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Flüchtlingsrefereat

Lampedusa war ganz nah

Notunterkünfte, Helfergruppen, Organisation am Rande des Möglichen - die Flüchtlingssituation in Mülheim ist nur ein Mosaikstein im Bild. Die Lesung "Ein Morgen vor Lampedusa" rückte in der Petrikirche die Lage an den EU-Außengrenzen in den Blick.

Fast wöchentlich neue Nachrichten über Flüchtlingsunterkünfte, auch Beschwerden darüber, dass nun eine Minigolfanlage oder Sporthalle nicht mehr zu nutzen sei, Verwaltung und Hilfsorganisationen, die am Rande des Machbaren arbeiten und auch jede Menge praktische Hilfe von Freiwilligen – das sind die Auswirkungen der Flüchtlingssituation, die die Mülheimerinnen und Mülheimer zurzeit in ihrer Stadt erleben.

Einen Blick auf die Situation an den EU-Außengrenzen warf der Kirchenkreis mit der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“, in der Petrikirche. Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender hatte sie nach Mülheim geholt. „In meiner täglichen Arbeit lerne ich natürlich nur diejenigen Flüchtlinge kennen, die überhaupt Deutschland erreicht haben. Leider schaffen das viele auch nicht, immer wieder ertrinken hunderte Menschen, die sich einen Platz in einem der überfüllten Boote erkämpft haben. Die Lesung verdeutlicht, welcher Weg hinter denjenigen liegt, die bei uns ankommen“, erklärt Annette Faßbender.
Schauspielerin Maria Neumann (Theater an der Ruhr), Inamaria Wronka (Mülheimer Initiative für Toleranz), Pfarrer Matthias Göttert (Vorsitzender des Synodalen Flüchtlingsausschusses), Rustem Sumo (Mülheimer, geboren in Syrien) und Khosrou Mahmoudi (Schauspieler) übernahmen die Rollen bei der Lesung. Dazu gab es Live-Gesang von Francesco Impastato von der Gruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“, der auch die Musik zur Lesung komponiert hat.

Mit schlichten aber eindringlichen Schilderungen von Augenzeugen, die schließlich zu Beteiligten wurden, zog die Lesung die rund 150 Besucherinnen und Besucher in ihren Bann. So hörte das Publikum in der Petrikirche die Berichte von Lampedusanern, die eigentlich nur kurz zum Angeln aufs Meer fahren wollten, und dann zu Rettern wurden - allerdings nicht für alle, die an diesem Morgen Schiffbruch erlitten hatten. Die Fischerboote waren schnell voll und die Küstenwache ließ auf sich warten.

Die vorgetragenen Augenzeugenberichte lieferte das Skript der Gruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ aus Hannover. Die Lesung wurde in Deutschland und Italien mittlerweile über 80 mal aufgeführt, weitere Termine sind geplant. „Ein Morgen vor Lampedusa“ wird stets als Benefizveranstaltung aufgeführt. Die Gäste in der Petrikirche spendeten 516,20 Euro für die Arbeit des Flüchtlingsreferates im Kirchenkreis.

Wichtiger Baustein für die Flüchtlingshilfe in Mülheim ist neben der finanziellen Ausstattung das ehrenamtliche Engagement, dies wurde in einer Gesprächsrunde mit geflüchteten, ehrenamtlich Engagierten und Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender im Anschluss an die Lesung deutlich. Auch im Kirchenkreis An der Ruhr wachsen derzeit viele Helfergruppen. Hier finden Interessierte die Möglichkeit, sich einzubringen.

Zeitgleich mit der Lesung wurde die Ausstellung „Europa, was machst du an deinen Grenzen?“ in der Petrikirche eröffnet. Auf 16 Rollups dokumentiert Inge Heck-Böckler (Eupen) mit Fotos die Situation an Grenzorten der EU, zu denen sie gereist ist. „Die Bilder öffnen den Blick über den Einzelfall hinaus“, erläutert Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender. „Dahinter steht der politische Appell für menschenwürdige und geregelte Wege der Zuflucht nach Europa.“ Ingeborg Heck-Böckler will auch künftig weitere Länder besuchen, um die Situation der Flüchtlinge weiter zu dokumentieren.

 

 

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ala / 06.10.2015



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