Termine
Samstag, 10.12.2016 18:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
Musik
Wie schön leuchtet der Morgenstern
Sonntag, 11.12.2016 12:00 Uhr
Mülheim an der Ruhr
Petrikirchenhaus, Pastor-Barnstein-Platz 2
und sonst
Büchercafé Las Torres
Sonntag, 11.12.2016 17:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
Musik
Adventskonzert in der Immanuelkirche
mehr
Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 10.12.2016

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.

Jeremia 23,5

mehr
Service

Neujahrsempfang

Hoffnungspreis für Flüchtlingshelfer - "Wir machen das"

Das kirchliche Engagement in der Gesellschaft stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges. Mit dem Hoffnungspreis wurden die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet.

Einen Ausblick auf kirchlich-gesellschaftliches Engagement und eine Ehrung für diejenigen, die sich konkret dafür einsetzen, das waren die bestimmenden Themen des Neujahrsempfangs, zu dem der Kirchenkreis An der Ruhr zu Beginn des neuen Kirchenjahres eingeladen hatte. Mit dem diesjährigen Hoffnungspreis wurden die ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Flüchtlingsarbeit der evangelischen Gemeinden ausgezeichnet.

Superintendent Hitzbleck: Gottes Friedens-Strategie eine Stimme verleihen“

Trost spenden, für Ausgleich sorgen, Deeskalieren, Frieden stiften – so skiz-zierte Superintendent Hitzbleck die christliche Tradition, die zugleich aktuelle Aufgabe ist „für alle, die in Gott einen Tröster finden“. Grundlage seiner Ansprache an die Gäste des kreiskirchlichen Neujahrsempfangs waren die Worte aus der Jahreslosung für das nun beginnende Kirchenjahr: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13).

„Wir Christen sollten darauf aufmerksam machen, dass es eine deeskalierende Tradition gibt, die etwas anderes will als Krieg. Sie will den Dingen auf den Grund gehen, aber nicht zerstören“, sagte Superintendent Hitzbleck am Abend vor dem Kabinettbeschluss, die Bundeswehr in den Einsatz nach Syrien zu entsenden. „Gottes Wege sind auf Ausgleich bedacht.“ Superintendent Hitzbleck warnte davor, auf die terroristischen Akte politisch unüberlegt zu reagieren. „Wir sollten Gott und seine Strategie ins Leben hinein holen, und ihm unsere Stimme verleihen, anstatt vorschnell aus dem Bauch heraus zu handeln.“

Mühlenfeld: Eine Kirche, die sich gesellschaftlich einmischt

Um das politisch-gesellschaftliche Engagement von Kirche ging es auch im Festvortrag der gerade aus dem Oberbürgermeisteramt geschiedenen Dagmar Mühlenfeld: „Kirche in der Bürgerschaft – ein Rückblick und Ausblick“. Die Mülheimer Oberbürgermeisterin a.D. beschrieb die Kirche, mit der sie in ihrer Amtszeit vielfach zusammen gearbeitet hatte, als starke Partnerin im lokalen Netzwerk, die sich zu allen Themen in die Stadtgesellschaft einbringt, „nicht nur zu den selbst gesetzten“.

Dagmar Mühlenfeld blickte zurück auf gemeinsam bearbeitete Themen: das Engagement der Diakonie in der offenen Ganztagsschule, die Arbeit vieler evangelischer Einrichtungen wie der Familienzentren, der Beratungsstelle oder der Ladenkirche. Als beispielhaft würdigte Dagmar Mühlenfeld die Zusammenarbeit bei der Errichtung des Hospizes, beim ökumenischen Gottesdienst für von der Stadt anonym Beigesetzte oder für das gerade errichtete Petrikirchenhaus. „Weder Stadt noch Kirche hätten diese Ergebnisse alleine erzielen können. Die breite Unterstützung für das Hospiz zeigt, wie sehr die Kirche mitten in der Bürgerschaft positioniert ist.“

