundesministerin Irmgard Schwaetzer wurde zur Synodenpräses gewählt. Die 71-Jährige folgt Katrin Göring-Eckardt nach. Die Grünen-Politikerin hatte das Amt an der Spitze des Kirchenparlaments niedergelegt, um sich auf ihre politische Arbeit zu konzentrieren. Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (53) und die Tübinger Theologieprofessorin Elisabeth Gräb-Schmidt (57) sind nach den Wahlen neue Mitglieder im Rat der EKD.

Angesichts der „unfassbaren menschlichen Tragödie“, die Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen widerfährt, macht sich die EKD-Synode für eine Neuausrichtung der EU-Asylpolitik stark. Per Beschluss bitten die Synodalen den Rat der EKD, sich einzusetzen für: für klare Zuständigkeiten bei der Seenotrettung , Zugang zu fairen und effektiven Asylverfahren, menschenwürdige Aufnahmebedingungen, Eröffnung legaler Wege nach Europa und ein solidarisches Verteilungssystem auf dem Kontinent.

Für Soforthilfen für Flüchtlinge aus Syrien hat die Diakonie-Katastrophenhilfe bislang 6,7 Mio. Euro bereitgestellt. Die EKD-Synode bittet in ihrem Beschluss, weiterhin Gelder bereit zu stellen. Ferner sind die Gliedkirchen, also auch die Rheinische Landeskirche, zu Sonderkollekten aufgerufen.

In einem Beschluss zur Willkommenskultur in Deutschland nahmen sich die EKD-Synodalen der Situation der Asylsuchenden im Land an. Die Synode erneuerte ihre Forderungen aus 2010 und 2012 und bittet den Rat, sich gegenüber der neuen Bundesregierung u.a. dafür einzusetzen, dass die Residenzpflicht und das Arbeitsverbot für Asylsuchende aufgehoben wird, dass das Asylbewerberleistungsgesetz zugunsten einer Überführung in die allgemeinen Sozialversicherungssysteme aufgehoben wird und dass Asylsuchenden Integrationskurse u.ä. von Anfang an zur Verfügung stehen.

„Es ist genug für alle da – eigentlich. Doch zu viele Lebensmittel landen im Trog, im Tank und in der Tonne“ - so griff die Synode in einem weiteren Beschluss ihr diesjähriges Schwerpunktthema auf. Dennoch müssen laut Vereinten Nationen 842 Mio. Menschen hungern, rund 2 Milliarden bekommen keine ausreichend gesunde Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Synode forderte u.a.: nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln und ethisches Investment im Bereich der Evangelischen Kirche, kirchliches Engagement für Bildungsarbeit im Sinne von Verantwortung für die Eine Welt und mehr Engagement für ökumenische Zusammenarbeit und Entwicklung, auch im Sinne der Botschaft der jüngsten Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen.

Ferner befasste sich die EKD-Synode mit dem kirchlichen Arbeitsrecht. Im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom November 2012 haben Diakonie und Kirche den Auftrag bekommen, sicherzustellen, dass Abschlüsse arbeitsrechtlicher Kommissionen verbindlich sind, dass eine unabhängige Schlichtung existiert und dass die Gewerkschaften strukturell beteiligt werden. Zu klären seien, so die Synode, hingegen noch Fragen wie die ACK-Klausel, die Rolle der Dienstgemeinschaft und ihre theologische Begründung und praktische Umsetzung. Gemeinsames Anliegen von Kirche und Gewerkschaften müsse es sein, sich für bessere Bedingungen im Sozial-, Pflege, und Gesundheitsbereich einzusetzen. Ein allgemeinverbindlicher Branchentarif Soziales, der im Konsens zwischen kirchlichen und nichtkirchlichen Trägern, Gewerkschaften und Diakonie entsteht, könne eine Möglichkeit sein, dies zu erreichen.

 

 

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ala / 19.11.2013



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