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"Gemeinsam hinschauen"

Salafismus ist kein importiertes Problem, sondern eines, das auch in Deutschland entsteht. Keines, wofür alle hier lebenden Muslime oder Christen verantwortlich seien, aber dennoch müssen alle sich kümmern – so Experte Jöris bei seinem Vortrag in Styrum.

Islamismus-Experte Paul-Elmar Jöris in der Immanuelkirche Islamismus-Experte Paul-Elmar Jöris in der Immanuelkirche

„Als wir im März über diese Veranstaltung sprachen, ahnten wir noch nicht, wie relevant das Thema heute sein würde“, stieg der Islamismus-Experte Paul-Elmar Jöris in seinen Vortrags- und Gesprächsabend zum Thema Salafismus in der Styrumer Immanuelkirche ein. Bilder von Terror und Gewalt, die an dieser Stelle schnell vor dem inneren Auge erscheinen, hatte WDR-Journalist Jöris nicht mitgebracht – dafür aber einige Ergebnisse seiner Recherchen: Von den etwa 4 Mio. Muslimen in Deutschland seien es rund 40000, die sich zu den Salafisten zählen und unter ihnen etwa 6600, die dem politischen Salafismus folgten. „Nur eine Minderheit ist es, die hier die Behörden beschäftigt.“

Viele Besucher beteiligten sich am von Pfarrer Michael Manz (re.) moderierten Gespräch in der Immanuelkirche. Viele Besucher beteiligten sich am von Pfarrer Michael Manz (re.) moderierten Gespräch in der Immanuelkirche.

Fakten vermitteln, statt dem Gefühl einer pauschalen Bedrohung den Boden zu bereiten, das war das erkennbare Anliegen von Paul-Elmar Jöris beim Gesprächsabend in Mülheim. Der Salafismus ist nicht zuerst gegen Religionen außerhalb des Islam gerichtet, machte er deutlich. „Die meisten Opfer salafistischer Gewaltakte sind Muslime.“ Auch ist der gewaltbereite Salafismus keinesfalls ein nach Deutschland importiertes Problem: „Studien zeigen, dass diejenigen, die gewaltbereit werden, sich auch hier in Deutschland radikalisieren.“ Dieser Prozess brauche ein bis zwei Jahre – und bleibe kaum unbemerkt vom Umfeld der Person. „Hinschauen!“ lautete der eindringliche Appell des Referenten.

Pauschalen Forderungen nach harten Maßnahmen gegen Salafisten begegnete Jöris nicht mit uneingeschränkter Zustimmung. „Ja, der Staat muss klare Kante zeigen, sagen: ,Bis hier und nicht weiter‘. Aber Radikalisierung an sich verhindert man nicht mit Repression.“ Vorbildlich sei etwa das „Wegweiser“-Projekt, das es in NRW als Modellversuch in Bochum, Bonn und Düsseldorf gibt. Hier können sich Angehörige (auch Lehrer, Arbeitskollegen, etc.) und Aussteigewillige Hilfe holen.

Gut besucht war der Vortrags- und Gesprächsabend in Styrum Gut besucht war der Vortrags- und Gesprächsabend in Styrum

„Sind nicht auch die muslimischen Gemeinden mitverantwortlich, wenn sich ihre Leute radikalisieren?“ fragte einer. Der Referent zog einen Vergleich mit der Fußballwelt heran: Der DFB oder die Vereine seien auch nicht Schuld an den Gewalttattaten von Hooligans – und trotzdem stünden sie in der Verantwortung, etwas zu tun.

 „Was macht den Salafismus für junge Leute so attraktiv?“, in verschiedenen Formulierungen stellten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Frage aus neue – und brachten auch die eigene Hilflosigkeit zum Ausdruck: „Die einfachen Antworten, die diese jungen Leute suchen, die können wir ihnen ja nicht bieten.“ Die Frage nach dem, was man selber tun kann, bewegte viele Veranstaltungsbesucher in der Immanuelkirche. „Wir müssen unsere jugendlichen ernster nehmen“, sagte die eine Zuhörerin. „Als Kirche müssen wir die Suchenden besser erreichen, da müssen wir uns viel stärker auf den Weg machen.“ So und ähnlich brachten sich Viele ins Gespräch ein, die zum Vortragsabend in die Styrumer Immanuelkirche gekommen waren.

Auch selbstkritische Töne mischten sich in die Diskussion: „Wir dürfen nicht immer nur nach dem Staat rufen, auch wir als Kirche haben in der Jugendarbeit gekürzt“, so eine Besucherin. Wichtig, sei es, da zu sein, wenn Menschen nach Orientierung suchen. „Wenn dann jemand auftaucht, der die vermeintlich einfachen Lösungen des Salafismus anbietet, nehmen die Suchenden das schnell an“ Käme aber jemand, der begeistert vom Fußball oder von seiner Kirchengemeinde sei, hätte auch er Chancen, den Suchenden für sich zu gewinnen.

 

 

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ala / 26.09.2014



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