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Mülheim nascht fair

Eine fair produzierte Mülheim-Schokolade kann man ab sofort im Weltladen an der Kaiserstraße und in der MST-Touristinfo kaufen. Das ist das Ergebnis eines Projektes des GMÖ gemeinsam mit der Realschule Broich.

Präsentation der fairen Mülheim-Schokolade in der Evangelischen Ladenkirche. Präsentation der fairen Mülheim-Schokolade in der Evangelischen Ladenkirche.

Mülheim nascht ab sofort fair, dafür sorgen die Achtklässler der Realschule Broich. Gemeinsam mit Claudio Gnypek, Bildungsreferent vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) der evangelischen Kirche haben sie eine Verpackung im unverkennbaren Mülheim-Design entwickelt. Mit dem aufgedruckten Slogan „fair schmeckt mh“ kommt die Schokolade nun in den Verkauf und ist ab sofort im Weltladen an der Kaiserstraße und in der MST-Touristinfo erhältlich.

„Bisher habe ich Fairtrade-Produkte eher nicht beachtet, durch das Schokoprojekt hat sich das verändert“, berichtet Michael Reiter (13) aus dem Wahlpflichtkurs „Design“ bei der Vorstellung der Mülheim-Schokolade in der Evangelischen Ladenkirche. Er hatte sich um die Typographie auf der Schoko-Verpackung gekümmert. Andere Schüler hatten die Mülheimer Skyline entworfen, die zusammen mit einer Abbildung der Camera Obscura ebenfalls auf dem Cover zusehen ist. Aus verschiedenen Entwürfen haben sie die besten Elemente ausgewählt und gemeinsam weiter verfeinert.

Die Gestaltung war nicht dem Zufall überlassen, sie lehnt sich mit der Camera-Obscura-Abbildung an die Verpackung des bekannten fair gehandelten „Mülheim Kaffes“ an. Damit erfüllten die jungen Gestalterinnen und Gestalter eine wichtige Vorgabe, denn schließlich sollen Kunden die fairen Mülheim-Produkte im Ladenregal schnell wiedererkennen. „Die Schülerinnen und Schüler sind sehr professionell an ihre Aufgabe herangegangen“, lobt Claudio Gnypek, der im Unterricht auch über die Umstände informiert hatte, unter denen Kakao in Schwellen- und Entwicklungsländern angebaut wird. Die Idee für das Schokoprojekt an der Realschule hat er gemeinsam mit Pfarrerin Karla Unterhansberg entwickelt, die dort Religion unterrichtet. Für interessierte Schulklassen und Gruppen stellt der GMÖ auch den „Schoko-Koffer“ mit didaktischen Materialien zum Thema zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Design mit Lehrerin Regina Behrendt und GMÖ-Bildungsreferent Claudio Gnypek. Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Design mit Lehrerin Regina Behrendt und GMÖ-Bildungsreferent Claudio Gnypek.

Den Mülheimer Geschmack trifft die Mülheim-Schokolade nicht nur mit Lokakolorit auf der Verpackung, sondern auch mit dem Inhalt in Vollmilch, Noisette, Weiße Vanille und Zartbitter. Die fair produzierte Schokolade mit Kakao aus Kolumbien kommt von der Wuppertaler Fairhandelsgesellschaft gepa und kommt in der mölmschen Variante für 1,60 Euro in den Verkauf. Wenn Mülheimer Reisegruppen oder Firmen die Schokolade als Präsent verwenden möchten, freuen sich die Initiatoren über Anfragen und liefern auch gerne größere Kontingente. Auch weitere Verkaufsstellen werden gerne in den Vertrieb mit aufgenommen (Kontakt: gnypek@kirche-muelheim.de).

Mit der fair produzierten Schokolade beteiligen sich die Schüler und der Gemeindedienst für Mission und Ökumene an der europaweiten Kampagne „Make Chocolate fair“ des inkota-Netzwerkes und können sich dabei auf einen breiten lokalen Unterstützerkreis verlassen. Die Katholische Kirche in Mülheim unterstützt das Projekt ebenso wie der Weltladen, das Eine-Welt-Forum Mülheim und das Netzwerk Faire Metropole Ruhr. Die Synode des Kirchenkreises An der Ruhr hatte im Mai beschlossen, die Kampagne „Make chocolate fair“, zu unterstützen.

Von den Broicher Realschülern gestaltete Schoko-Verpackung Von den Broicher Realschülern gestaltete Schoko-Verpackung

Zur Vorstellung der Mülheim-Schokolade war auch Jennifer Mumbure, Referentin des inkota-Netzwerkes, nach Mülheim gekommen. In ihrem Vortrag informierte sie die Gäste in der Evangelischen Ladenkirche über die Situation der Kakaobauern in den Erzeugerländern. Dabei gibt es viel zu verbessern. Ausbeuterische Arbeitsbedingungen sind an der Tagesordnung. Die Kampagne "Make chocolate fair" setzt sich ein für eine faire Bezahlung der Kakaobauern, die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette, die Unterstützung der Erzeuger bei nachhaltiger Landwirtschaft und für eine unabhängiges Zertifizierungs- und Kontrollsystem der Schokoladenproduzenten. Die Kreissynode An der Ruhr hatte im Mai beschlossen, die Kampagne zu unterstützen. „Make Chocolate fair“ sammelt europaweit Unterschriften, die 2015 an internationale Schokoladenproduzenten übergeben werden.

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ala / 14.11.2014



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