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Oikocredit

Village Banking am Titicacasee

Ob Mangostreifen oder Kaffee - viele Produkte, die im Fairen Handel über die Ladentheke gehen, wurden mit Mikrocrediten von Oikocredit gefördert. Mehr über die faire Geldanlage erfuhren Interessierte bei einem Themenabend in der Ladenkirche.

Projektfoto aus dem Crecer-Jahresbericht 2013 Projektfoto aus dem Crecer-Jahresbericht 2013

Mit sahnig-süßem Schmelz überzeugten die Produkte fairer Finanzierung beim Oikocredit-Themenabend in der Evangelischen Ladenkirche. Die weiße Bio-Schokolade „Mascobado Blanc“ und andere Leckereien hatte das Weltladenteam zum Probieren ausgelegt. „Viele wissen gar nicht, dass viele Weltladenprodukte mit Mikrokredit-Finanzierung hergestellt wurden“, sagte Reinhard Schmeer, Vorsitzender des Westdeutschen Förderkreises von Oikocredit. Gemeinsam mit Daniel Sommer von der von der Geschäftsstelle des Westdeutschen Oikocredit-Förderkreises informierte er darüber, wie Oikocredit Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern und auch den Fairen Handel unterstützt. Zu der Veranstaltung hatten GMÖ und Oikocredit gemeinsam mit dem Mülheimer Weltladen eingeladen.

Daniel Sommer hat kürzlich Partnerorganisationen in Bolivien besucht und so unter anderem die Arbeit von Crecer (Asociación Crédito con Educación Rural) vor Ort kennengelernt. „Crecer ist einer von vielen Mikrofinanzpartern in den Schwellen- und Entwicklungsländern, mit denen wir zusammenarbeiten“, erklärte Sommer das Prinzip. Crecer-Mitarbeitende gehen zu den Menschen ins Dorf, wo es keine eigene Filiale gibt. „Die machen quasi Village-Banking am Titicacasee.“ Und das erschöpft sich nicht im Verleihen von Geld, Entwicklungszusammenarbeit gehört ebenso dazu. So bekommen die Kreditnehmerinnen von Crecer auch Seminare in Buchhaltung, Ressourcennutzung oder vergünstigte Gesundheitsvorsorge.

Um die Ausfallsicherheit zu erhöhen, setzt Crecer dabei auf Gruppenkredite – ein Prinzip, an das deutsche Bankkunden kaum gewohnt sein dürften. „Die Gruppen von etwa zehn Mitgliedern regulieren sich selber, suchen in Eigenregie aus, wer miteinsteigen darf, und haben eine eigene Kassiererin und Präsidentin, die sich um den internen Geldfluss und die gemeinsame Rückzahlung kümmert“, berichtete Daniel Sommer. Eine Gruppe, die er besuchte, erhielt umgerechnet 7000 Euro für zehn Mitglieder. „Davon kauften die Frauen dann zum Beispiel Saatgut oder auch Waren für den eigenen Kiosk.“

Für den Kredit werden dann auch Zinsen fällig. Beim Crecer-Projekt in Bolivien sind das 27 Prozent – eine Zahl, die die Zuhörer in der Ladenkirche stutzen lässt. „Das liegt noch unter dem Landesschnitt“, relativierte Sommer. In Bolivien gibt es eine Inflationsrate von zehn bis zwölf Prozent und die informellen Geldleiher nehmen Zinssätze bis zu einhundert Prozent der Leihsumme. Wegen vermeintlich hoher Zinssätze waren Mikrofinanziers in der Vergangenheit auch schon in Kritik geraten „Oikocredit prüft mehrmals im Jahr, ob die Zinsen angemessen sind“, so Sommer.

Vor allem Frauen seien es, die von Mikrokrediten durch Oikocredit profitierten, erläuterte Reinhard Schmeer ein wichtiges Prinzip der Genossenschaft. „Wir wolle vor allem denen Zugang zu Krediten verschaffen, die auf dem freien Markt kaum eine Chance haben“. Das bedeutet für Oikocredit außerdem, dass besonders junge Kreditnehmer und Menschen im ländlichen Raum unterstützt werden. Besondere Priorität bei der Kreditvergabe haben auch Fairhandelsprojekte. Nicht wenige kommen mit ihren Produkten auch bei der deutschen Kundschaft gut an (Faire Produkte mit Oikocredit-Finanzierung).

„Die Kirche soll nicht nur gegen Ungerechtigkeit protestieren, sondern auch selber eine ethisch solide Geldanlage betreiben“, erklärte der pensionierte Pfarrer Reinhard Schmeer die Idee hinter der fairen Finanzierungsgenossenschaft Oikocredit. Ihre Gründung geht auf den Ökumenischen Rat der Kirchen zurück. Auch Privatpersonen können diese Idee praktisch unterstützen und bei Oikocredit Geld anlegen. Viele überzeugt nicht nur der sahnige Schokogeschmack der mit fairer Finanzierung hergestellten Produkte, sondern auch die Sinnhaftigkeit der eigenen Investition. Nicht zuletzt belohnt Oikocredit die Anleger in der Regel mit einem Zinssatz von zwei Prozent.

 

 

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ala / 28.01.2015



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