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"Kirche mit leichterem Gepäck"

„Kirchenleitung im Dialog“ hieß es bei der Regionalveranstaltung in Oberhausen. Thema war das Kürzen in der Landeskirche. Keine fertigen Lösungen, eher eine Lagebestimmung konnten die Besucher mitnehmen.

Präses Manfred Rekowksi bei der Diskussion in Oberhausen-Königshardt (Foto: Ruth Levin) Präses Manfred Rekowksi bei der Diskussion in Oberhausen-Königshardt (Foto: Ruth Levin)

Mit 35 Prozent Haushaltseinsparungen - 20 Mio Euro - bis 2018 will die Landeskirche die Finanzlöcher in ihrem Haushalt stopfen. Wie das geschehen kann, ist Gegenstand bei regionalen Veranstaltungen unter dem Titel „Kirchenleitung im Gespräch“. Dazu kamen zahlreiche PfarrerInnen, PresbyterInnen, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende aus Gemeinden, Kirchenkreisen und auch aus der Landeskirche nun in die gut gefüllte Kirche in Oberhausen-Königshardt.

Zwei Defizite gelte es „dringend auszuräumen“ führte Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident und damit leitender Jurist der Landeskirche, ins Thema ein: Zum einen weise der Haushalt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) ein strukturelles Defizit von 8 Mio. Euro auf, zum anderen verfüge die Versorgungskasse, aus der die Pensionen finanziert werden, über eine „sehr eingeschränkte Kapitaldeckung“. Und Letzteres sei das „wirtschaftlich weitaus größere“ Problem. Zu lösen seien beide Probleme im Finanzrahmen des bestehenden 10-Prozent-Anteils an der Kirchensteuer, die die Landeskirche per Umlage erhalte.

Die Kapitaldeckung der Rheinischen Versorgungskasse liege zwischen 27 und 34 Prozent, erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer im Kirchenschiff am Buchenweg. Erforderlich sind laut EKD mindestens 70 Prozent. Damit liege die Rheinische Kirche bundesweit auf dem letzten Rang unter den Landeskirchen. Wie dieses Defizit über lange Zeit nicht bemerkt werden konnte, war Gegenstand kritischer Nachfragen während des Gesprächsabends in Oberhausen. Lösungsansätze soll eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern von Landeskirche, Kirchenkreisen und Gemeinden bis zur Synode 2015 entwickeln.

Gastgeber Superintendent Deterding (li.) moderierte das Gespräch mit der Kirchenleitung: OKR Pistorius, Vizepräsident Dr. Weusmann, Präses Rekowski, OKR Eberl, Eva Hoffmann von Zedlitz  und Helmut Schwerdtfeger (v.l.). Gastgeber Superintendent Deterding (li.) moderierte das Gespräch mit der Kirchenleitung: OKR Pistorius, Vizepräsident Dr. Weusmann, Präses Rekowski, OKR Eberl, Eva Hoffmann von Zedlitz und Helmut Schwerdtfeger (v.l.).

Konkrete Kriterien, die in der kommenden Prioritätendiskussion zur Geltung kommen sollen, hörten die Gäste in der Oberhausener Kirche noch nicht. Stattdessen verwies die Kirchenleitung auf die dazu angesetzte Zukunftswerkstatt Ende des Monats. „Wir werden sicher in allen Handlungsfeldern, die die Kirchenordnung nennt, tätig bleiben. Es ist aber völlig neu zu bestimmen, wie wir das tun“, so Rekowski. „Ganz sicher werden wir dabei nicht alle landeskirchlichen Einrichtungen erhalten können.“ Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen, ergänzte Vizepräsident Weusmann.

In Bezug auf das „Wie“ der Neuausrichtung skizzierte der Präses einige persönliche Leitlinien:

  • Es gelte die landeskirchliche Arbeit darauf konzentrieren, die anderen Ebenen zu unterstützen, zu fördern und gezielt zu ergänzen.
  • Es sei zu prüfen wo die „Nebenkosten“ der institutionellen Präsenz reduziert werden können (z.B. Gebäude).
  • Kritisch zu betrachten sei ferner die Relation des Mitteleinsatzes für „Aufgaben mit Außenwirkung“ im Verhältnis zu den verursachten Betriebskosten
  • Projekte, von denen man sich gesamtkirchliche Wirkung verspreche, müssten in ihrer Reichweite die bloß lokale Resonanz deutlich übersteigen.

Insgesamt, so der Präses, müsse man eine „Kirche mit leichterem Gepäck“ werden und gleichzeitig möglichst viele Zugänge zur Kirche und die Breite in der Mitgliedschaft erhalten. Auch Kooperationsmodelle müssten ins Auge gefasst werden. Mit der Westfälischen Landeskirche gebe es schon gute Ansätze, „hier müssen wir unter neuen Voraussetzungen überlegen, ob da nicht mehr Drive hineinkommen könnte.“ Ein bloßes Verschieben von Aufgaben in der Form „Kirchenkreis / Gemeinde, bitte übernehmen“, werde es nicht geben, versprach der Präses.

Nach Hause gingen die Pessimisten mit einiger gehörter und geübter Kritik an Fehlern der Vergangenheit - NKF und auch das bbz wurden wiederholt angesprochen. Mitzunehmen gab es stattdessen einige Hausaufgaben, wie etwa den Aufruf, gemeinsam an Lösungen für das Problem der Versorgungskassen zu arbeiten. Mitnehmen konnten die Gäste aus Kirchenkreisen, Gemeinden und EKiR-Mitarbeiterschaft aber auch die Erinnerung an ein intensives, aber dennoch von gegenseitigem Respekt geprägtes Gespräch. Bei aller Kritik - die Kirchenleitenden hörten von einigen Rednerinnen und Rednern an dem Abend in Oberhausen auch Anerkennung für ihre Arbeit. Der Präses dankte für die faire Diskussion.

 

 

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ala / Fotos: Ruth Levin / 10.09.2013



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