Termine
Mittwoch, 07.12.2016 15:00 Uhr
Mülheim an der Ruhr
Petrikirchenhaus, Pastor-Barnstein-Platz 2
und sonst
Büchercafé Las Torres
Mittwoch, 07.12.2016 19:00 Uhr
Mülheim an der Ruhr
und sonst
„Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann – wer bringt die Geschenke?“
Donnerstag, 08.12.2016 16:00 Uhr
pic
Mülheim an der Ruhr
und sonst
Büchercafé und Kleiderladen
mehr
Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 07.12.2016

Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind.

Klagelieder 3,22

mehr
Service

Positionspapier

Zuflucht bieten!

"Ja, es ist richtig und gut, dass wir Zuflucht bieten" und "Ja, es braucht ein Willkommen von Anfang an" erklären die evangelische und katholische Kirche, Caritas und Diakonie in NRW in einem gemeinsamen Positionspapier zur Flüchtlingssituation.

Foto: UNHCR Foto: UNHCR

Die evangelischen und katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und ihre Verbände Caritas und Diakonie machen sich dafür stark, Nordrhein-Westfalen als „Zufluchtsland“ zu sehen und entsprechend zu handeln.

In einem gemeinsamen Positionspapier erklären sie: „Wir nehmen die Herausforderung an, uns für die Aufnahme einer größeren Zahl von Schutzsuchenden bereit zu machen.“

Flüchtlinge seien auch Hoffnungsträger, die mit ihren Fähigkeiten einen Beitrag für die Gesellschaft von morgen leisten. Von Anfang an brauche es ein Willkommen und die nötigen Rahmenbedingungen. Eine „das-Boot-ist-voll“-Rhetorik entspreche nicht den wahren Möglichkeiten. Notwendig sei vielmehr das entschlossene Zusammenwirken aller Akteure in Staat, Kirchen und Verbänden, Wirtschaft, Initiativen und Vereinen.

Auch in Mülheim finden Menschen Zuflucht. Eine wichtige Stelle für Beratung im Rechtsverfahren rund um Asylantrag, Duldung, etc. ist das Flüchtlingsreferat des Kirchenkreises
Im November hat die Kreissynode beschlossen, die kreiskirchliche Kollekte für diakonische Zwecke vom 28.6.2015 für Einzelfallbeihilfen im Flüchtlingsreferat auszuweisen. Spenden sind auch unabhängig von Kollekten im Gottesdienst äußerst willkommen. Immer wieder benötigen Flüchtlinge zum Beispiel Geld für Rechtsanwälte, Dolmetscher / Wörterbücher oder Fahrtkosten, die sie aus eigenen Mitteln nicht bezahlen können.
Kontoverbindung: Kirchenkreis An der Ruhr, IBAN DE49350601901011166020, Stichwort: Spende Flüchtlingsreferat (Bitte geben Sie auch Ihre Kontaktdaten an, wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen. Bei Beträgen bis 200 Euro erkennt das Finanzamt die Spende übrigens auch per einfachem Nachweis über den Kontoauszug an.)

 

Ja, wir sind ein Zufluchtsland

Plädoyer für eine Neuorientierung - Erklärung der evangelischen und katholischen Kirchen in NRW 

Nordrhein-Westfalen erlebt den größten Zugang von hilfesuchenden Menschen seit den 90er Jahren, als insbesondere die bosnischen Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht bei uns suchten. Seit 2012 kommen verstärkt Menschen aus Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten und dem Balkan zu uns, um Sicherheit vor Verfolgung und Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und Krieg zu finden. Noch schwanken Gesellschaft und Politik zwischen Hilfsbereitschaft, Überforderung und Ablehnung.
Als evangelische und katholische Kirchen sowie ihre Verbände Caritas und Diakonie plädieren wir dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen und alle Verantwortlichen in unserer Gesellschaft eindeutig zu einer neuen Haltung zu bekennen:

Ja, wir sind ein Zufluchtsland.
Dieses Ja beinhaltet:

1. Ja, es ist richtig und gut, dass wir Zuflucht bieten für Menschen, die aus Not und Gefahr zu uns kommen. Das entspricht der Geschichte und dem freiheitlichen Grundverständnis von Nordrhein-Westfalen: Unser Bundesland ist prädestiniert dafür, ein sicherer Ort für Bedrängte zu sein.

