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Losung

für den 23.10.2020

Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen.

Jesaja 55,3

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Service

Speldorf / Heißen

Gemeinsam Geschichte erfahren

15 Ehrenamtliche aus der Heißener und Speldorfer Jugendarbeit machten sich in den Herbstferien auf den Weg nach Auschwitz. Gemeinsam beschäftigten sie sich dort mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Die Jugendlichen auf der "Rampe", hier kamen die Häftlinge im Lager an. LupeDie Jugendlichen auf der "Rampe", hier kamen die Häftlinge im Lager an.

In den Herbstferien fuhren 14 Jugendliche gemeinsam unter der Leitung von Wolfgang Piontek, Deike Kranz und Sven Imhoff nach Auschwitz und Birkenau, um vor Ort das NS-Konzentrationslager und dessen Auswirkung, anzusehen. Die Gedenkstättenfahrt wurde von uns seit Anfang des Jahres 2009 vor Anreise und innerhalb unseres Projektes ("Junge Deutsche und ihre Vergangenheit") durch Seminare und Diskussionsforen vorbereitet. Die Teilnehmer/innen verfügten so über ein fundamentales Wissen über über die polnisch-deutsche Geschichte, das weit über das Schulwissen hinausgeht.

 

 

In Bildern und Dokumenten wurden Schicksale deutlich. LupeIn Bildern und Dokumenten wurden Schicksale deutlich.

Die Besichtigungen wurden durch Führungen des Leiters der Gedenkstätte und Museums Auschwitz organisiert und begleitet, dies machte es den Jugendlichen leicht, sich in eine Lagerwelt vor 67 Jahren hineinzuversetzen. Es blieb in den Tagen aber auch genug Zeit, um sich allein oder in Kleingruppen das Lager genau anzuschauen. Aber auch im Selbststudium in der Bibliothek und im Archiv blieb viel Zeit, um eigene Eindrücke zu verstärken, zu verstehen und mit Menschenbildern zu füllen.

Die gemachten Erfahrungen und manche schockierende Erlebnisse wurden abends in Gesprächen verarbeitet. Dort konnten sich die Jugendlichen austauschen und bekamen Hilfestellung, um zu einer positiven, normalen Lebenseinstellung zu gelangen.

Das einschneidende Erlebnis war für alle das Zeitzeugengespräch mit Herrn Smolern, einem ehemaligen Insassen des Lagers. Anhand seiner Geschichte konnten wir das Leben im Lager nochmals bildlich erleben. Durch diesen Abend wurde das Konzentrationslager lebendig und zugleich gab es uns Hinweise auf die Dimension des Mordes durch ein Naziregime im ehemaligen Deutschland.


Unsere Gruppe war im Zentrum für „Dialog und Gebet“ von Oswiecim (Auschwitz) untergebracht. Diese Unterkunft kann ich jeder Gruppe empfehlen, die nach Auschwitz kommt, da dort eine Atmosphäre geschaffen wurde, wo man das Tagesgeschehenen sehr gut verarbeiten kann. Durch die räumlichen Möglichkeiten (Kapelle, Seminarräume), Möglichkeiten des Gebetes und des Dialogs. Andernfalls wird ein Besuch und eine Begegnung mit Menschen in Majdanek oberflächlich und bekommt das Antlitz einer touristischen Aktion.

 

 

Die Teilnehmenden aus Heißen und Speldorf mit ihren Jugendleitern Wolfgang Piontek und Deike Kranz. LupeDie Teilnehmenden aus Heißen und Speldorf mit ihren Jugendleitern Wolfgang Piontek und Deike Kranz.

Während des Aufenthaltes in Auschwitz unternahmen wir eine Tagesfahrt nach Krakau, der alten Hauptstadt des polnischen Königsreiches. Dort insbesondere interessierte uns das alte jüdische Viertel. Mit einer dreistündigen Führung durch einen Historiker gelang uns phasenweise das alte jüdische Leben vor den Weltkriegen bildlich zu erleben. Zum Teil schafften wir es auch ein wenig auf den Spuren von „Schindlers Liste“ (die Fabrik ist auf der Insel Kasimir) und große Teile des Filmes sind hier gedreht worden, zu wandern.

Der Erfahrungsaustausch am Abend war für die Gruppe eine große Hilfe und eine nötige Regeneration. Durch gemeinsame Gespräche konnten die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Gefühlsregungen äußern.

Alles in allem war diese Gedenkstättenfahrt eine sehr gute Gelegenheit, in diese entsetzliche und schmerzliche deutsche Geschichte einzutauchen, einen Kontrast zu dem „Leben heute“ zu setzen und an viele Begebenheiten darüber nachzudenken.

Ich schätze diese Fahrt von ihrer Intensität der Begegnung mit der polnischen und deutschen Geschichte sehr hoch ein. In den Köpfen der Teilnehmern/innen hat sich etwas verändert, dies wurde schon durch die Abschlussreflexion und unseren selbstgestalteten Gottesdienst in Birkenau auf den Gleisen, wo alle Züge mit Juden aus ganz Europa ankamen, sehr deutlich.

Ich fände es wichtig, wenn viele Jugendliche diese Erfahrung machen könnten.

 

 

Wolfgang Piontek /

 



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