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Besuch aus der Generationen-WG

Aus dem Leben in der Mehrgenerationen-WG und von der Notwendigkeit nachbarschaftlichen Engagements berichtete Henning Scherf, früherer Bremer Bürgermeister und aktuell Aktivist für ein selbstbestimmtes Leben im Alter in der Friedenskirche.

Henning Scherf in der Friedenskirche Henning Scherf in der Friedenskirche

„Grau ist bunt – Was im Alter noch möglich ist“, war der Nachmittag mit Henning Scherf in der Heißener Friedenskirche überschrieben. Die rund 200 Besucherinnen und Besucher mischten rege mit bei der Fragestunde mit dem Promi, Buchautor und Vordenker aus Bremen. „Früher war das Altwerden mal ein Nischenthema“, erinnerte sich Scherf an sein Berufsleben in der Politik zurück. „Heute sind wir mittendrin im demografischen Wandel.“

Dass seine Lebenserwartung 30 Jahre höher ist, als die seiner Großeltern, sieht Henning Scherf als Glücksfall. Nicht jeder im Saal will das uneingeschränkt teilen. „Wäre schön, wenn der Körper sich regenerieren würde“, meint der Herr aus der ersten Reihe. Auch er habe sein Paddelbot verschenkt und die Laufschuhe n den Nagel gehängt, räumt der Zwei-Meter-Mann aus Bremen ein. Erfüllung findet er nun in anderen Dingen: dem Engagement für „Pan y Arte“ oder beim Singen im Bremer Rats-Chor, neuester Eintrag auf der Liste der Hobbys: die Ölmalerei.

Die wenigsten waren allerdings gekommen, um mit Henning Scherf über Freizeitgestaltung im Ruhestand zu sprechen. Bis ins praktische Detail hingegen waren die Besucher in der Friedenskirche interessiert an der Organisation des WG-Lebens im Mehrgenerationenhaus. Der 73-Jährige lebt seit 1987 in einem Haus mit eigenständigen Wohnungen für Paare und Singles. Es gibt keine Gemeinschaftsräume und jede Wohnung hat eine eigen Küche und ein eigenes Bad. Und dennoch ist der Zusammenhalt groß: „Bei uns schließt keiner die Tür ab“, berichtete Scherf aus seiner WG. Es gibt regelmäßig Einladungen zum gemeinsamen Essen und Freizeitunternehmungen miteinander.

In der Friedenskirche entwickelt sich fast eine familiäre Plauderstunde als man nach und nach Scherfs Mitbewohner kennen lernt; den Priester und den Agnostiker, die Lehrerinnen und die „jungen Leute“, wegen des angestrebten Generationen-Mixes ausdrücklich gewünscht. Auch wenn jeder seine eigene Wohnung hat, teilt man doch viel miteinander: Zeit beim gemeinsamen Essen oder die reichlich vorhandenen Bücher, die im ganzen Haus verteilt stehen.

Bezahlt wird die Unternehmung Mehrgenerationenwohnen im Scherf’schen Modell durch drei Eigentümer, die beim Einzug je eine Etage des Hauses gekauft haben, alle anderen wohnen zur Miete. „Und was ist, wenn einer auszieht?“ „Und das Erbrecht?“ – die Heißener wollten es genau wissen. „Alles gar nicht so schwierig wie es scheint“, machte Scherf seinen Zuhörern Mut. „Das regelt Ihnen jeder Notar.“

Wer die Botschaft hören wollte, vernahm den Referenten nicht nur den Plauderton. „Wenn wir damit rechnen, dass der Staat oder die Diakonie sich aller unserer Gebrechen annimmt, werden wir eine Enttäuschung erleben“, warnte Scherf. Auch das eingeworfene Argument, es werde stets an der Pflege gespart und für andere Zwecke unnütz öffentliches Geld ausgegeben, winkte er nicht durch. „Unsere Pflegeprobleme sind nicht allein mit Geld zu lösen. Das Hauptproblem sind wir, die wir uns nicht mit der eigenen Situation beschäftigen.“

Ein Beispiel zur Nachahmung hatte der Vortragsgast auch mitgebracht. Scherf berichtete von einem Kreis alleinstehender älterer Frauen, die sich reihum zum Mittagessen einluden, statt in den eigenen vier Wänden am Butterbrot zu mümmeln, weil sich das Kochen ja kaum noch lohnt. „So spart jeder Geld und ist nicht mehr allein“. Scherf appellierte an „alle, die sich noch etwas zutrauen: Gucken Sie, wo Sie sich einklinken können.“

 

 

 

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ala / 26.01.2012



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