Nein, Nordrhein-Westfalen kann keine isolierte Insel sein, die sich die Probleme anderer Völker so weit wie möglich vom Leib hält und nur notgedrungen ein humanitäres Pflichtsoll erfüllt.

2. Ja, wir sehen Flüchtlinge zugleich als Hoffnungsträger: als Menschen mit Fähigkeiten und dem Erfahrungsschatz anderer Kulturen, die das Leben in unserem Land bereichern und ihren Beitrag für die Gesellschaft von morgen, für einen ausgewogenen Altersaufbau und gegen den drohenden Fachkräftemangel leisten können.

Nein, wir sehen durch die Zufluchtssuchenden keineswegs die Identität unseres Landes und unserer Kultur bedroht und haben keine Angst vor Veränderungen, die sich durch ihre Aufnahme ergeben werden.

3. Ja, wir nehmen die Herausforderung an, uns für die Aufnahme einer größeren Zahl von Schutzsuchenden bereit zu machen. Sie erfordert vorausschauendes Handeln und erhebliche Finanzmittel in vielen Bereichen - von den Kindertagesstätten bis zur Berufsausbildung, von der Gesundheitsversorgung bis zum Wohnungsmarkt. Diese Mittel sind zugleich Investitionen in die Zukunft unseres Landes.
Nein, es nützt nichts, die Augen vor der Dimension der Herausforderung zu ver-schließen, nur halbherzig und kurzfristig auf die jeweils dringendsten Notlagen zu reagieren oder sich der Illusion hinzugeben, die Lage würde sich bald ändern.

4. Ja, alle müssen gemeinsam agieren. Um eine größere Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen, braucht es das entschlossene Zusammenwirken aller Akteure: Staatliche und kommunale Stellen, Kirchen und Verbände, Wirtschaft und Gewerkschaften, Initiativen und Vereine, und nicht zuletzt die Medien. Jeder Bereich kann und muss seinen Beitrag leisten.

Nein, es ist keine Zeit mehr für das Abschieben von Verantwortung auf andere Akteure oder für das St. Floriansprinzip: Hauptsache nicht bei uns.

5. Ja, es braucht ein Willkommen von Anfang an und die dafür nötigen Rahmenbedingungen. Die Integration von Flüchtlingen wird umso besser gelingen, je früher die Unterstützung einsetzt: Menschenwürdige Unterbringung, gesundheitliche Versorgung, Beratung, Deutschkurse, Arbeitserlaubnisse, Ausbildungsmöglichkeiten, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, private Wohnmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit. Ziel muss es sein, dass Zuwanderer baldmöglichst für sich selber sorgen können.

Nein, es ist die falsche Strategie, den Zufluchtssuchenden den Aufenthalt möglichst unattraktiv zu machen, sie jahrelang in Gemeinschaftsunterkünften festzuhalten oder ihnen die Arbeitsaufnahme zu verwehren.

6. Ja, wir können diese Herausforderung meistern, so wie wir auch die Flucht- und Zuwanderungsbewegungen in der jüngeren Vergangenheit unseres Landes bewältigt haben. Nordrhein-Westfalen und seine zivilgesellschaftlichen Kräfte haben genügend Ressourcen und Ideen, um auch einer größeren Zahl von Neuankömmlingen einen guten Start und eine gelingende Integration zu ermöglichen.

Nein, eine „das-Boot-ist-voll“-Rhetorik entspricht nicht unseren wahren Möglichkeiten. Wir lehnen es ab, scheinbare Belastungsgrenzen zu postulieren, wo es oft nur am Willen mangelt.

7. Ja, in allen diesen Fragen sehen wir uns in den beiden Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden besonders gefordert, weil die Hilfe für Notleidende und Schutzsuchende zum Herzstück christlicher Glaubenspraxis gehört.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

EKiR / ala / 18.12.2014



© 2016, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung