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Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.

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Tansania-Partnerschaft

Bewegende Begegnungen

Beeindruckt von den Begegnungen mit Frauen, die unter widrigen Umständen ihr Leben neu in die eigene Hand nehmen, so kehrt die Kirchenkreis-Delegation von der Partnerschaftsbegegnung in Daressalam zurück. - Bericht am 9. September in der Ladenkirche.

Mama Mwamini, Sozialarbeiterin des Partnerkirchenkreises in Daressalam. Mama Mwamini, Sozialarbeiterin des Partnerkirchenkreises in Daressalam.

  

Die beiden Frauen, die eine HIV-Selbsthilfegruppe gegründet haben, junge alleinerziehende Mütter, deren Familien sie nach der ungeplanten Schwangerschaft nicht mehr unterstützen, Frauen, die nach Überflutungen vor zwei Jahren ihr Leben in einer provisorischen Zeltstadt organisieren - alle bemühen sich mit Hilfe der Kirche, ihr Leben wieder auf ein solides Fundament zu stellen. Mit einem Mosaik von Eindrücken ist die fünfköpfige Delegation des Kirchenkreises An der Ruhr nun vom Besuch im Mülheimer Partnerkirchenkreis „Jimbo la Kaskazini“ („nördlicher Kirchenkreis“) in Daressalam / Tansania zurückgekehrt. „Die Begegnungen in Daressalam waren sehr bewegend“, sagt Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski, die die Mülheimer Delegation leitete.

Vom 28. Juni bis zum 13. Juli waren Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski, Pfarrerin Karla Unterhansberg (Vorsitzende des Fachausschusses für Ökumene und Partnerschaft), Daniela Landwehr (Vorsitzende des Fachausschusses Jugend und Schule), Partnerschaftskreismitglied Andrea Ruddat und Sabine Boeger (Schwangerschaftsberatung der Diakonie) zu Gast in Daressalam, der größten Stadt Tansanias. Dass sich eine reine Frauendelegation auf den Weg nach Ostafrika machte, war kein Zufall. Die Arbeit von mit und für Frauen war ein Schwerpunktthema der Begegnung. Regelmäßig, jeweils alle zwei Jahre besuchen sich die Partner – immer abwechselnd in Mülheim und in Daressalam.

Das Programm der Mülheimer Delegation in Daressalam war vollgepackt: Besuche in Frauengruppen, ein Abstecher zur Jugendbegegnung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Dodoma, eine Fahrt zur neuen kirchlichen Secondary-School für Mädchen, und ein Besuch bei der Mikrokredit-Organisation „Selfina“ standen auf dem Programm. Zahlreiche Gottesdienste wurden gefeiert und gemeinsame Bible Studies mit den örtlichen Pfarrern und Evangelisten gehalten. „Die Spiritualität verbindet uns“, schildert Pfarrerin Karla Unterhansberg ihre Eindrücke von der Reise. „Glauben und Handeln gehen bei unseren Partnern viel selbstverständlicher Hand in Hand als bei uns“, hat Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski beobachtet (Hier geht's zur großen Bildergalerie).

Oft ist es Hilfe zur Selbsthilfe, die der Partnerkirchenkreis in Daressalam anbietet. „Die Frauen bekommen Unterstützung dabei, eine eigene Geschäftsidee für ihren Lebensunterhalt zu entwickeln“, berichtet Andrea Ruddat. So traf die Mülheimer Gruppe etwa Frauen, die mit Zierperlen besetzte Taschen und andere Accessoires herstellt und verkaufen. Damit junge Menschen mehr solcher „Skills“ entwickeln können, die helfen, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, will der Jimbo la Kaskazini ein eigenes Schulungszentrum errichten. Die Baustelle schauten sich die Mülheimer Reisenden vor Ort an.

 

Im Kindergarten: Alle haben Spaß mit dem mitgebrachten Schwungtuch. Dazu braucht es noch nicht einmal einen Übersetzer. Im Kindergarten: Alle haben Spaß mit dem mitgebrachten Schwungtuch. Dazu braucht es noch nicht einmal einen Übersetzer.

