Zurück aus Tansania

"Herzlichkeit bleibt in Erinnerung"

"Die Herzlichkeit, mit der wir aufgenommen worden sind", diese Erinnerung bleibt in Torsten Möllers Gedächtnis haften. Der Jugendpastor ist nun gemeinsam mit der Kirchenkreis-Delegation von der Begegnungsreise nach Tansania zurückgekehrt.

Zum Abschied gab es für die Besucher aus Mülheim ein traditionelles weißes Baumwollkleid. Mit im Bild: Repräsentanten der Dözese und Bischof Malasusa (2. v.l.). LupeZum Abschied gab es für die Besucher aus Mülheim ein traditionelles weißes Baumwollkleid. Mit im Bild: Repräsentanten der Dözese und Bischof Malasusa (2. v.l.).

Gleichfalls zur Reisegruppe gehörten Pfarrerin Ursula Thomé (Gemeindedienst Mission und Ökumene), Ruth Lenz (Mitglied im Frauenausschuss und Presbyterin der Kirchengemeinde Styrum) und Pfarrer David Ruddat (Kirchengemeinde Saarn) aus Tansania zurückgekehrt. Die Gruppe hatte in der tansanischen Ostküstendiözese die Kirchenkreise Kinondoni, Temeke und Ilala besucht, um dort Möglichkeiten für eine künftige Kirchenkreispartnerschaft zu erkunden.

In Tansania konnten die Mülheimer Besucher sogar einige Parallelen zum heimischen Gemeindeleben entdecken. Ein Großteil der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort wird von Frauen getragen. Unterschiede entdeckte Torsten Möller in der Jugendarbeit: "Die Jugendlichen dort organisieren sich selbst und treten auch ohne Unterstützung von Hauptamtlichen Jugendmitarbeitenden mit eigenen Wünschen und Forderungen an den Pfarrer heran."

 

 

Beim Besuch eines Frauenprojektes pflanzt Ruth Lenz symbolisch einen Apfelsinenbaum. LupeBeim Besuch eines Frauenprojektes pflanzt Ruth Lenz symbolisch einen Apfelsinenbaum.

Besonders berührt waren die Gäste von den Schicksalen HIV-infizierter Menschen und ihren Familien. "Hier gibt es viele Anknüpfungspunkte für unsere Unterstützung", so Torsten Möller. Die Ostküstendiözese unterstützt in zahlreichen Projekten zum Beispiel Frauen und Kinder, die durch AIDS zu Witwen und Waisen geworden sind.
 
Auch an anderer Stelle ist die Kirche in Tansania ein wichtiger Kontenpunkt im sozialen Netz. Die Delegation des Kirchenkreises besuchte etwa ein Hilfsprojekt einer US-Organisation, das vor Ort von der Kirche koordiniert wird: Bedürftige bekommen dort Ziegen, die wiederum für ihren eigenen Nachwuchs sorgen. Das erste Zicklein behalten sie selbst, das zweite geben sie an andere Bedürftige weiter und das übernächste wieder zurück an die Hilfsorganisation. 

 

 

Baustellenbesch mit Hoyce Mbowe, Superintendentin des Kirchenkreises Kidoni. LupeBaustellenbesch mit Hoyce Mbowe, Superintendentin des Kirchenkreises Kidoni.

"Natürlich sind HIV und Armut wichtige Probleme in Afrika. Doch in Europa denken wir zu oft in Klischees und Extremen", stellt der Jugendpastor klar. "Meist bestimmen Krisenbilder oder Safari-Romantik unser Afrikabild in Westeuropa." In einer großstädtischen Umgebung, wie etwa der von Daressalam, war Vieles für die Besucher aus Mülheim "erstaunlich vertraut und bekannt". "Die Häuser unserer Gastfamilien hätten mit gleichwertigen Baustandard auch in Saarn stehen können, das Büffet bei einem Fest hätte ein deutscher Cateringservice so ähnlich anbieten können", berichtet der Jugendpastor.

 

Nun steht der Bericht der Gruppe in der Herbstsynode an, wo über die weiteren Schritte auf dem Weg zu einer möglichen Partnerschaft entschieden wird. "Für die Menschen in Tansania ist das Wort von der Partnerschaft sehr bedeutungsvoll", hat der Jugendpastor bei seiner Reise erfahren. "Eine Partnerschaft ist nichts, was man leichtfertig wieder aufkündigen könnte. Gleichzeitig wird man quasi in die Familie mit aufgenommen."

 

Weitere Berichte über die Begegnung:

Erster Reisebericht

Zweiter Reisebericht

Aussendungsgottesdienst und Abreise

Besuch von Bischof Malasusa in Mülheim

 

 

ala /