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EKiR-Arbeitshilfe

Im Dialog mit den Muslimen

Mit einer neuen Arbeitshilfe regt die rheinische Kirche das Gespräch über die christlich-muslimischen Beziehungen an. Gemeinsames Engagement für eine friedliche Gesellschaft aus dem eigenen Glauben heraus ist eine der Grundlagen des Papiers.

Musliminnen und Christinnen aus unterschiedlichen Kirchen beim Tag des christlich-islamischen Dialogs 2014 in Krefeld (Foto: EKiR) Musliminnen und Christinnen aus unterschiedlichen Kirchen beim Tag des christlich-islamischen Dialogs 2014 in Krefeld (Foto: EKiR)

„Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ ist der Titel der neuen Arbeitshilfe, die die Kirchenleitung in diesen Tagen an die Presbyterien der rheinischen Kirchengemeinden verschickt hat. Die Arbeitshilfe regt die Diskussion in der rheinischen Kirche darüber an, die Landessynode wird diese Diskussion 2018 dann auf einer breiten Basis führen.

Die neue Arbeitshilfe sollte ursprünglich eine überarbeitete Fassung der im September 2001 erschienenen Broschüre „Mission und Dialog in der Begegnung mit Muslimen“ werden und auch die Folgen, die sich durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 für den christlich-muslimischen Dialog ergeben, aufarbeiten. Dass nun sogar eine Neufassung vorliegt, ist der Tatsache geschuldet, dass „sich die gesellschaftliche Situation und das Zusammenleben mit Muslimen in unserem Land sehr verändert haben“, wie Präses Manfred Rekowski im Vorwort schreibt.

Die nun vorgelegten Texte betonen: Es geht um Gottes Heilswillen für alle Völker. Gegenstand von Mission ist nach diesem Verständnis Gott selbst und nicht etwa die Kirche. Gottes Mission reicht über das hinaus, was die Kirche zu leisten vermag. Deshalb gilt es im Verhältnis von Christen und Muslimen auch, den gemeinsamen Auftrag zu erkennen.

Arbeitshilfe der EKiR Arbeitshilfe der EKiR

Jeder manipulativen Form von Mission erteilt der Text eine Absage. Nicht Bekehrung um jeden Preis sei das Ziel. „Die Lehre Jesu soll in der Welt, unter den Völkern, bekannt gemacht werden. Wer zum Glauben kommt, der soll getauft werden. Eine zwangsläufige Abfolge ist damit nicht gemeint“, heißt es in der Arbeitshilfe. Die Arbeitshilfe betont vielmehr das wechselseitige Zeugnis von Christen und Muslimen, bei dem es auch darum geht, was Christen im Dialog mit Muslimen zu lernen hätten: Was ist die ,Mission’ der Muslime für uns?“

Wichtig sei daher, sprachfähig im eigenen Glauben zu werden, wie die rheinische Ökumenedezernentin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, sagt und an diesem Punkt ein Defizit bei Christinnen und Christen ausmacht. Viele täten sich schwer, Zeugnis von ihrem Glauben an den dreieinigen Gott abzulegen.

Dr. Beate Sträter, Vorsitzende des Arbeitskreises Christen und Muslime in der rheinischen Kirche, erklärt dazu: „Gerade in der Vielfalt bedeutet dies, dass ich über das was mich trägt und was ich glaube Auskunft gebe. Nur wenn wir erkennbar sind, als Christen, als Muslime, können wir auch von dem anderen etwas lernen, in seinem Glaubensleben vielleicht einen Aspekt entdecken, der uns verlorengegangen ist oder den wir nicht mehr so ernst nehmen. Das ist etwas anderes, als eine Laissez-faire-Haltung, der Kölner würde sagen „Jeder Jeck is anders“ (mehr dazu im Interview mit Dr. Sträter, Link unten).

 

 

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EKiR / ala / 14.10.2015



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