Die Gemeinden und der Kirchenkreis in Daressalam sind oft Anlaufstellen für Menschen in verzweifelten Situationen. „Es gibt kaum ein staatliches soziales Netz, deswegen ist Kirche umso wichtiger“, erklärt Dagmar Tietsch-Lipski, die schon mehrfach in Tansania war. Im Jimbo la Kaskazini ist Mama Mwamini eine wichtige Ansprechpartnerin für alle, die Unterstützung suchen. Die Sozialarbeiterin des Kirchenkreises unterstützt Treffs für junge Mütter ebenso wie eine HIV-Selbsthilfegruppe und organisiert auch Hilfe für weitere Kinder und Familien, die von HIV / AIDS betroffen sind. „Materielle Not haben wir an vieen Stellen der Reise gesehen“, sagt Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski. Bei akuter Notwendigkeit, etwa nach den großen Überflutungen, haben die Mülheimer Partner schon mit Geld geholfen und werden es in Zukunft auch für weitere Projekte tun. „Jedoch soll der finanzielle Aspekt nicht die Partnerschaftsarbeit bestimmen. Was für uns zählt, ist die Begegnung auf Augenhöhe, der gemeinsame Glauben und der Austausch untereinander“, so Dagmar Tietsch-Lipski.

Gemeinsam mit Mama Mwamini besuchte die Kirchenkreis-Delegation auch die Camps, Zeltstädte, die nach den Überflutungen im Dezember 2011 aufgestellt worden waren. Dort leben seit zweieinhalb Jahren Menschen in provisorischen Unterkünften, deren Häuser nicht mehr bewohnbar sind. Die provisorische Zeltstadt jedoch ist zu weit von ihren früheren Wohn- und Arbeitsstätten weg, eine Verkehrsanbindung gibt es nicht, die Infrastruktur ist dürftig. Oft sind es die Frauen, die alleine mit ihren Kindern im Camp zurückgeblieben sind, viele Männer haben sich auf und davon gemacht.

„Die Lebensumstände der Frauen, die wir kennen gelernt haben, waren oft bedrückend“, schildert Daniela Landwehr. Trotzdem war die Begegnung von Herzlichkeit geprägt. Die Mülheimer Besucherinnen haben gemeinsam mit den Frauen in Daressalam viel gelacht, gesungen, gegessen, Gottesdienste gefeiert und Verbundenheit gespürt. Andrea Ruddat sagt das so: „Letztlich teilen wir genau das gleiche Bedürfnis nach einem Zuhause, nach Gemeinschaft, danach angenommen zu werden und sein Leben würdevoll zu gestalten.“

Wer persönliche Berichte der Reisenden hören und einige Bilder der Reise sehen möchte, ist herzlich zum Tansania-Abend in der Ev. Ladenkirche, Kaiserstraße 4, am Dienstag, 9. September, 19 Uhr, eingeladen. Wer sich für die Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis An der Ruhr interessiert, findet hier weitere Informationen oder nimmt Kontakt auf mit Pfarrerin Ursula Thomé, der Vorsitzenden des Partnerschaftskreises (thome@kirche-muelheim.de). Zum nächsten Besuch in Mülheim werden Gäste aus Daressalam voraussichtlich Pfingsten 2016 erwartet.

Hier geht's zur großen Bildergalerie von der Begegnung in Daressalam.

Die Partnerschaft mit dem „Jimbo la Kaskazini“ hat die Kreissynode An der Ruhr 2007 beschlossen. Der Partnerkirchenkreis liegt in Daressalam, der größten Stadt Tansanias und gehört zur Ost- und Küstendiözese (Eastern- and Coastal Diocese, ECD) der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Tansania (ELCT). Inhaltliche Schwerpunkte der Partnerschaftsarbeit liegen in den Themengebieten Jugend, Frauen und Umgang mit HIV / AIDS. Unter den Partnern sind regelmäßige Besuche vereinbart, die alle zwei Jahre, jeweils abwechselnd in Deutschland und Tansania, stattfinden.

 

Friendship, Partnership, Fellowship in Christ - mit dem Partnerschaftsbanner bei der Jugendbegegnung in Dodoma. Friendship, Partnership, Fellowship in Christ - mit dem Partnerschaftsbanner bei der Jugendbegegnung in Dodoma.

  

 

 

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ala / 28.07.2014



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