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für den 18.08.2018

Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen!

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Saarner Klostergespräche

Ökumenische Expedition ins Quartier

Wie können kirchliche Ankerpunkte im fluiden urbanen Kontext aussehen? Darüber diskutierten Stadtdechant Janßen, Superintendent Hillebrand und Metropolenforscher Prof. Gurr bei den Saarner Klostergesprächen.

Wie kann sich Kirche einbringen in ein urbanes Umfeld, in dem es keine selbstverständliche Relevanz, sondern viele individualisierte Lebensstile nebeneinander gibt? Dieser Frage gingen bei einer „Ökumenischen Expedition ins Quartier“ Superintendent Gerald Hillebrand und Stadtdechant Michael Janßen gemeinsam mit Metropolenforscher Professor Jens Martin Gurr (Universität Duisburg-Essen) und Moderator Dr. Jens Obloth (Katholische Akademie „Die Wolfsburg“) bei den „Saarner Klostergesprächen“ nach, zu denen die Akademie eingeladen hatte.

„Wir müssen raus aus unseren weihrauchgeschwängerten Räumen“ forderte Stadtdechant Michael Janßen. „Sich in der Bildungsarbeit engagieren, zu Straßenfesten einladen oder auch zum Urban Gardening“, nannte Metropolenforscher Prof. Gurr Beispiele für praktisches Engagement der Kirchen, das Menschen im „fluiden“ urbanen Raum Anknüpfungspunkte bieten kann. Vor allem unverbindliche Andockstellen seien gefragt. Solche, so Prof. Gurr, „wo man erstmal nichts von sich preisgibt, sich nicht bekennen muss.“ „Wer Wert auf eine individuelle Glaubenspraxis legt, wird vermutlich nicht an die Tür einer Kirchengemeinde klopfen, hinter der er eine eher traditionelle Kirchlichkeit vermutet“, räumte Superintendent Gerald Hillebrand ein. Gerade jüngere Menschen suchten nicht nur Gemeinschaft, sondern auch Freiräume in der Spiritualität, beobachtete Prof. Gurr.   

Unternahmen gemeinsam die Unternahmen gemeinsam die "ökumenische Expedition" (v.l.): Moderator Dr. Jens Obloth (Wolfsburg), Stadtdechant Michael Janßen, Superintendent Gerald Hillebrand und Prof. Dr. Jens Martin Gurr.

Und dennoch gebe es konfessionelle Angebote in der Stadt, die von vielen Menschen geschätzt würden, auch über kirchennahe Milieus hinaus, betonte Superintendent Hillebrand. „Viele Mülheimerinnen und Mülheimer kommen zum Beispiel in die Kurse unserer Familienbildungsstätte, weil sie dort an eine Gemeinschaft anknüpfen können, die auch über die Kurse hinaus geht. Ähnliches gilt auch für die KiTas der Kirchengemeinden.“ Und der Forscher machte den überwiegend kirchenverbundenen Zuhörerinnen und Zuhörern im Mülheimer Kloster Saarn Mut. „Es gibt doch ein gewisses Grundvertrauen darin, dass die Menschen, die zum Beispiel in kirchlichen KiTas arbeiten, das mit Überzeugung und Herzblut tun. Viele Eltern finden außerdem, dass es ihren Kindern gut tut, in der KiTa etwas von der biblischen Botschaft mitzubekommen, auch wenn sie gar nicht unbedingt selber glauben.“

Um weiterhin Menschen in der Stadtgesellschaft zu erreichen, sei es wichtig, dass die Kirchen sich auf Augenhöhe mit „anderen Playern“ zusammentun. „Das können die Kommunen sein, Interessengemeinschaften aus der Wirtschaft und warum nicht auch der lokale Sportverein?“ Solche Fäden aufzunehmen, sei am Anfang oft schwierig, räumte der Forscher ein. Doch es lohnt sich, auch wenn es eine Anlaufzeit über Jahre hinweg braucht.“

Dieser Herausforderung haben die Kirchen sich zu stellen, da waren sich der oberste Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche in der Stadt schnell einig. „Wir müssen schauen, wo es gemeinsame Ziele mit weiteren Akteuren gibt und dann mit ihnen zusammenarbeiten“, so Superintendent Hillebrand. Ausdrücklich eingeschlossen: der interreligiöse Dialog. „Hier kann und muss noch mehr getan werden“, schloss sich Stadtdechant Michael Janßen an. In ökumenischer Gemeinschaft sei man ohnehin schon in vielen Seelsorgefeldern aktiv wie etwa in der Krankenhaus- oder Notfallseelsorge. Als ökumenisches Highlight nannten beide das Inklusionsfest von Caritas und Diakonie im vergangenen Jahr auf dem Kirchenhügel.

Wichtig sei, die Geschichte vom Wandel inklusiv zu erzählen, betonte Metropolenforscher Gurr, der auch intensiv mit Stadtplanern zusammenarbeitet. Gleich, ob vom Strukturwandel im Ruhrgebiet oder vom Wandel der Volkskirchen erzählt werde, es ginge immer darum, niemanden vom Erzählstrang abzuhängen. „Wir finden auch immer wieder neue Menschen, die bereit sind, sich bei uns zu engagieren, zum Beispiel in den Netzwerken“, berichtete Superintendent Gerald Hillebrand. „Wer mitmacht, tut das dann meist projektorientiert und nach eigenen Wünschen. Das müssen wir anerkennen. Also setzen auch die Netzwerke bei den Interessen der Mitmacenden und nicht bei denen der Gemeinde an.“

„Mehr Erprobungsräume schaffen“ für neue und andere kirchliche Orte, das wurde als Wunsch aus dem Publikum eingebracht. Die Kirchenvertreter nahmen dabei gerne die Ökumene in den Blick: „Warum nicht kirchliche Räume gemeinsam nutzen?“ fragte Superintendent Gerald Hillebrand, während der Stadtdechant sich wünschte, einmal über theologische Grundlagen für eucharistische Gastfreundschaft nachzudenken.

 

 

 

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05.06.2018



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