Termine
Donnerstag, 28.07.2016 16:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
und sonst
Büchercafé und Kleiderladen
Freitag, 29.07.2016 18:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
und sonst
„Die Bibel tanzen“ – meditative Andacht mit Tanz
Donnerstag, 11.08.2016 16:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
und sonst
Büchercafé und Kleiderladen
mehr
Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 28.07.2016

So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

Hosea 12,7

mehr
Service

Ev. Familienbildungsstätte

Mythen über die moderne Kinderwelt?

Früher war nicht alles besser - auch nicht für Kinder, die etwa in der Nachkriegszeit unter anderen Bedingungen aufwuchsen als heute. Empathische und kompetente Vorbilder waren und sind wichtig, so Prof. Dollase beim Pädagogischen Fachtag in der FBS.

Isoliert aufwachsende Einzelkinder im vollvernetzten Kinderzimmer, durchgetaktete Zeitpläne für Schule ebenso wie Freizeit und Familienbande, die in die Brüche gehen - Wer über Kindheit unter aktuellen Umständen nachdenkt, kann schnell zum Pessimisten werden. Und dennoch: Prof. Rainer Dollase, Erziehungswissenschaftler und Referent beim diesjährigen Pädagogischen Fachtag in der Familienbildungsstätte, riet bei seinem Vortrag zu einem gerüttelt Maß an Gelassenheit.

Ja, die Lebensumstände haben sich geändert in den vergangenen Jahrzehnten, das räumte der emeritierte Hochschullehrer der Universität Bielefeld gerne ein. „Aber aus Veränderungen der Außenwelt lässt sich nicht ohne Weiteres auf Veränderungen der Kindheit schließen“. Kaum einer der gern tradierten „Veränderungsmythen“ blieb von der Kritik des Referenten verschont: Vereinsamte Einzelkinder? – Nachteile seien nicht nachweisbar, Einzelkinder erwiesen sich sogar als geselliger. Strenge Freizeitstundenpläne? – Planung und Verabredungen sind sinnvolle Problemlösungsstrategie. Negative Auswirkungen des TV-Konsums? Der Einfluss gleichaltriger Spielkameraden auf die Entwicklung sei viel größer. 

Gemeinsam mit den rund 70 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern, die meisten selber in pädagogischen Berufen tätig, nahm Dollase den (vermeintlichen) Zeitenwandel unter die Lupe: Gibt es heute nicht mehr Gewalt auf den Schulhöfen als früher? „Kannte vergessen!“ so die eindeutige Absage des 71-jährigen Gastreferenten, der an die 50er Jahre erinnerte, in denen es wiederholt zu „Halbstarkenkrawallen“ kam. Er präsentierte einen Zeitungsbericht aus Dortmund, wo nach Filmvorführungen wie „Saat der Gewalt“ 4000 junge Menschen randalierend durch die Straßen zogen, Autos wurden beschädigt, es kam zu Schlägereien. Letztere seine auch auf den Schulhöfen an der Tagesordnung gewesen. „In einem Maße, das heute eine Schulkonferenz nach der anderen nach sich zöge“, so Rainer Dollase.

Dennoch machte der Erziehungswissenschaftler auch kritische Trends im heutigen Kinderalltag aus: Der „Mythos Gruppe“ stand im Mittelpunkt seiner Kritik. Die Betreuung und das Lernen in Gruppen Gleichaltriger sei nicht für alle Kinder optimal, so Dollases Plädoyer. Außerdem seien Kinder heute auch mit gestiegenen Ansprüchen ihrer eigenen Eltern konfrontiert. „Die berufstätigen Erwachsenen stehen unter Stress, möchten, dass ihre Kinder folgsam und brav sind und fühlen sich schneller gestört, wenn das nicht der Fall ist.“

Durch größeren Betreuungsbedarf werden Kinder heute früher und länger in Spielgruppen betreut, auch im Schulunterricht hielt Gruppenarbeit in den vergangenen Jahren Einzug. Doch „die Gruppe ist kein Allheilmittel“, warnte Prof. Dollase. Nicht alle Kinder profitierten vom gemeinsamen Spielen und Lernen in der Gruppe. Kinder können sich gegen Mobbingversuche untereinander nicht gut zur Wehr setzen, nicht alle Talente kommen zur Entfaltung, wenn man Gruppe zu sehr sich selber überlässt. „Wir lassen den Kindern in der Gruppe oft zu viel Freiheit, sich gegenseitig zu diskriminieren“, warnte Prof. Dollase die über 70 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer.

Stattdessen warb er für einen gelassenen, herzlichen und authentischen Erziehungsstil mit direkten pädagogischen Impulsen für die Kinder. „Kinder lernen durch eigene Erfahrung und durch kompetente Vorbilder“. Konstanten der Kongnition blieben unangetastet durch den Wandel der Zeitläufte, so der Wissenschaftler. Heute ebenso wie früher seien Lehrer und Erzieher erfolgreich, wenn sie durch Sympathie und Kompetenz bei den Kindern Glaubwürdigkeit zu erwerben.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 27.02.2015



© 2016, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung