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Ev. Ladenkirche

Schreiende Leiden(schaft)

Schreie vor Angst, Schreie im Wahn der Kreuzigung - zu intensiver Auseinandersetzung laden die ausdrucksstarken Bilder von Helmut Koch in seiner Ausstellung "Passion" ein. Zu sehen in der Ladenkirche bis zum 13. Mai.

Helmut Koch vor seinem Bild Helmut Koch vor seinem Bild "Kreuzige ihn!"

Intensiv in ihrer Farbigkeit, ihrem Ausdruck und den aufgegriffenen Motiven, das sind die Werke, die der Mülheimer Künstler Helmut Koch in der nun eröffneten Ausstellung in der Evangelischen Ladenkirche zeigt. "Das ist Leidenschaft, ein durchlebter Weg - Passion mit allem, was dazu gehört", fasste Pfarrerin Annegret Cohen in ihrer Einführung zur Ausstellung den bildlichen Ausdruck in Worte.

"Passion" ist die Kunstschau in der Ladenkirche überschrieben. Kochs Bilder erzählen von Leid, Erdulden, Trauer und Qual – Themen, mit denen sich Christinnen und Christen in der Passionszeit auseinandersetzen. Für viele ist Passionszeit eine Zeit des Verzichts und der bewussten Auseinandersetzung mit tiefen Lebensfragen - Letzterem kann sich kaum einer verschließen, der die Koch-Ausstellung besucht. 

"Kreuzige ihn" heißt ein in der Ladenkirche gezeigtes Bild der Mülheimer Künstlers. Zu sehen: Die verführbare "Masse Mensch", wie Pfarrerin Cohen sie in ihrer Einführung zur Ausstellung beschreibt. Unzählige Gesichter verbinden sich zu einer skandierenden Masse. So auch in der Passionsgeschichte: Die ungezählten Menschen, die dort lauthals Jesu Tod fordern, hatte ihn noch kurz zuvor mit "Hosianna"-Rufen in der Stadt begrüßt, und sollten wenig später der Vollstreckung seines Todesurteils als Zuschauer beiwohnen.

In einem der großen Schaufenster des Ausstellungsraumes hängt Kochs Bild "Lampedusa", es stammt aus dem Jahr 2000, weit vor der jüngst bekannt gewordenen Tragödie im Mittelmeer. Auch hier schreit es den Betrachter förmlich an: Verzweiflung in Schwarz und Weiß. Das Bild zeigt den Ausschnitt eines in den Wogen schaukelnden Bootes, über und über besetzt mit Menschen. "Ohne Heimat, ohne Rückhalt, den Elementen ausgesetzt", so beschreibt es Pfarrerin Annegret Cohen im Rahmen der Ausstellungseröffnung.

Die Ausstellung in der Evangelischen Ladenkirche enthält auch Kochs Porträtserie „Hommage an Max Uhlig“. Darin variiert Koch Max Uhligs „Frauenkopf F“ und zeigt so seine Bewunderung für die außergewöhnliche Maltechnik und die berührende Ausdruckskraft seines künstlerischen Vorbilds. Ein besonderer Blickfang ist dabei die Technik des Künstlers. Koch baut seine Bilder aus Acrylmasse auf, teilt sie in Streifen, schichtet um, schleift ab, malt neu. So wird ein einzelnes Bild mitunter zum vielschichtigen Mosaik aus tausenden Teilen, Übergängen und Zwischenzuständen. Eine immense Akribie machte Pfarrerin Cohen in den so gestalteten Werken aus, "Da geht es um intensives Wahrnehmen und Eintauchen in die Materie, das kann man den Werken abspüren."

Wer der Wirkung von Helmut Kochs Bildern nachspüren möchte, kann das noch bis zum 13. Mai in der Evangelischen Ladenkirche, Kaiserstraße 4, tun. Öffnungszeiten: montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, und samstags, 11 bis 14 Uhr. Eintritt frei.

Am Freitag, 28. März, 18 Uhr, gibt es einen musikalisch-literarischen Abend zur Ausstellung mit Sandra Schmidt-Biesgen / Dirk Biesgen (Gesang / Musik) und Doris Planz-Krohn (Lesung).

 

"Lampedusa", Acrylmalerei von 2000, im Schaufenster der Ladenkirche

Dr. Nina Gutmann begrüßte die Gäste der Ausstellungseröffnung, Els Springstein-Woudstra sorgte für den musikalischen Rahmen

Pfarrerin Annegret Cohen führte in die Austellung ein

 

 

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ala / 17.03.2014



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