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Den Deeskalationskoffer gepackt

Courage kann man trainieren, 17 junge Erwachsene haben das gemeinsam mit der Evangelischen Jugend getan und sich intensiv im Umgang mit Konflikten geschult. Dafür wurden sie nun als "Couragetrainer" zertifiziert.

Handfeste Übungssituation mit LupeHandfeste Übungssituation mit "Batakas"

„Die ,Gasse‘, die hatte es wirklich in sich“, erinnert sich Devon Splieth (22) an eine der vielen praktischen Übungen im Couragetrainer-Seminar der Evangelischen Jugend. Der ehrenamtliche Gruppenleiter aus der Gemeinde Broich-Saarn ist einer von 17 jungen Erwachsenen, die nun nach fünf Wochenend-Seminaren als „Couragetrainer“ zertifiziert wurden.

Und durch die „Gasse“, da mussten sie alle durch: Provozierend und pöbelnd kam die Seminarleiterin jeweils einem Teilnehmenden entgegen. „Und wir mussten uns entscheiden: Wie gehe ich an ihr vorbei?“ erzählt Devon. Direkt anschauen oder lieber nicht? Ansprechen? - Patentrezepte gibt es nicht, auch das haben die Teilnehmenden, meist ehrenamtlich Aktive aus der evangelischen Jugendarbeit, gelernt.

Das Courage-Trainer-Seminar vermittelt Rüstzeug zum Umgang mit Konflikten: Mutig einschreiten, wenn es möglich ist und deeskalieren, wenn die Chance sich bietet. Gemeinsam mit den Trainerinnen Melanie Roth und Heidi Siebers von der Gewaltakademie Villigst haben alle viel gelernt: über Gruppendynamik und Mobbing und darüber, welche Strukturen Gewalt begünstigen können. Nicht zuletzt auch viel über sich selbst. „Wir haben die Teilnehmenden immer wieder in den Spiegel schauen lassen“, berichtet Trainerin Melanie Roth. Nur wer seine eigene Rolle reflektiert, kann sinnvoll eingreifen.

Devon Spliedt, Max Berges und Inga Koch (v.l.) berichten vom Couragetraining. Devon Spliedt, Max Berges und Inga Koch (v.l.) berichten vom Couragetraining.

Mut, Selbstsicherheit, Zielstrebigkeit und sogar einige Strategien der „paradoxen Intervention“, das haben alle in ihren „Deeskalationskoffer“ gepackt, berichtet Inga Koch. Die 20-jährige hat die fünf Wochenenden gerne investiert. „Konflikte treten immer auf, nicht nur in unseren Jugendgruppen, aber dort natürlich auch. Man kann sie nicht vermeiden, sondern muss sinnvoll damit umgehen“, sagt Inga Koch, dafür fühlt sie sich nun besser gerüstet. Sie macht Jugendarbeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Broich-Saarn und studiert Soziale Arbeit.

Körperlich robust ging es bisweilen zu beim Couragetraining. In der handfesten Auseinandersetzung erprobten sich die Teilnehmer beim Kampfspiel mit den „Batakas“, etwas Halbmeter langer Schaustoffschläger. Um Konfliktbewältigung im Haudrauf-Stil ging es nicht, vielmehr war ein Perspektivwechsel gefordert: Was passiert, wenn man selber Teil einer physischen Auseinandersetzung wird? „Selbstschutz geht immer vor“, erklärt Teilnehmer Max Berger. „Nicht immer kann man einschreiten. Wir haben gelernt, Konfliktsituationen zuerst sorgsam wahrzunehmen, dann zu beurteilen und danach passend zu handeln.“

 

Kooperationsfähigkeit war oft gefragt bei den Übungen, die die Couragetrainer gemeinsam absolvierten. Hier balancieren sie auf drei mobilen Schienen eine Kugel zu ihrem Ziel.

"So wird's gemacht!" Anleiten und erkären war nicht allein Sache der Trainerinnen.

Erst die Regeln absprechen, ...

... und dann loslegen beim Bataka-Kampf.

Erfolgreich zertifizierte Couragetrainer aus Mülheim.

Es gratulierten: Ralf-Erik Posselt, Gewaltakademie Villigst, ...

... Pfarrer i.R. Frank Kastrup, Vorstand der Stiftung "Jugend mit Zukunft", ...

... und Superintendent Helmut Hitzbleck.

Die erworbenen Kompetenzen sind nun in einem Zertifikat dokumentiert, das alle Teilnehmenden nach dem abschließenden Schulungstag mit nach Hause nehmen durften. Zur Feierstunde im Gemeindezentrum Kreuzkirche kamen Pfarrer i.R. Frank Kastrup, Vorsitzender der Stiftung „Jugend mit Zukunft“, die die Couragetrainerausbildung wesentlich finanziert hat, und Superintendent Hitzbleck, der den Teilnehmenden zur abgeschlossenen Fortbildung gratulierte: „Ein Konflikt ist schnell eskaliert, auch im Gemeindeleben, da ist es wichtig, das richtige Handwerkszeug dafür bereit zu haben.“

Für die 17 nun ausgebildeten Couragetrainer ist das Lernen mit der Zertifizierung nicht abgeschlossen. Sie treffen sich weiter mit dem bereits bestehenden „Hau rein“-Kompetenzteam der Evangelischen Jugend An der Ruhr, das eine Plattform für weiteren Austausch untereinander bereitstellt. Wer Beratung zum Umgang mit Gewalt sucht, kann sich jederzeit an das „Hau rein“-Team wenden.

Kontakt:
Simon Sandmann (s.sandmann@lukas-mh.de) und Iris Schmitt (iris.schmitt@kirche-muelheim.de)

 

 

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ala / 27.11.2012



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