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Kreissynode An der Ruhr

Kreissynode stößt Jugendkonzeption an und bringt Personalplanung auf den Weg

Der KSV soll eine Konzeption zur kreiskirchlichen Jugendarbeit erarbeiten und die Personalplanung geschieht künftig in zwei Regionen - das sind zwei der Beschlüsse, die die Kreissynode fasste. Die Tagung stand unter dem Eindruck der Anschläge in Paris.

Eine neue Konzeption für die kreiskirchliche Jugendarbeit brachte die Synode des Kirchenkreises An der Ruhr in ihrer Herbsttagung an diesem Wochenende zur Beschlussfassung im Frühjahr auf den Weg. Im Mittelpunkt des Superintendentenberichts stand die Flüchtlingssituation. Außerdem verabschiedeten die Synodalen ein Rahmenkonzept zur Personalplanung im Kirchenkreis An der Ruhr. Ein solches Konzept zu erstellen, ist für alle Kirchenkreise innerhalb der rheinischen Landeskirche verbindlich. Der zweite Verhandlungstag der Kreissynode war durch die traurige Aktualität der Anschläge in Paris geprägt.

Bericht des Superintendenten

Superintendent Hitzbleck ging in seinem Bericht zum Auftakt der Synode vor allem auf die Flüchtlingssituation und auf das Engagement der Stadtgesellschaft und der Kirchengemeinden ein. Trotz aller Ängste der Alteingesessenen, möglicherweise an Sicherheit und Wohlstand zu verlieren, „geschieht das Außergewöhnliche. Es sprengt alle Erwartungen und zerbröselt alle Befürchtungen“, sagte Superintendent Hitzbleck mit Blick auf die große Unterstützung für die Flüchtlinge: In den evangelischen Kirchengemeinden entstehen zurzeit Willkommenscafés, Deutschkurse und Unterstützergruppen. Die Vereinte Ev. Kirchengemeinde stellt das Haus Jugendgroschen kostenfrei als Unterkunft zur Verfügung und kümmert sich um die dort Ankommenden. Das Diakonische Werk kann gar nicht genug Sprachkurse anbieten. Zusätzlich gibt es Überlegungen, Gruppen zur Kleinkinderbetreuung einzurichten. Das Flüchtlingsreferat ist um eine halbe Stelle aufgestockt worden, um sich neben der bisherigen Klientel auch den Neuankömmlingen zuwenden zu können. Das Diakoniewerk Arbeit und Kultur mit der Mülheimer Tafel ist zu einer An-laufstelle für neuankommende Flüchtlinge geworden.

Dieses beachtenswerte Engagement geschehe oft aus einem „Trotzdem“ heraus. Die Gemeindeglieder engagieren sich, obwohl auch Neid und Angst zu spüren sind, obwohl Grenzen undurchlässiger gemacht und Barrieren höher gezogen werden. Christen täten in dieser Situation „das was, geboten ist“, so Superintendent Hitzbleck: „Sie werden Hilfsbedürftige egal welcher Farbe, welcher Herkunft, welchen Glaubens und welchen Alters als ihre Nächsten betrachten und behandeln. Sie werden sich der Ausbeutung von Menschen widersetzen und für fairen Handel eintreten.
(…)
Sie werden ihre Stimme gegen Gewaltherrschaft erheben und dafür plädieren, Verfolgten Obdach zu gewähren. Sie werden in vielen tausend kleinen und größeren Projekten kunterbunt und nebeneinander her die Alternative zum Status Quo erkennen lassen. Und das alles, obwohl sie wissen, dass die Verwandlung der Welt nicht in ihr Ermessen gestellt ist. Trotzdem.
(…)
Warum „trotzdem“? Weil sogar über der Wüste und Leere der Geist Gottes schwebt (Genesis 1, 2). Der wird die Welt nicht verlassen. Er wird Menschen motivieren, neben sich selbst auch die anderen in den Blick zu nehmen. Er wird helfen, es mit den Augen des Friedens, mit dem Blick auf die Bewahrung der Schöpfung und mit dem Mut zur Forderung nach Gerechtigkeit zu tun.“

Eine allzu leichtfertige Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Flüchtlinge mochte Superintendent Hitzbleck mit Blick auf die deutsche Geschichte dabei nicht gelten lassen. „Wer, wenn nicht wir, sollte Verständnis für eine Wirtschaftsflucht hinein in Wohlstand und Sicherheit haben?“ Und weiter: „Die Kunst der Politik wird darin liegen, den alteingesessenen Armen und der unteren Mittelschicht hierzulande eine deutliche Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen, wenn ihr die Flüchtlingsaufnahme und die Versorgung dieser Menschen nicht zum schwarz-braunen Fallstrick werden sollen.“

Kompletter Bericht siehe Download-Box unter diesem Artikel

 

