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Fortbildung

Zwischem Trauma und neuer Realität

Viele Geflüchtete kommen traumatisiert nach Deutschland. Ein Seminar für LehrerInnen und FlüchtlingshelferInnen gab Hilfestellug im Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen.

Geflüchtete Kinder erzählen von Schlafproblemen und Alpträumen, zeigen sich überängstlich oder aggressiv – all das erleben Lehrerinnen und Lehrer und Engagierte in der Flüchtlingsarbeit im Alltag mit den Geflüchteten. Hinter Verhaltensweisen, die im Alltag aus dem Rahmen fallen, kann ein Trauma stehen, das Kinder und Jugendliche aus ihrem Herkunftsland oder von der Flucht nach Deutschland mitgebracht haben. Wie man Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung bei Kindern und Jugendlichen erkennt, erfuhren die Teilnehmenden einer Fortbildungsveranstaltung mit Psychologin Dr. Diana Ramos-Dehn. Das Schulreferat und das Flüchtlingsreferat des Kirchenkreises An der Ruhr hatten in Kooperation mit der Kindernothilfe dazu eingeladen.

„Oft bemerkt man in Schulklassen, dass mit dem einen oder anderen Schüler vielleicht etwas ,nicht stimmt‘. Das Seminar hilft, eigene Wahrnehmungen besser einzuordnen“, erläutert Sabine Dehnelt, Schulreferentin des Kirchenkreises, die Ausgangslage. Die Veranstaltung war schließlich im Handumdrehen ausgebucht. Kein Wunder, denn viele der trauma-typischen Verhaltensweisen haben die Teilnehmenden selber an Kindern und Jugendlichen erlebt. Die eine berichtet von Vermeidungsverhalten, mit dem bestimmte Situationen umgangen werden, der andere von der leichten Reizbarkeit, die er bei seinen Schülern beobachtet hat. Doch es können sich auch ganz unerwartete Symptome zeigen, erläuterte Psychologin Dr. Ramos-Dehn. „Da kommt zum Beispiel einer, der sagt ,ich spüre mein Bein nicht mehr.‘ Das kann zu den dissoziativen Symptomen gehören, die auch kennzeichnend für Traumatisierte sind.“ 

Fatal für das Asylverfahren sind Erinnerungslücken – ein Problem, das viele Flüchtlingshelfer aus ihren Kontakten kennen. „Bei der Anhörung wird von den Geflüchteten verlangt, dass sie bitte genau sagen, was im Herkunftsland passiert ist. Viele können das aber nicht“, so die Referentin. Genauso sei es möglich, dass Bruchstücke aus dem Gedächtnis wieder an die Oberfläche kommen. So könne es sein, dass bei der einen Anhörung ein Ausschnitt des Geschehens berichtet wird und später ein anderer. „Dann heißt es vielleicht „Sie lügen!“, so Ramos-Dehn. „Dabei erinnern sie sich – nur anders“, auch das sei typisch für traumatisierte Menschen.

„Patentrezepte für den Umgang mit traumatisierten Geflüchteten können wir hier nicht vermitteln“, sagt Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender. Dennoch nahmen die Teilnehmenden aus der Tagung im Petrikirchenhaus Tipps für wichtige erste Schritte mit. Manchmal können es kleine Interventionen sein, die helfen, etwa Atempausen mit kleinen Entspannungsübungen zwischendurch. Wichtig sei, Sicherheit und Stabilität zu vermitteln, erfuhren die Teilnehmenden. Und optimal, wenn im Schulunterricht flexibles Eingehen auf die Bedürfnisse der Schüler möglich ist – nicht immer einfach umzusetzen, wie die Teilnehmenden anmerkten. 

 

 

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ala / 27.04.2018



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