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für den 25.08.2016

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

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Begegnung in Mülheim 2012

Besuch aus Daressalam

Kochen in der Familienbildungsstätte, ein Besuch in der Frauenhilfe, gemeinsame Gottesdienste und Ausflüge stehen auf dem Programm der vierköpfigen tansanischen Delegation, die im Kirchenkreis zu Gast ist. Frauenarbeit ist Schwerpunktthema des Besuchs.

„Ein Land ohne Frauen ist praktisch tot“, sagt ein tansanisches Sprichwort. „Deutschland ist sehr lebendig, so wie ich all die Frauen hier in der Gemeinde sehe“, sagte Beatrice Hesekiel Lema, Vorsitzende des Kirchenkreis-Frauenbundes im Northern District beim Frauenhilfsnachmittag in Heißen. Sie ist gemeinsam mit District Pastor (Superintendent) Anta Muro, seiner Frau Flora (Vorsitzende der Pfarrfrauenvereinigung), und Frank Kanza (Vorsitzender des Partnerschaftskreises in Daressalam) für drei Wochen im Mai und Juni in Mülheim und Kettwig in Gemeinden, Einrichtungen und Familien zu Gast.

In den ersten Tagen fiel den Gästen die so unterschiedlichen Altersstruktur der beiden Partnerkirchenkreise ins Auge. „In Tansania müssen wir schon alle Frauen ab 50 zu den „Senioren“ zählen, um eine gute Versammlungsgröße für eine Zusammenkunft „älterer“ Frauen zu erreichen“, berichtet Beatrice Hesekiel Lema. Außerdem beeindruckend für die Gäste: Wie aktiv und selbstbestimmt Menschen bis ins hohe Alter (selbst mit Handicaps) oft leben können. Was das Immer-Älter-Werden in Gemeindeleben und Gesellschaft bedeutet, erfuhren die Gäste auch bei einem Besuch im Evangelischen Krankenhaus. Hier empfing sie Pflegedienstleiterin Oberin Horn zu einem sehr lebendigen Austausch.

 

Karibu! Willkommensabend in der Ladenkirche mit (v.l.): Flora Muro, Frank Kanza, Beatrice Hesekiel Lema, Anta Muro.

Geschenk für den Superintendent vom Districtpastor: ein Kreuz aus sehr sehr hartem Holz.

Eintrag ins Gästebuch der Stadt mit Bürgermeisterin aus der Beek.

Als erste Besuchergruppe nach der Rathausrenovierung durften die Gäste aus Daressalam (hier: District Pastor Muro) den Rathausturm hinauf fahren.

Gemeinsames Kochen in der Familienbildungsstätte.

Nicht nur Frauensache.

Harte Arbeit unter Tage: Gemeinsamer Besuch 17 Meter unter der Erdoberfläche im Bochumer Bergbaumuseum.

Großzügige Gastgeschenke: Pfarrerin Ursula Thomé (Gemeindedienst für Mission und Ökumene) bekommt ein Kleid mit Applikationen in den tansanischen Nationalfarben.

Die Arbeit von, mit und für Frauen steht im Mittelpunkt der Begegnungen. Dass der Austausch über Frauen- und Männerrollen in Kirche und Gesellschaft nicht trockene Materie bleibt, dafür sorgen gemeinsames Kochen, Lieder singen und beten, Fußball schauen und Kleiderfragen genauso wie Diskussionen über Erziehung, Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie ähnliche Herausforderungen im Zusammenleben der Generationen, Kulturen und Religionen.

Die Frauenarbeit im Heimatkirchenkreis der tansanischen Gäste findet oft in den zahlreichen Chören statt. „Jede Gemeinde hat mindestens vier“, sagt District Pastor Anta Muro. Die Chormitglieder feiern gemeinsam und unterstützen sich auch gegenseitig, etwa bei Krankheiten oder wenn es einen Trauerfall gibt. Doch die Frauenarbeit im „Northern District“ beschränkt sich nicht auf die Chöre. „Wir bemühen uns, Aktivitäten anzubieten, mit denen die den Frauen sich ein kleines Einkommen schaffen können“, erklärt Beatrice Hesekiel Lema. Darunter fallen etwa Näharbeiten oder das Herstellen anderer kleiner Handwerksprodukte. Ein wichtiges Projekt auf höherer kirchlicher Ebene ist die jüngst eröffnete Mädchenschule der Ost- und Küstendiözese in Daressalam. Langfristig wünscht sich Beatrice Hesekiel Lema, „dass Frauenanliegen in den Gemeinden eine höhere Priorität bekommen. Vielleicht können wir eines Tages auch im Kirchenkreis einmal ein eigenes Zentrum für Frauen einrichten.“