Gedenken an die Opfer der Anschläge in Paris

Der Tagungsbeginn am zweiten Verhandlungstag stand ganz im Zeichen der verheerenden Anschläge des Vorabends in Paris. Die Synodalen gedachten der Opfer in einer Schweigeminute. Superintendent Hitzbleck: „Es gilt daran zu denken, dass Menschen durch Gewalt ums Leben gekommen sind und dass Angehörige verletzt und verstört zurückbleiben.“ In seinem Superintendentenbericht hatte er am Vorabend erklärt, dass Hilfe für Bedürftige das Gebotene sei. „Christinnen und Christen werden Hilfsbedürftige, egal welcher Farbe, welcher Herkunft und welchen Glaubens als ihren Nächsten betrachten und behandeln.“
Auch in der morgendlichen Andacht von Pfarrer Michael Manz war das Gedenken an die Geschehnisse von Paris das bestimmende Thema.
Kirchenrat Raphael Nikodemus erinnerte in seinem Grußwort an die im Januar von der Landessynode verabschiedete Erklärung „Gerade jetzt gemeinsam“: „Darin rufen wir auf, mit allen Friedenswilligen, ob Christen, Juden oder Muslimen, gleich welcher Religion, zusammenarbeiten.“
Oberbürgermeister Ulrich Scholten erinnerte an die Reaktion der Pariser, die nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo sagten „Wir lassen uns unsere Stadt nicht nehmen.“ Er warb dafür, gerade in der aktuellen Situation, die Herausforderung der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen weiter Hand in Hand gemeinsam anzugehen. „Dank und Anerkennung gilt dem großen Einsatz von Haupt- und Ehrenamtlichen."

 

Beratungen und Beschlüsse

Im Weiteren befasste sich die Synode mit konzeptionellen Fragen und turnusgemäß mit der Haushaltsplanung sowie Wahlen zu zwischenzeitlich vakant gewordenen synodalen Ämtern.

Für die kreiskirchliche Jugendarbeit soll der Kreissynodalvorstand bis zur Frühjahrssynode im Juni 2016 eine beratungsfähige Konzeption erstellen. Damit beauftragten die Synodalen das kirchliche Leitungsgremium per Beschluss. Aktuell sieht der Stellenplan des Kirchenkreises eine halbe Planstelle im Jugendreferat vor, sie ist zurzeit vakant. Die Kreissynode gab den Konzeptionsauftrag an den Kreissynodalvorstand weiter.

Bei der Personalplanung werden die Gemeinden des Kirchenkreises an der Ruhr künftig in zwei Kooperationsräumen zusammenarbeiten. Die Synode beschloss dazu das „Modell der regionalen Kooperationsräume in Verbindung mit dem Kirchenkreismodell“. Das bedeutet: Die Kirchengemeinden Broich-Saarn, Speldorf und die Anstaltsgemeinde bei der Theodor Fliedner Stiftung bilden künftig den Kooperationsraum „links der Ruhr“ und die Vereinte Ev. Kirchengemeinde bildet mit den Gemeinden Heißen, Markus und Lukas den Kooperationsraum „rechts der Ruhr“. In jeweiligen Regionalkonferenzen planen die Gemeinden gemeinsam die personelle Besetzung gemeindlicher Handlungsfelder. Anstellungsträger bleiben in diesem Fall die Gemeinden. Optional kann auch kooperationsraumübergreifend Personal eingestellt werden. In diesem Fall übernimmt der Kirchenkreis die Anstellungsträgerschaft. Zur Erstellung eines Personalplanungsgesetzes waren alle Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland durch ihre Landeskirche aufgerufen worden. Damit wird eine Stärkung der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit angestrebt.

Um das Verfahren zur Festsetzung der Mietwerte der Pfarrhäuser ging es bei einem weiteren Punkt der Verhandlungen. Die Kirchengemeinde Speldorf hatte zuvor gegenüber dem Landeskirchenamt Widerspruch gegen das Verfahren eingelegt. Iris Döring vom Landeskirchenamt gab als geladener Gast der Kreissynode Erläuterungen zum Vorgehen. Die Synodalen stimmten anschließend mehrheitlich dem Antrag der Kirchengemeinde Speldorf zu, das Thema der Landessynode zur Beratung weiterzuleiten.

Turnusgemäß standen auch die Entlastung von Jahresrechnungen, der Beschluss von Haushalts- und Stellenplänen für das kommende Jahr sowie einige Wahlen auf der Tagesordnung. Auf zwei vakante Stellvertreterposten im Kreissynodalvorstand wurden Peter Jansen (Kirchengemeinde Broich-Saarn) und Jürgen Jeppel (Vereinte Ev. Kirchengemeinde) gewählt. Kuratoriumsvorsitzende des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis An der Ruhr ist nun Dorothee Hartnacke (Kirchengemeinde Heißen), als Stellvertreter wurde Gordon Dietrich (Kirchengemeinde Broich-Saarn) gewählt. Dorothee Hartnacke wurde zudem als stellvertretende Abgeordnete zur Landessynode gewählt.


Stichwort: Synode

Die Kreissynode tagt mindestens einmal, oft zweimal im Jahr und ist das höchste Entscheidungsgremium, das „Parlament", eines jeden Kirchenkreises. Zu den Synodalen zählen alle Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie weitere gewählte Mitglieder aus den Gemeindepresbyterien (von den Gemeindegliedern gewählte Leitungsgremien). Die Synodalen entscheiden unter anderem über kreiskirchliche Finanzen, erarbeiten auch gemeinsame theologische und sozialethische Stellungnahmen und können Anträge an die Landessynode stellen. Die Synode verhandelt öffentlich. Zum Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr zählen rund zählen rund 54.600 Gemeindeglieder, davon rd. 6.200 in Essen-Kettwig.

 

 

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ala / 14.11.2015



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