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Krisenbegleitung

Hilfe stark gefragt

Weiter stark gefragt ist die Krisenbegleitung Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Sie bietet Menschen, die sich mit Suizidgedanken tragen, einen schnellen Erstkontakt an. 137 Menschen suchten im zurückliegenden Jahr das Gespräch.

Rosemarie Schettler LupeRosemarie Schettler

„Es gibt Zeiten im Leben, die enorm belasten, Zeiten, die alle Kraft in Anspruch nehmen, Zeiten, in denen das Leben unerträglich scheint.“ Rosemarie Schettler, Leiterin der Krisenbegleitung in der Telefonseelsorge Duisburg - Mülheim - Oberhausen, weiß um die Gefährdung von Menschen, die in einer Krise vergeblich nach Hilfe und Begleitung suchen und - weil professionelle Hilfeeinrichtungen und Helfer überlastet sind - ihrem Leben selbst ein Ende setzen. Die Krisenbegleitung bietet in solchen Fällen kurzfristig verfügbare Erste Hilfe an.

Die Krisenbegleitung Duisburg-Mülheim-Oberhausen verzeichnet auch in diesem Jahr eine gleichbleibend hohe Zahl an Anfragen. Im Zeitraum von August 2010 bis Juli 2011 suchten 144 Menschen den Kontakt, im aktuellen Berichtszeitraum (August 2011 bis Juli 2012) waren es 137 Personen.

„Die Zahl der Suizidtoten steigt in Deutschland wieder an“, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin und Gestalttherapeutin. Wurden 2009 noch 9.616 Suizidtote gezählt, waren es 2010 10.021. (Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.) „Die Zahl der Suizidtoten ist deutlich höher als die Summe aller Verkehrs-, Mord-, Drogen- und Aids-Toten zusammen.“ Außerdem wird eine sehr hohe Dunkelziffer vermutet.

Der Abbau psychosozialer Hilfen, das Ausdünnen des sozialen Netzes in Kombination mit schwierigen Bedingungen etwa auf dem Arbeitsmarkt könnten dazu beitragen, dass suizidale Handlungen häufiger werden, meint Rosemarie Schettler. Wartezeiten für Therapieplätze liegen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. „Krisen, die bei schneller Intervention gut aufgefangen werden können, sind bei längeren Wartezeiten nur mühsam zu entlasten.“

Überbrückungshilfe für begrenzte Zeit bietet die Krisenbegleitung an. „Wir können den Mangel an Therapeuten und Therapieplätzen nicht auffangen, aber relativ kurzfristig Begleitung durch Gespräche im direkten persönlichen Kontakt anbieten, damit eine Krise nicht dramatisch endet.“ Ehrenamtliche Mitarbeiter sind ausgebildet in Gesprächsführung und Krisenintervention und werden regelmäßig geschult. Suizid-gefährdete Menschen gibt es in allen Bevölkerungsschichten und in allen Lebensaltern. Schwerpunkte zeigen sich bei jungen Männern, deren erste Liebe zerbricht und bei immer älter werdenden Menschen.

Menschen, die sich mit der Frage beschäftigen, ob und wie das Leben weiter gehen kann, können sich unter der Ruf-Nummer 0203. 22656 oder per E-Mail unter kriseduisburg@aol.com zu einem Erstkontakt an Rosemarie Schettler wenden. Die Gespräche sind kostenfrei und vertraulich.

 

 

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KK Duisburg / ala / 06.08.2012



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