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für den 23.10.2018

Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.

5.Mose 29,28

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Besuch aus Nyakahanga

224 Krankenhausbetten für 700.000 Menschen - über den Klinikalltag im kirchlichen District Hospital Nyahakanga berichteten die tansanischen Partner des Ev. Krankenhauses Mülheim bei einem Besuch im "Diakonie Am Eck".

v.l.: Reverend Jeremiah Rugimbana, Oberin Doris Horn, Justine Kataraia, Hendrik Katzorke, Dr. Andrew Cesari, Dr. Joseph Kashashari, Superintendent Hillebrand und Pfarrerin Ursula Thomé (nicht im Bild: Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski) v.l.: Reverend Jeremiah Rugimbana, Oberin Doris Horn, Justine Kataraia, Hendrik Katzorke, Dr. Andrew Cesari, Dr. Joseph Kashashari, Superintendent Hillebrand und Pfarrerin Ursula Thomé (nicht im Bild: Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski)

Kinder zu bekommen, ist für junge Paare oft das allerwichtigste, berichtete die Besuchsdelegation aus dem Krankenhaus im tansanischen Nyakahanga. Und doch können Ärzte und Pfleger dort werdenden Müttern und anderen Patientinnen und Patienten nicht immer so helfen, wie es nötig wäre. Krankenhausleiter und Pfarrer Jeremiah Rugimbana, Augenarzt Dr. Joseph Kashashari, Pfleger Justine Kataraia, und der ärztliche Leiter Dr. Andrew Cesari sind zurzeit am Evangelischen Krankenhaus Mülheim zu Gast. Über ihren Alltag berichteten die Gäste aus dem Norden Tansanias  im „Diakonie am Eck“ beim Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Kirchenkreises.

Rund 3500 Mütter gebären im Krankenhaus in Nyakahanga jedes Jahr, das erfuhren Superintendent Gerald Hillebrand, Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski und GMÖ-Pfarrerin Ursula Thomé. „Hier, im Diakonie Am Eck, treffen sich viele Selbsthilfegruppen, zum Beispiel für Eltern, die ein Baby verloren haben“, hatte Superintendent Gerald Hillebrand den Gästen berichtet. Und diese erzählten über den Stellenwert von Kindern in ihrer Gesellschaft. Die Erwartungshaltung an Paare, Nachwuchs zu bekommen, sei sehr hoch, so würden Frauen auch nach Fehlgeburten oft viel zu schnell wieder schwanger, berichtete die Gäste. „Wir raten einigen davon ab, es zu schnell wieder zu versuchen, und doch kommen sie nach einem Jahr wieder zu uns in die Geburtsstation“. „Doch auch unsere Gesellschaft wandelt sich“, sagt Reverend Jeremia Rugimbana. „Früher waren Familien sehr darauf aus, nicht nur Kinder, sondern auch mindestens einen Jungen zu bekommen. Das ist schon nicht mehr so. Und in Zukunft wird es für Paare auch normaler werden, keine Kinder zu bekommen.“

Einen intensiven Austausch erlebten die Kirchenkreisvertreter und Gäste im Einen intensiven Austausch erlebten die Kirchenkreisvertreter und Gäste im "Diakonie Am Eck".

Das Mülheimer Partnerkrankenhaus in Nyakahanga versorgt mit 224 Betten einen Einzugsbereich von rund 700.000 Menschen. Das ländlich gelegene District Hospital, über 1000 Kilometer entfernt vom Wirtschaftszentrum Daressalam, wurde vor über 100 Jahren von deutschen Missionaren gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Ärzte und Pflegepersonal arbeiten mit großen Ambitionen, wollen zum Beispiel zusätzliche Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten schaffen für Frauen, die ihre Kinder verloren haben. „Außerdem gilt es neuen Krankheitsbildern zu entgegnen. Mit Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs sind wir in den letzten Jahren viel häufiger konfrontiert“, sagt Dr.  Andrew Cesari, leitender Mediziner in Nyakahanga.

Mittlerweile werden in Daressalam auch Herzklappen-OPs gemacht und Schrittmacher eingesetzt. Doch leisten kann sich das kaum jemand. Rund 20 Mio. tansanische Schillinge beträgt der Eigenanteil für eine Schrittmacher-OP. „Ich könnte die nicht bezahlen“, sagt der Arzt. Rund fünf Prozent seiner Patientinnen und Patienten sind krankenversichert. Behandelt werden Kinder, Senioren und schwangere Frauen trotzdem, ein finanzielles Risiko für die Kirche als Krankenhausbetreiber. 

Geschenke durften nicht fehlen: Dr. Andrew Cesari übergibt ein Tuch im Massai-Stil an Superintendent Gerald Hilebrand. Geschenke durften nicht fehlen: Dr. Andrew Cesari übergibt ein Tuch im Massai-Stil an Superintendent Gerald Hilebrand.

Finanziell kämpft der Krankenhausbetrieb mit existenziellen Herausforderungen: Der Staat leistet zurzeit nur 4 Prozent seines Anteils. „Die konfessionellen Krankenhäuser sind alle in der gleichen Lage“, erklärt Dr. Andrew Cesari. Lieferanten kündigen seinem Haus Verträge, weil Rechnungen nicht bezahlt werden können. Folglich bleiben dann auch die Lieferung für Seife, Medikamente und andere dringend benötigte Dinge aus. „60 Prozent der Patientinnen und Patienten müssen wir nach Hause schicken, ohne ihnen die eigentlich benötigten Arzneien oder Behandlungen zukommen zu lassen“, berichtet der leitende Mediziner, der in München einen Masterabschluss gemacht hat.

Knapp zwei Wochen ist die vierköpfige Delegation aus Nyakahanga nun in Deutschland. Gemeinsam mit Oberin Doris Horn und Partnerschaftskoordinator Hendrik Katzorke vom evangelischen Krankenhaus bekommen sie einen Einblick in den Stationsalltag, besuchen die Vereinte Evangelische Mission in Wuppertal, sind zu Gast in Gottesdiensten, zum Beispiel in der Saarner Dorfkirche, und  feiern nicht zuletzt mit vielen Mitstreitern im Krankenhaus  das zehnjährige Bestehen ihrer ganz besonderen Klinikpartnerschaft.

 

 

 

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ala / 05.06.2018



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