Das Flüchtlingsthema gehöre „gerade jetzt, nach den Attentaten von Paris“ mit auf die Liste der gemeinsam zu bewältigenden Aufgaben. „Wir können gemeinsam dafür Sorge tragen, dass wir Ausgrenzung und rassistischer Diskriminierung beherzt entgegentreten. Die Stimme der Kirche ist unverzichtbar, wenn es um den Erhalt ethischer Standards geht.“

Für die Zukunft wünschte Mühlenfeld, „dass die Kirche sich noch stärker ins Mülheimer Bündnis für Familie einbringt und noch öfter zu einem Ort des bürgerschaftlichen Diskurses wird, zu dem sie selber einlädt.“ Um glücklich zu sein, bedürfe es eine Aufgabe und einer großen Hoffnung, zitierte sie die Literatin Ricarda Huch. „Einer sehr wichtigen Aufgabe nehmen sich nicht zuletzt auch die Hoffnungspreisträger an.“

Hoffnungspreis für die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe

Der alljährlich vergebene Hoffnungspreis des Kirchenkreises An der Ruhr geht in diesem Jahr an die ehrenamtlichen Aktiven in der Flüchtlingsarbeit. „Es braucht solche Menschen wie Sie, die zeigen, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen gelingen kann“, sagte Superintendent Hitzbleck in seiner Laudatio. Den mit 1500 Euro dotierten Preis bekommen die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer aus der Vereinten Ev. Kirchengemeinde, aus den Deutschkursen links der Ruhr und dem „Welcome-Meeting“ in der Ev. Lukaskirchengemeinde. Damit ist nur ein Ausschnitt der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit repräsentiert, die Geehrten stehen somit für viele andere, die sich ebenso in unterschiedlichen Aufgabenbereichen einsetzen. Der Kreissynodalvorstand verleiht der Helferinnen und Helfern den Hoffnungspreis „für Ihr beispielhaftes Engagement zur Entwicklung einer wertschätzenden Begrüßungskultur, Ihre mitfühlende Sorge um Menschen in existenzieller Not und Ihren hoch zu achtenden Beitrag zum Gelingen gemeinschaftlichen Zusammenlebens einander fremder Kulturen“, so Superintendent Hitzbleck in seiner Ansprache an die Preisträger.

„Der Preis macht uns Mut, weiterzuarbeiten“, sagte Raimund Schulz (ehren-amtlicher Organisator der Deutschkurse links der Ruhr). „Die Kanzlerin sagt ,Wir schaffen das‘ und wir sagen ,Wir machen das‘.“

Die Freude über die Auszeichnung war groß, auch bei Iris Schmitt, die als hauptamtliche Kraft die ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde unterstützt. Dort wurden zuletzt unter anderem zahlreiche „Willkommenstaschen“ für die nun ins Haus Jugendgroschen einziehenden Flüchtlinge gepackt. Ebenso groß war die Freude bei Ute Siegmund, die mit anderen Ehrenamtlichen gemeinsam das Styrumer „Welcome Meeting“ ins Leben rief. „Als wir erfuhren, dass die Häuser an der Gustavstraße mit Flüchtlingen belegt werden, haben wir sofort gesagt: Da müssen wir etwas tun“, erinnert sie sich. Und das Styrumer Angebot kommt gut an. Inzwischen besuchen auch einige Flüchtlinge aus dem Welcome-Meeting auch das Jugendbistro der Gemeinde und gehen dort Billard spielen, andere sind neue Mitglieder in der Kochgruppe des CVJM geworden.

Der diesjährige Hoffnungspreis wurde nicht für die Vollendung eines Projektes verliehen, sondern vielmehr für den hoffnungsvollen Beginn, so führte es Superintendent Hitzbleck aus. So gibt es auch in weiteren Gemeinden ehrenamtliche Teams, die teils in Kooperation mit anderen Akteuren, Hilfsangebote für Flüchtlinge machen. Neue Interessenten für ehrenamtliches Engagement sind stets willkommen. Informationen und Ansprechpartner findet man hier.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 01.12.2015



© 2016, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung