Termine
Mittwoch, 01.06.2016 18:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
und sonst
Schlaf- und Abendlieder
Samstag, 04.06.2016 10:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
Kinder
Tödelmarkt/Kinderkleider-Spielzeugbörse in Dümpten
Sonntag, 05.06.2016 11:00 Uhr
Mülheim an der Ruhr
Ev. Familienbildungsstätte
und sonst
Sonntagsbrunch für Alleinerziehende
mehr
Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 31.05.2016

Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

Psalm 106,3

mehr
Service

Notfallseelsorge

Einsatz mit Ansage

Einen besonderen Einsatz hatte die Notfalseelsorge nun in Dümpten: Eine Zehn-Zentner-Bombe wurde entschärft, die Seelsorger waren Teil des Teams in der Evakuierungsstelle - und glücklich, nach sechseinhalb Stunden zu melden: Alle Dümptener wieder zu Hause!

Pfarrer Guido Möller nutzte die Zeit des Wartens für viele Gespräche. Pfarrer Guido Möller nutzte die Zeit des Wartens für viele Gespräche.

Um Viertel nach Neun sind noch mehr Betreuer als Betreute in der Evakuierungsstelle Gustav-Heinemann-Schule und dennoch ist es auch für die Mülheimer Notfallseelsorge ein großer Einsatz: in Dümpten wird eine 10-Tonnen-Fliegerbombe aus den zweiten Weltkrieg entschärft, das ist auch für in diesen Dingen erfahrene Kräfte ein großes Kaliber.

Vor der Mensa der Gesamtschule sammeln sich an diesem Morgen die Fahrzeuge und Materialanhänger zu einer kleinen Leistungsschau der Mülheimer Hilfsdienste. Und auch die Notfallseelsorge reiht sich als Partner in diese Kette ein.

Während die Notfallseelsorger sonst als Rufbereitschaft agieren und dann alarmiert werden, wenn es nach einem großen Unfall Menschen zu betreuen oder gar Todesnachrichten zu übermitteln gilt, verläuft der Einsatz an der Gesamtschule in ruhigen und geplanten Bahnen. „Sonst finden unsere Einsätze meist in einer ganz anderen Stresssituation statt“, sagt Pfarrer Guido Möller, Leiter der Notfallseelsorge im Kirchenkreis An der Ruhr. So können sich Pfarrer Möller und sein Team Zeit nehmen für die Dümptener, die darauf warten, in ihre Wohnungen zurückzukönnen. Die Seelsorger bieten sich als Gesprächspartner an, besorgen Kaffee-Nachschub oder klären schon Fragen für den Rücktransport.

 

Kalkuliert ist die Kapazität der Evakuierungsstelle für 300 bis 500 Menschen, eine rechnerische Vorgabe, die auf der Bevölkerungszahl im betroffenen Gebiet basiert. „Ich bin froh, dass es nicht so voll ist“, meint eine ältere Dame, die mit ihrem Mann an einem der Tische in der Mensa Platz genommen hat. „Bei so einem Menschenandrang wäre mir nicht so wohl gewesen.“ Genug Platz ist für alle, in der Mensa finden sich über den Vormittag hinweg rund 70 Anwohnerinnen und Anwohner ein, sorgfältigst registriert von den Rot-Kreuz-Helfern an der Tür.

Die meisten, die die Anlaufstelle nutzen, sind betagt, einige haben die Kriegsangriffe auf Mülheim miterlebt. So wie der Herr, der sich an die Tage und Nächte erinnern kann. „Ich war zehn oder elf damals“. Aber den Erinnerungen gibt er an diesem Vormittag nicht allzu viel Raum. Vielmehr geht es im Gespräch an seinem Tisch um Rollatorgaragen und Ipods, Flughafengeschäftsführer Eismann und den Start der neuen Bundesligasaison. Am Tisch nebenan bildet sich eine spontane Kreuzworträtselgemeinschaft.

„Erinnerungen an Bombennächte waren schon für viele der nun Evakuierten ein Thema“, berichtet Pfarrer Guido Möller, der den Einsatz der Notfallseelsorge leitete und auch selbst zahlreiche Gespräche mit den Betroffenen führte. „Doch letztlich haben die negativen Erinnerungen den Vormittag nicht dominiert. Es wurden sogar neue nachbarschaftliche Kontakte geknüpft: Menschen, die sich sonst nur ,vom Balkon gegenüber‘ kannten, kamen beim gemeinsamen Warten miteinander ins Gespräch“, berichtet Pfarrer Möller.

In das allgemeine Gespräch können Notfallseelsorger und Rot-Kreuz-Mitarbeitende um kurz vor halb zwölf die gute Nachricht einbringen, auf die alle warten: Die Bombe ist erfolgreich entschärft. Die Dümptener nehmen’s gelassen, lassen sich nicht viel anmerken. Um 13.30 Uhr kann Pfarrer Möller diesen Notfallseelsorge-Einsatz unter besonderen Vorzeichen beenden: Die letzten Dümptener treten den Rückweg mit bereitstehenden MVG-Bussen und Rot-Kreuz-Fahrzeugen an. Aufgeatmet haben wird der eine oder andere dennoch - spätestens beim Aufschließen der vertrauten Wohnungstür.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 24.08.2012



© 2016, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung