Kirchenkreis

Beten für den Frieden

Für den Frieden Gottes als Rückhalt gegen Krieg und Gewalt beteten gemeinsam rund 150 Mülheimerinnen und Mülheimer beim ökumenischen Friedensgebet in der Innenstadt.

„Der Frieden Gottes steht für Gleichheit“, sagt Superintendent Hitzbleck zum Auftakt des diesjährigen ökumenischen Friedensgebetes. „Jeder Mensch braucht Andere, die für einen eintreten. Der Friede Gottes steht für gleich geliebt werden, gleich gewollt werden und gleich beweint werden – ganz gleich ob Bomben in Kabul fallen oder in München. Überall leiden Menschen unter erklärten und nicht erklärten Kriegen.“

Rund 150 Mülheimerinnen und Mülheimer waren auf Einladung des Katholischen Stadtdekanats und des Kirchenkreises An der Ruhr zum zweiten ökumenischen Friedensgebet zusammengekommen. Im vergangenen Jahr, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, hatte ein erstes gemeinsames Friedensgebet stattgefunden. Treffpunkt war auch in diesem Jahr der Synagogenplatz in der Mülheimer Innenstadt, wo die Teilnehmenden eine kurze Ansprache von Superintendent Hitzbleck hörten. Markus Zaja gestaltete den musikalischen Rahmen mit Musik vom Saxophon.

Schweigend zog die ökumenische Gemeinde danach über die Schloss- und Leineweberstraße hinauf zum Kirchenhügel, wo in der Kirche St. Mariae Geburt eine gemeinsame Andacht stattfand. Zwei Männer, die vor Krieg und Gewalt in Syrien und Eritrea nach Mülheim geflohen sind, berichteten dort eindrücklich über ihren Weg nach Deutschland und über die Situation in der Heimat (Berichte siehe unten). Dagmar Tietsch-Lipski, Assessorin des Kirchenkreises, streute „Blitzlichter“ aus der aktuellen Nachrichtenlage ein: Weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht, nach jüngsten Angriffen im Irak sind es wieder 85.000 mehr, in Deutschland liest druckt man Broschüren über das „Einwanderungsland“ und gleichzeitig hetzen andere gegen die vermeintlich Kriminellen, die da kommen.

Viele Menschen zeigten sich hilflos angesichts vieler Kriege und solche Schicksale, sagte Stadtdechant Michael Janßen in der Andacht. „Und Viele klagen und sagen ,Was können wir denn tun?‘“ „Sie haben etwas getan“, wandte er sich an die Gemeinde in St. Mariae Geburt. „Sie sind gemeinsam auf die Straße gegangen. Und das ist ein Zeichen des Lichts, auch das kleinste Licht erhellt die Dunkelheit.“

 

 

ala / 08.08.2016