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Neujahrsempfang

Hoffnungspreis für Mama Mwamini

Neujahrsempfang mit Videobotschaft aus Daressalam: Sozialarbeiterin Mwamini Chuma dankte für den Hoffnungspreis. Superintendent Hitzbleck hielt den Festvortrag über die Aufgaben der Kirche im sozialen Umbruch.

Mwamini Chuma, Sozialarbeiterin des Mülheimer Partnerkirchenkreises Mwamini Chuma, Sozialarbeiterin des Mülheimer Partnerkirchenkreises "Northern District"

Den Festvortrag „Und wenn die Welt voll Teufel wär‘ … - die Aufgabe der Kirche im Umbruch der Verhältnisse“ von Superintendent Helmut Hitzbleck und die Auszeichnung mit dem Hoffnungspreis für Sozialarbeiterin Mwamini Chuma aus Daressalam erlebten die über 200 geladenen Gäste des Neujahrsempfanges, den der Kirchenkreis An der Ruhr traditionell zu Beginn des neuen Kirchenjahres mit dem ersten Advent feierte.

Hoffnungspreis für Mwamini Chuma

Hilfesuchende erfahren bei „Mama“ Mwamini Respekt und bekommen neue Hoffnung, so heißt es in der Urkunde zum diesjährigen Hoffnungspreis. Mit ihrer Arbeit unterstützt Mwamini Chuma, Sozialarbeiterin im Mülheimer Partnerkirchenkreis „Northern District“ in Daressalam, unter anderem Kinder und Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind, oder junge Mütter, die ungeplant schwanger wurden und häufig alleinerziehend sind. Dabei wird sie auch von Ehrenamtlichen unterstützt. „Mwamini Chuma ist ein wichtiger Knoten in einem Netzwerk von Frauen, die zusammenhalten“, sagte Assessorin Dagmar Tietsch-Lipski in der Laudatio. Die Mülheimer haben Mwamini Chuma in diesem Frühsommer kennen gelernt, im Mai und Juni war sie mit einer Delegation aus Daressalam in Mülheim zu Gast. Bei vorherigen Partnerschaftsbesuchen haben Gäste aus dem Kirchenkreis auch Einblick in die diakonische Arbeit in Daressalam bekommen.

Beim Neujahrsempfang im Mülheimer Altenhof sahen die Gäste eine übersetzte Videobotschaft aus Daressalam. „Ich nehme diesen Preis mit großer Freude an. Gott segne Euch sehr. Denn es ist der erste Preis, den ich in meiner Lebensgeschichte bekommen habe. Und das motiviert mich, mich mehr und mehr in meiner Arbeit anzustrengen“, dankte Sozialarbeiterin Mwamini Chuma auf Kisuaheli. In dem Video stellte „Mama“ Mwamini auch weitere Aspekte ihrer Arbeit vor.

HIV und AIDS sind noch immer ein großes Thema in Tansania und auch in Daressalam. Mwamini Chuma unterstützt betroffene Kinder und Familien zum Beispiel bei der Beschaffung von Medikamenten, aber auch mit Schulmaterial. Auch finanziell sind Familien in Daressalam durch die Krankheit getroffen. Wenn erkrankte Eltern nicht mehr für das Familieneinkommen sorgen können, hilft die Sozialarbeiterin, neue Wege zu finden. Spender aus besser begüterten Gemeinden des Partnerkirchenkreises unterstützen die Arbeit.

Eine andere wichtige Zielgruppe der Diakonie im Partnerkirchenkreis sind junge Mütter und alleinerziehende Mütter. Die von den Kindsvätern verlassenen Frauen verlieren ihre gesellschaftliche Anerkennung, werden häufig allein gelassen von ihren Herkunftsfamilien, manche haben Gewalt erlitten. In der Kirche bekommen sie eine Heimat und auch finanzielle Unterstützung, denn ihnen fehlt das Geld des Vaters, der seine Familie zu versorgen hätte.

Der Hoffnungspreis des Kirchenkreises An der Ruhr ist mit 1500 Euro dotiert. Den verliehenen metallenen Hahn, symbolisch für praktizierte Wachsamkeit, nahm stellvertretend Pfarrerin Karla Unterhansberg, Vorsitzende des Synodalen Ausschusses für Ökumene und Partnerschaft, entgegen. In einer Fotopräsentation vermittelte sie den Mülheimer Veranstaltungsgästen aktuelle Eindrücke aus Daressalam. Einige Bilder zeigten „Income generating projects“, ein wichtiges Feld der diakonischen Arbeit im Mülheimer Partnerkirchenkreis. Diese Projekte erlauben bedürftigen Menschen, selber ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. In den Projekten wird nicht nur Geld verdient, sondern es werden auch handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, die die Beteiligten unabhängig von den Projekten für sich nutzen können. Gemeinsam mit einer Gruppe von Frauen wird im Partnerkirchenkreis etwa Perlenschmuck zum Verkauf hergestellt. Außerdem gibt es eine kleine Farm, auf der Gemüse und Obst für den Eigenbedarf und zum Verkauf angebaut wird.

Die Tansania-Partnerschaft des Kirchenkreises besteht seit 2007. Alle zwei Jahre finden Besuche, jeweils abwechselnd in Mülheim und in Daressalam statt. Inhaltliche Schwerpunkte der Partnerschaftsarbeit sind: Jugend, HIV/AIDS und die Arbeit von, mit und für Frauen.

Weitere Informationen: www.tansania.kirche-muelheim.de.

Festvortrag von Superintendent Hitzbleck: Offen sein, fragend bleiben, den Dialog suchen

Die Kirche der Zukunft muss den Dialog suchen, Brücken bauen und den Menschen helfen, aufeinander zuzugehen. Das betonte Superintendent Hitzbleck in seinem Festvortrag „Und wenn die Welt voll Teufel wär‘ … - die Aufgabe der Kirche im Umbruch der Verhältnisse“. Für den Superintendenten war es der letzte Neujahrsempfang im aktiven Dienst, ehe er im kommenden Frühjahr in den Ruhestand eintritt.

Die „Rolle der Christenmenschen in Zeiten der Veränderung“ beschrieb Helmut Hitzbleck anhand des bekannten Wortes aus dem Matthäusevangelium „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und gebt Gott, was Gottes ist“. „Praktisch bedeutet das: Die Menschen müssen sich über Gottes Wort, über ihre Position dazu und über ihren Glauben selber auseinandersetzen.“ Offizielle Leitworte mögen dabei hilfreich sein, aber letzte Entscheidungen lägen beim „zur Freiheit verdammten“ Menschen selbst. „Die Aufgabe von Gemeinden ist es, die Menschen mitzunehmen auf einen Weg des Nachdenkens, und zu helfen, gemeinsame Positionen zu entwickeln.“ Dabei könne es nicht darum gehen, am Ende zu entscheiden, welche religiöse Tradition vermeintlich Recht habe, die gemeinsame Suche sei vielmehr das Ziel.

„Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet“, mit diesem Wort aus dem Matthäusevangelium knüpfte Hitzbleck daran an und forderte von den Christen im Umbruch der Verhältnisse, im gesellschaftlichen Dialog offen auf andere zuzugehen. „Wir müssen immer wieder neu in den Dialog treten. Wenn wir das nicht tun, kann das fürchterliche Konsequenzen haben“. Stattdessen neige man zu oft dazu, Nachrichten durch die eigene Filter wahrzunehmen, die allzu schnell Kategorien von Gut und Böse, Richtig und Falsch nahelegten. „Wir müssen Fragende bleiben, Hinterfragende bleiben, politisch, aber auch persönlich“, so formulierte es der Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr. Auch individuelle Konflikte sähen im zugespitzten Dialog anders aus als aus einigem Abstand betrachtet. „Aufgabe der Kirche ist es, Brücken zu bauen, damit die Menschen die Streitigkeiten des Alltags nicht absolut setzen, sondern kleine Schritte aufeinander zu machen können“, so Hitzbleck. Dabei gelte es besonders diejenigen in den Blick zu nehmen, die selber stark verstrickt in die Nöte des Alltags sind. Die zu bauenden Brücken könnten von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Hitzbleck: „Kirche ist überall anders, aber immer dialogisch und auf Frieden bedacht und immer sehnt sie nach Gerechtigkeit.“

 

 

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ala / 28.11.2016



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