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für den 27.08.2016

Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.

Daniel 12,2

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Vereinte Ev. Kirchengemeinde

Einladung zum Grenzgang

Mehr Grenzgänge wagen, sich nicht im vermeintlich sicheren Mittelmaß einrichten, dazu rief Oberbürgermeister Ulrich Scholten in seiner Kanzelrede in der Petrikirche auf.

Kanzelredner Scholten in der Petrikirche Kanzelredner Scholten in der Petrikirche

„Auf Allerhand“ war er gefasst, als er vor nicht allzu langer Zeit zum Oberbürgermeister gewählt wurde, so Ulrich Scholten. „Aber eine Kanzelrede hatte ich nicht auf der Rechnung“ – erst recht nicht zum für diesen Sonntag vorgegebenen Text aus Römer 13,12: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts“, schreibt dort Paulus dort in seinem Brief an die Römer.

Sich einrichten im Mittelmaß, nicht direkt in der von Paulus beschriebenen Finsternis, aber auch nicht unbedingt im Licht, eher im „behaglichen Durchschnitt“, so beschrieb Oberbürgermeister Scholten eine häufig zu beobachtende menschliche Haltung. Doch der Advent sei da anders, quasi eine „Einladung zum Leben auf der Grenze zwischen Schatten und Licht“. Advent bedeute Erwartung, sei die Zeit, in der alle in der Erwartung des ganz Anderen leben. Und das sei nicht gleichbedeutend mit dem behaglichen Einrichten im Kerzenschein“.

Die unmittelbare Erwartung Gottes sei für die meisten Christen heute ein eher fern liegender Gedanke. „Wir haben uns daran gewöhnt, das Gefühle der unmittelbaren Erwartung herunter zu dimmen. Und manchmal scheint es als helfe uns unserer Religion dabei, und darin einzurichten. Es scheint als hätte sie ihr Störpotenzial verloren“.

Dabei sei es doch gerade die Bibel, die solch gedankliche Morgenmuffelei quasi nicht kenne und gerade dazu aufruft, jeden Tag, so wie Kinder es tun, in aufgeregter Erwartung zu beginnen. Und damit auch offen zu sein für die bereichernden Grenzerfahrungen zwischen Finsternis und Licht.
Dass die adventlich-freudige Erwartung nicht immer leicht falle, räumte Ulrich Scholten ein: Risse in Familien, Terror und Krisen in der Welt laden nicht unbedingt zur Vorfreude ein. Doch Rückzug und Weltflucht nach dem Motto „Gott wird‘s schon richten“ sei die falsche Konsequenz. Im Gegenteil, „radikale Zuwendung, so wie es zum Beispiel schon viele Ehrenamtliche tun“, sei die notwendige Haltung.

Sich nicht zurückziehen, sondern konsequent „die Waffen des Lichts“ anzulegen, offen sein für ein Leben mit Gott – „Setzt Paulus da nicht zu hoch an?“, fragte Scholten. Kann man seinen Lebenswandel einfach so ändern wie man Kleider an- und ablegt? – Der Kanzelredner ermutigte die Gottesdienstgemeinde in der Petrikirche, den Grenzgang zu versuchen.

„Grenzerfahrungen lassen es reißen im Gebälk“, so Ulrich Scholten. Etwa, wenn wir uns vom Blick eines Menschen berührt fühlen, ein Bild den Betrachter ergreift oder ein Gedicht seinen Leser. „Tun wir das nicht einfach als Episode ab, sondern erleben wir das als Klopfzeichen einer anderen Welt“, so Kanzelredner Scholten. „Denn jede Zeit ist unmittelbar zu Gott, im Kind in der Krippe ist er schon da. Und er ist, so wie im bekannten Song, gekommen um zu bleiben.“

Die Reihe „Mülheimer auf die Kanzel“ wird gemeinsam durch den Sozialethischen Ausschuss des Kirchenkreises An der Ruhr und die Vereinte Evangelische Kirchengemeinde verantwortet und findet in loser Folge in der Petrikirche statt. Bisherige Kanzelrednerinnen und -redner waren unter anderem: Dr. Ursula Forster, Hannelore Kraft, Nils B. Krog, Helmut Schäfer und Dr. Fabian Grimpe.

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ala / 29.11.2015



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