Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Mittwoch, 20. November, 00.00 Uhr
Ausstellung Ursel Geruschkat: Engel
Evangelische Ladenkirche
Freitag, 6. Dezember, 15.00 Uhr
Handarbeits-Café
Evangelische Ladenkirche
Freitag, 6. Dezember, 16.00 Uhr
Adventsmarkt auf dem Kirchenhügel
Kirchenkreis-Hütte auf dem Adventsmarkt

 

> Alle Termine anzeigen

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 06.12.2019

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

Psalm 68,20

mehr
Service

Themenabend

Staat und Kirche: Plädoyer für Partnerschaft

Warum haben es "organisierte" Religionen leichter als andere,wenn sie mit dem Staat zusammenarbeiten? Was bedeutet das zum Beispiel für "Neuankömmlinge" in der Gesellschaft wie die Muslime? Darum ging es beim Themenabend zum "Religionsverfassungsrecht".

Prof. Dr. Janbernd Oebbecke, Verwaltungswissenschaftler und Experte für Religion und Recht Prof. Dr. Janbernd Oebbecke, Verwaltungswissenschaftler und Experte für Religion und Recht

Referent des Themenabends in der Evangelischen Ladenkirche war Prof. Dr. Janbernd Oebbecke von der Universität Münster. Sein Vortrag bildete den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Religionsfreiheit und Toleranz". Die Serie von Veranstaltungen unter Regie von Pfarrerin Christiane Wittenschläger (Synodalbeauftragte für die christlich-islamische Begegnung) wird demnächst mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt.

Religionsverfassungsrecht, das ist nicht nur ein Thema, das Verwaltungsrechtler Oebbecke in Fachkreisen diskutiert. Besonders der Islam "als Neuankömmling in unserer Gesellschaft" werfe immer wieder Fragen auf, die Schlagzeilen machen: Dürfen Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen? Und was ist mit den Schülerinnen? Soll das rituelle Schächten erlaubt sein?

 

 

Prof. Janbernd Oebbecke und Pfarrerin Christiane Wittenschläger Prof. Janbernd Oebbecke und Pfarrerin Christiane Wittenschläger


Doch auch an weniger schlagzeilenträchtigen Beispielen und an weniger polemisch geführten Diskussionen erkennt man, wie schwer es der "Neuankömmling" in unserer Gesellschaft habe. Ein Beispiel dafür: der islamische Religionsunterricht. "Von allen politischen Kräften gewollt", so Oebbecke. Die Einführung scheitere an der Struktur. Hier haben die "organisierten" christlichen Religionen Startvorteile.
Evangelische und katholische Kirche sind ebenso wie die jüdischen Gemeinden Körperschaften des öffentlichen Rechts. Hier finden Ministerien, staatliche Schulen und Universitäten Ansprechpartner für die Zusammenarbeit. Mit wem auf islamischer Seite kooperieren? Hier tun sich die Bundesländer, in deren Hoheit die Bildung fällt, schwer, so Oebbeckes Beschreibung des Status Quo. "Es gibt mindestens vier große islamische Verbände, die in Frage kämen. Doch die spiegeln nicht das Bild in der Türkei oder in anderen Ländern wieder, existieren dort zum teil gar nicht." Und, Hemmnis der Politik, kein deutsches Bundesland traue sich vorzupreschen und als erstes eine Kooperation aufzunehmen.

Je mehr beteiligte am Tisch sitzen, um so komplizierter wird die Kooperation von Kirche und Staat. Und dennoch ist sie für den Verwaltungsrechtler ein "attraktives Modell", dass in seiner Zwischenbilanz deutlich besser abschneidet als eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Maßgeblich müssten dabei die Interessen des Staates sein: die Integration von „Neuzugängen“ und damit auch die Chance zu verhindern, dass religiöse Gemeinschaften „ein Eigenleben“ führen.

Oebbecke sah Pluspunkte für die Kooperation in verfassungsrechtlicher und in pragmatischer Hinsicht. Zum Ersten: "Der Staat erleichtert den individuellen Glaubensvollzug und damit den Gebrauch eines Grundrechtes. Er erleichtert die Religionsausübung ebenso wie den Gebrauch der Meinungsfreiheit - ohne dass Nichtgläubige dadurch benachteiligt würden." Außerdem sicherten die Kirchen soziale Eckpfeiler der Gesellschaft, sicherten Hilfen in besonderen Belastungssituationen (Krankenhäuser, Seelsorge im Strafvollzug und Militär). Gleichzeitig böte der Status als "Körperschaft des öffentlichen Rechts" für die Kirchen Vorteile wie Mitwirkungsmöglichkeiten in staatlichen Gremien oder der Möglichkeit, eigene Beamten anzustellen. Oebbeckes Fazit: "Wer in diesem System nicht kooperiert, ist gehandicapped."


 

 

 

ala /

 



© 2019, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung