Gottesdienste

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Montag, 2. November, 19.30 Uhr
Elternunterhalt
Ev. Familienbildungsstätte Mülheim
Dienstag, 3. November, 11.00 Uhr
offene Markuskirche
ev. Markuskirchengemeinde
Samstag, 7. November, 10.00 Uhr
Auszeit für mich
Ev. Familienbildungsstätte Mülheim

 

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Losung

für den 31.10.2020

Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

Psalm 59,17

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Service

Vortrag Prof. Pfeiffer

Was tun gegen Jugendkriminalität?

"Wir müssen den Nachmittag der Kinder retten!" forderte Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer bei der Diskussion mit rund 300 Vertretern von Verwaltung, Polizei und Kirche in der Stadthalle. Um das "wie" entspann sich eine lebhafte Diskussion.

Prof. Dr. Christian Pfeifer Prof. Dr. Christian Pfeifer

Wer kriminelle Freunde hat, wird auch eher selber gegen das Gesetz verstoßen, präsentierte Gastredner Prof. Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, seinen Forschungsbefund. Ein weiteres Ergebnis aus einer Studie in Hannover: Besonders viele kriminelle Jugendliche seien unter den Besuchern von Jugendzentren zu finden. "Jeder Zweite dort hat fünf delinquente Freunde oder mehr", so Pfeiffer. Die Hauptschulen seien ein zweiter Ort, an dem sich besonders viele Jugendliche sammelten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

"Damit geraten zwei Berufsgruppen in den Fokus", folgerte der Referent "die Sozialarbeiter und die Hauptschullehrer." Besonders die erstgenannten fühlten sich von den pointiert dargestellten Statistiken herausgefordert. Wer am Dienstagabend die Stadthalle betrat, war am Eingang schon auf Postkarten verteilende Mitglieder des Stadtjugendrings und der Arbeitsgemeinschaft offene Tür (A.G.O.T.) getroffen. "Ein Jurist spricht heute wieder über Jugendarbeit. Schuster, bleib bei deinen Leisten!", forderten die Jugendarbeitrinnen und -arbeiter den Referenten per Postkartenprotest auf.

 

 

Das Podium war besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Schule, Diakonie, Staatsanwaltschaft und Polizei. LupeDas Podium war besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Schule, Diakonie, Staatsanwaltschaft und Polizei.

Der sah sich wenig später einer Abordnung kostümierter Ordnungshüter mit Clownsnasen gegenüber. Die waren während des Einführungsreferates gekommen, um den Professor mit roten Plüschhandschellen abzuführen. Doch dazu kam es nicht, Veranstalter und Moderatorin riefen die kostümierten Ordnungshüter zur Ordnung, sie mussten den Saal verlassen.

"Noch vor zwölf Jahren wollte ich selber ein Jugendzentrum gründen", berichtete Prof. Pfeiffer dann. Nach den aktuellen Forschungsresultaten ist der Kriminologe allerdings anderer Meinung. "Wir brauchen Sozialarbeiten nicht dort, wo sich hoch belastete Problemgruppen konzentrieren, sondern dort, wo sie alle erreichen, nämlich im verpflichtenden Ganztagsunterricht an den Schulen. Wir müssen den Nachmittag der Kinder retten."

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern von Stadt, Polizei, Diakonischem Werk, Schule und Staatsanwaltschaft, stimmten die Praktikerinnen und Praktiker in vielen Zielvorstellungen mit dem Gastreferenten überein. Prof. Pfeiffer: "Wir haben gerade Milliarden für die Bankenkrise ausgegeben. Haben wir denn nicht auch eine Erziehungskrise?" Applaus.

Doch wie nun die Erziehungskrise angehen? Die Tauglichkeit der bisherigen Maßnahmen schätzen die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer meist positiver ein als der Wissenschaftler. Auch ohne verpflichtenden Ganztagsunterricht gebe es bereits gelingende Kooperationen: Gruppen der offenen Ganztagsschulen besuchen Jugendzentren, die Kontaktbeamten der Polizei halten Sprechstunden in den Schulen, uvm.

Einen großen Mülheimer Träger in der offenen Ganztagsarbeit vertrat Birgit Hirsch-Palepu, stellvertretende Geschäftführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis An der Ruhr. Nicht immer sei es einfach, mit den vorhandenen Möglichkeiten eine optimale Ganztagsbetreuung zu realisieren: "Im Rahmen der NRW-Ganztagsoffensive bekommt eine Schule maximal 30.000 Euro zusätzlich, um den Nachmittag zu gestalten."

 

 

Birgit Hirsch-Palepu (Diakonisches Werk) diskutierte auf dem Podium Birgit Hirsch-Palepu (Diakonisches Werk) diskutierte auf dem Podium

Aus dem Publikum gab es zahlreiche Wortmeldungen und Plädoyers für die Arbeit in den städtischen und kirchlichen Jugendzentren. Auch Kontaktmöglichkeiten außerhalb der Schule seien wichtig. "Viele, die heute hier sind, haben ihre sozialen Kompetenzen als Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der offenen Jugendarbeit erworben", merkte Frank Held, CVJM-Sekretär auf dem Kirchenhügel, an.

Um langfristig in der Prävention Erfolg zu haben, müsse die vorbeugende Arbeit deutlich vor dem strafmündigen Alter einsetzen. "Wir müssen auch die Eltern in unsere Angebote einbeziehen", betonte Birgit Hirsch-Palepu vom Diakonischen Werk. "Wir müssen die Hilfen so früh wie möglich anbieten, oft sind Eltern dankbar dafür". Damit die Umsetzung nicht an Antragsfristen scheitert, wünschte sie sich einen Feuerwehrtopf, um schnell und flexibel reagieren zu können.

Hier finden Sie Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien von Gemeinden, Einrichtungen und Werken des Kirchenkreises An der Ruhr:

  • Diakonisches Werk: Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Schulprojekte, Jugendgerichtshilfe
  • Evangelische Familienbildungsstätte
  • Jugendarbeit im Kirchenkreis
  • Evangelische Beratungsstelle

 

ala /

 



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