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Heißen

Abschied von der Friedenskirche

Als Ort der Erinnerung wird die Heißener Friedenskirche fortbestehen. Die Gemeinde plant, das Gebäude an einen privaten Investor abzugeben, der dort eine Urnenbegräbnisstätte einrichtet.

Friedenskirche am Humboldthain, Foto: B. Barfuß Friedenskirche am Humboldthain, Foto: B. Barfuß

Die Evangelische Kirchengemeinde Heißen plant, die Friedenskirche an einen Investor zu verkaufen, der nach den erforderlichen behördlichen Genehmigungen das Gebäude erhalten und zu einer Urnengrabstätte umbauen will. Der Kaufvertrag soll noch in diesem Jahr vorgelegt und nach endgültiger Genehmigung durch die Landeskirche rechtskräftig werden. Pfarrer Wolfgang Sickinger: "In der Gemeinde findet das Konzept bei allem Bedauern über den Verlust der Kirche große Zustimmung. Alternative Nutzungen wurden bedacht und sind im Ergebnis entweder nicht finanzierbar oder würden den Abriss der Kirche zur Folge haben. Deshalb ist diese Variante zurzeit die Sinnvollste."

Um die Gemeindefinanzen solide zu halten, hatte das Presbyterium (von den Gemeindemitgliedern gewähltes Leitungsorgan) der Evangelischen Kirchengemeinde Heißen bereits im November 2013 beschlossen, sich von der Friedenskirche zu trennen. Hintergrund ist, dass der gesamtkirchliche Trend auch vor der Heißener Gemeinde nicht Halt macht. Man sieht sich mit zurückgehenden Gemeindemitgliederzahlen (aktuell 6600, vor zehn Jahren 2004 noch 7500) und langfristig sinkenden Kirchensteuereinnahmen konfrontiert. Zwischenzeitlich war die Aufgabe der Kirche, die auch multifunktional für Gemeindegruppen und Veranstaltungen genutzt wurde, in einer Gemeindeversammlung bekannt gegeben und erörtert worden. Gruppen, die sich bislang in der Friedenskirche trafen, wechseln nun in die verbleibenden Kirchen und Häuser der Evangelischen Kirchengemeinde Heißen an der Gnadenkirche am Heißener Markt und an der Erlöserkirche am Sunderplatz.

Am zweiten Adventssonntag hatte die Gemeinde einen Abschieds- und Entwidmungsgottesdienst gefeiert. Er stand unter dem Motto „Mein Platz in der Gemeinde – zwischen Himmel und Erde“. Gemeinsam mit Künstler Alfred Dade hatten sich im Herbst Gemeindemitglieder Gedanken über ihren bisherigen und zukünftigen „Platz in der Gemeinde“ gemacht. Die kreativen Ergebnisse waren Teil des Gottesdienstes.

„Trotz aller Bemühungen den Menschen den Weg zu den benachbarten Gemeindezentren Gnadenkirche und Erlöserkirche zu eröffnen, ist es traurig, dass ein wichtiger Teil der Heißener Gemeindegeschichte nun zu Ende geht. Viele Menschen müssen ihre lieb gewonnene kirchliche Heimat zu Gunsten neuer Orte eintauschen“, sagt Pfarrer Wolfgang Sickinger, Vorsitzender des Presbyteriums. Die Kreativ-Aktion „Mein Platz in der Gemeinde – zwischen Himmel und Erde“ war ein erster Schritt in diese Richtung und für Pfarrerin Anja Collenberg, die das Projekt begleitete, durchaus ein Hoffnungszeichen: „Die Menschen, die an dem Projekt teilgenommen haben, haben sich auf den Weg gemacht. Sie geben Hoffnung, dass mit dem Ende auch etwas Neues beginnt: Dass man sich gemeinsam auf die Suche macht nach neuen Plätzen, nach neuen Formen des gemeinsamen Lebens und Glaubens.“

 

 

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ala / 09.12.2014



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