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Ev. Familienbildungsstätte Mülheim
Montag, 23. September, 14.30 Uhr
Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung
Ev. Familienbildungsstätte Mülheim

 

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Tersteegen-Gottesdienst

Im Gedenken gegenwärtig

Als "einen, der uns konfessionsübergreifend zum Glauben einlädt", würdigte Präses Manfred Rekowski den vor 250 Jahren in Mülheim verstorbenen Prediger und Liederdichter Gerhard Tersteegen beim feierlichen Gottesdienst in der Petrikirche. 

Präses Rekowski predigte im Festgottesdienst in der Petrikirche Präses Rekowski predigte im Festgottesdienst in der Petrikirche

„Gerhard Tersteegen – einer von uns?“, fragte Pfarrer Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, im feierlichen Gottesdienst zum Gedenken an Gerhard Tersteegen in der Mülheimer Petrikirche. Der bekannte Prediger und Liederdichter Tersteegen (1697-1769) verstarb vor 250 Jahren in Mülheim. Rheinischer geht’s wohl nicht, so könnte man meinen – in Moers wurde Tersteegen geboren, gelebt und gewirkt hat er maßgeblich im Mülheim an der Ruhr.  Aber dennoch war er zur Amtskirche auf Distanz, so Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt. „Er hat wohl ein wenig mit der Kirche gefremdelt – und sie auch mit ihm. Sie war ihm zu wenig fromm, und wir heute wären ihm vermutlich nicht auf die richtige Weise fromm.“ Dennoch sei Tersteegen „konfessionsübergreifend einer für uns; einer, der uns zum Glauben einlädt“, sagte Präses Rekowsi in seiner Predigt.

Superintendent Hillebrand begrüßte die Gottesdienstgemeinde in der Petrikirche Superintendent Hillebrand begrüßte die Gottesdienstgemeinde in der Petrikirche

„Tersteegen wäre sicher nicht begeistert, wenn er erfahren hätte, was wir hier heute tun“, sagte Superintendent Gerald Hillebrand in seiner Begrüßung zum Festgottesdienst 250 Jahre nach Tersteegens Tod. „Er hätte sich sicher jede Form von Aufhebens verbeten. Und doch war er nicht nur einer der Stillen, sondern auch einer der Großen und so würdigen wir ihn nun als Theologen, als Seelsorger und Menschenfreund.“

Die Gottesdienstgemeinde in der Petrikirche würdige Tersteegen mit viel Musik und sang gemeinsam mit dem Chor viele Lieder aus der Feder des nun ehrend bedachten Predigers und Liederdichters. Für die musikalisch stimmungsvolle Atmosphäre sorgten die Petri-Kantorei (Dirigat: Julian Weller) und KMD Gijs Burger (Orgel).

Für die ACK am Gottesdienst beteiligt (v.l.): Dr. Heinz-Rudi Spiegel, Pastor Ekkehard Vetter (Christus-Gemeinde), Superintendent Hillebrand, Stadtdechant Michael Janßen und Leonie Türnau (katholische Kirche)  Für die ACK am Gottesdienst beteiligt (v.l.): Dr. Heinz-Rudi Spiegel, Pastor Ekkehard Vetter (Christus-Gemeinde), Superintendent Hillebrand, Stadtdechant Michael Janßen und Leonie Türnau (katholische Kirche)

In protestantischen Kirchen im In- und Ausland noch heute bekannt ist das Lied „Gott ist gegenwärtig“, mit dem Text aus der Feder Gerhard Tersteegens, „wohl die Kurzfassung des Glaubensbekenntnisses aller Christenmenschen“, wie Präses Manfred Rekowski es formulierte. Wie Gott gegenwärtig ist, bedachte der Präses in seiner Predigt, in deren Mittelpunkt der aaronitische Segen aus dem 4. Buch Mose stand. „Es geht dabei um eine umfassende Zusage Gottes für uns auf allen Lebenswegen“, so Rekowski. Gerhard Tersteegen habe diesen Segenszuspruch in seinem Lied „Brunn alles Heils, dich ehren wir“ ausgelegt. Diese Auslegung Tersteegens grifft Rekowski in seiner Predigt auf.

Die Liedstrophen Tersteegens seien als Bittgebet formuliert („Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib“), eine Bitte um etwas, genau wie im aaronitischen Segen („Der Her segne dich und behüte dich“). „Der Segen wird erst dann wirklich, wenn Gott diese Bitte Wirklichkeit werden lässt. Gerhard Tersteegen hat dies genau gewusst“, so Präses Rekowski. Die unmittelbare Gottesbeziehung war für den christlichen Mystiker Teerstegen von zentraler Bedeutung, die Bibel für ihn „ein Liebesbrief Gottes“, den Menschen zugesandt.

Der Segen Gottes begleitet die Menschen auch auf Irrwegen, machte Prediger Rekowski deutlich: „Der Segen Gottes ist für alle Wege bestimmt – auch für die Fluchtwege unseres Lebens und für die schuldhaft eingeschlagenen Irrwege. Gott entzieht uns seine Begleitung nicht.“ - „Er segne uns nach Seel und Leib und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht“, so klingt das in den Liedversen Tersteegens, die die Gemeinde gemeinsam mit der Petrikantorei sang.

 

 

Für die Mülheimerinnen und Mülheimer ist der vor 250 Jahren verstorbene Prediger und Liederdichter nicht nur im Gesangbuch präsent. Anlässlich des Tersteegenjahres rückt die Vereinte Evangelische Kirchengemeinde den sanierten Tersteegen-Gedenkstein, die viele Jahre kaum sichtbar hinter der Petrikirche stand, wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der sanierte Stein wird im Rahmen eines Gottesdienstes am Todestag Testeegens, Mittwoch, 3. April, 20 Uhr, feierlich enthüllt. Dazu lädt die Gemeinde alle Interessierten herzlich ein.

 

 

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ala / 31.03.2019



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