Die Tagesaktualität in Daressalam wird derzeit aber nicht von Frauenthemen bestimmt. Der „Northern District“, Partnerkirchenkreis des Kirchenkreises An der Ruhr, ist immer noch stark von der Flutkatastrophe vom Dezember 2011 betroffen. Nach den stärksten Regenfällen seit über 50 Jahren sind rund 1000 Familien in Daressalam obdachlos geworden, einige Menschen verloren ihr Leben. Die Regierung hat im Bereich des „Northern District“ eine Zeltstadt für die Familien eingerichtet, die alles verloren haben. Der Northern District sprang ein und half mit Gütern zur Erstversorgung: Kochgeschirr und Matratzen, Wassergefäße und Schulhefte. „Doch nun muss die ganze Infrastruktur für die Zeltstadt nachwachsen“, berichtet Delegationsmitglied Frank Kanza. Es mangelt an vielem: Strom- und Wasserversorgung, Straßen, Gesundheitsstationen. Hinzu kommt: Die Zeltstadt ist bis zu 30 Kilometer vom bisherigen Wohnort der Flutopfer entfernt. „Die Kinder können nicht mehr in ihre alten Schulen, Die Eltern keine Geschäfte mehr auf „Ihrem“ Marktplatz machen“, berichtet Frank Kanza. Der „Northern District“ hat ein mobiles Seelsorgebüro eingerichtet.

„Die Kinder, denen wir jetzt versuchen, mit einigen Schulheften weiterzuhelfen, werden wohl noch Jahre ihrer Kindheit in der Zeltstadt verbringen“, schätzt District Pator Anta Muro. Die Regierung habe zwar angekündigt, Ersatzwohnungen zu bauen, doch eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht. Daher sind die Menschen in Daressalam weiter auf Spenden angewiesen.

Bis die Partner aus Tansania wieder in ihre Heimat zurückkehren, gibt es in Mülheim noch ein volles und abwechslungsreiches Programm. Sie übernachten in Gastfamilien sammeln Eindrücke aus der Region. So stehen auch Ausflüge nach Köln und Wuppertal sowie eine Führung durch das Bergbaumuseum in Bochum auf dem Programm der Gäste. In einer Klausurtagung mit den Mülheimer Mitgliedern des Partnerschaftskreises wird außerdem der nächste Besuch im Rahmen der Partnerschaft vorbereitet. Der soll 2014 in Daressalam stattfinden und sich auch schwerpunktmäßig mit der Frauenarbeit befassen.

Wer die Besuchsdelegation kennen lernen möchte, ist herzlich eingeladen zum gemeinsamen Abschlussgottesdienst am Sonntag, 10. Juni, 11 Uhr, in der Johanniskirche, Aktienstraße 136, zu kommen. Auch in der Zeit zwischen den Begegnungen freut sich der Partnerschaftskreis stets über neue Mitglieder und Interessenten (Kontakt: Pfarrerin Ursula Thomé).

Stichwort Partnerschaft:
Die Partnerschaft mit dem „Northern District“ der Öst- und Küstendiözese in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias hatte die Kreissynode An der Ruhr 2007 beschlossen. Im vergangenen Jahr 2010 waren Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski, Pfarrer David Ruddat, Helga Langenberg und Öffentlichkeitsreferentin Annika Lante bei einer Begegnung in Tansania zu Gast. Alle zwei Jahre, so haben die Partner in Mülheim und Daressalam sich vorgenommen, soll ein Besuch stattfinden, jeweils abwechselnd in Deutschland und in Tansania. Thematische Schwerpunkte der Partnerschaft sind die Themenbereiche Frauen, Jugend und HIV/AIDS.

 

 

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Pfrin. Unterhansberg / ala / 04.06.2012



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