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"Sich vom Singvirus anstecken lassen"

Zehn Jahre gibt es die Singschule, das wird an diesem Wochenende gefeiert - mit einem Tag der offenen Tür und viel Gesang. Im Interview spricht Kirchenmusiker G. Burger die Arbeit mit jungen Menschen, Castingshows und das umwerfende Gefühl beim hohen f.

Benefizkonzert 2009 (Foto: Köhring) LupeBenefizkonzert 2009 (Foto: Köhring)

Seit zehn Jahren gibt es an der Petrikirche eine Singschule. Diesen runden Geburtstag will Kirchenmusikdirektor Gijs Burger nun mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Singschule, mit Gemeindemitgliedern und Musikinteressierten feiern. Am Wochenende vom 10. und 11. Februar lädt die Singschule ein zu einem Tag der offenen Tür, einem Konzert und einem Festgottesdienst mit anschließendem Empfang (mehr zum Programm s.u.).

Im Interview vorab spricht Kirchenmusiker Gijs Burger über die Arbeit mit jungen Menschen, musikalischen Anspruch und Castingshows und das umwerfende Gefühl beim hohen f.

Wie kam es dazu, dass Sie eine Singschule gegründet haben?
Ich wollte die Kinderchorarbeit professionalisieren. In England hatte ich sehr gute Kinderchöre gehört und das hat mich nicht losgelassen. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht und versucht die Qualität schrittweise zu steigern. Als ersten Schritt habe ich eine Stimmbildnerin in die Singschule geholt.

Welche Rolle spielt der musikalische Anspruch in der Singschule?
Eine ganz große, auch für die Kinder, sonst würden sie gar nicht so lange bei uns bleiben. Die Kinder möchten gerne gefordert werden. Das gilt übrigens ganz besonders für die Jungen. Mit „Kinderkram“ wollen die sich nicht lange aufhalten. Wenn sie als Neun- oder Zehnjährige erstmals mit dem Kammerchor proben dürfen, sind sie sehr konzentriert und legen sich richtig ins Zeug.

 

Kinderoper "Die kluge Bauerntochter" (Foto: Köhring) LupeKinderoper "Die kluge Bauerntochter" (Foto: Köhring)

Was haben die jungen Sängerinnen und Sänger von der Chorarbeit?
Eine ganze Menge. Oft haben sie vorher ihre eigentliche Singstimme noch gar nicht entdeckt. So erleben sie beim Singen ein ganz neues Körpergefühl. Überhaupt: Spätestens dann, wenn die Kinder merken, dass sie mit einem hohen f ganz allein den Kirchenraum füllen können, sind sie vom Singvirus infiziert.

Was hat sich in zehn Jahren Singschule verändert?
Angefangen haben wir mit 50 Kindern, heute singen rund 130 in sieben Gruppen bei uns. Seit 2006 haben wir die Gruppen in Jungen- und Mädchenchöre unterteilt. Seitdem hat sich die Zahl der Jungen verdreifacht. Im Mädchenbereich werden wir jetzt verstärkt mit dem A- und B-Chor gemeinsam arbeiten. Eigentlich wandelt sich die Singschule ständig, sie entwickelt sich immer weiter. Aus Holland kommt die Idee mit der „Zimbal“. Das ist ein Saiteninstrument, das die Kinder der Zimbalistengruppen bei uns spielen. So entwickeln sie ein viel besseres Gespür für Töne, Tonhöhen und –abstände. Aus England kommt die Tradition, dass man für neue Fähigkeiten und Kenntnisse mit einem farbigen Band ausgezeichnet wird, das man zur Chorkleidung tragen kann. Das haben wir für uns übernommen und es motiviert die Kinder sehr.

Über welche Höhepunkte in der Singschularbeit freuen Sie sich?
Regelmäßige Höhepunkte sind sicherlich die Kinderopern, die wir jedes Jahr im November aufführen. Aber ich freue mich auch über das tolle Zusammenspiel zwischen Jungen- und Kammerchor, das inspiriert beide Seiten. Mit den Mädchen singen wir bald im Xantener Dom, ein großer Auftritt motiviert natürlich immer ganz besonders.

Wirken sich aktuelle Musiktrends auf die Singschule aus?
Das Fernsehen hat eher Auswirkungen als die Musik aus den Charts. Was den Stil angeht, sind Kinder bis acht Jahren eigentlich völlig offen und auch für Klassik zu haben. Viel stärker müssen wir die Auswirkungen von Casting-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ im Auge haben. Reine Selbstdarsteller mögen bei einer Castingshow erfolgreich sein, helfen aber dem Chor nicht weiter. Wer bei uns einmal solo gesungen hat, darf nicht die Nase in die Luft halten.
Mehr als die aktuellen Charts beeinflusst uns auch die Entwicklung hin zur Ganztagsschule. Die Kinder sind oft schon total erschöpft, wenn sie am Nachmittag in die Probe kommen.

Das Programm zum Fest

Samstag, 11. Februar, Tag der offenen Tür
14 Uhr Wichtelchor, Martin-Luther-Haus, Hagdorn 1
15 Uhr Zimbalisten, Martin-Luther-Haus
16 Uhr offene Probe der A- und B-Chöre der Jungen und Mädchen,
Petrikirche
17 Uhr Konzert, Petrikirche

Sonntag, 12. Februar
11.15 Uhr Festgottesdienst in der Petrikirche, mit den A-Chören, dem Kam-merchor und Ehemaligen
Anschließend Empfang, alle Interessierten sind herzlich eingeladen

 

Stichwort Singschule
130 Kinder und Jugendliche lernen dort bei Kantor Burger, zwei Stimmbildnerinnen, einer Honorarkraft in der Chorleitung, sowie (drei) ehrenamtliche Kräften in der Musiktheorie. (Zehn) weitere ehrenamtliche Helfer kümmern sich um Notenbibliothek und Chorgewänder (mehr unter musik-in-petri.de).

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ala / 06.02.2012



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