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für den 06.12.2019

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Themenabend in der Ladenkirche

Heilung - sogar bis in den Tod

Um "Heil und Heilung" ging es beim Themenabend von Pfarrerin Klaudia Schmalenbach (Krankenhausseelsorgerin am EKM) in der Evangelischen Ladenkirche).

Pfarrerin Klaudia Schmalenbach im Gespräch mit den Gästen. LupePfarrerin Klaudia Schmalenbach im Gespräch mit den Gästen.

Worüber sprechen wir eigentlich, wenn wir von Heilung reden? Ist es einfaches Gesundmachen? Reparieren, was am Körper nicht funktioniert? Um sich diesem Fragen zu nähern, nahm Pfarrerin Klaudia Schmalenbach verschiedene Definitionen von "Gesundheit" in den Blick. Die erste: Gesundheit als bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen, dann bestünde Heilung im schlichten Wiederherstellen dessen, was nicht funktioniert.

 

 

Als "Arbeitshypothese" für den Abend schlug die Referentin eine andere Lesart vor. "Wenn ich Gesundheit meine, spreche ich lieber von einem ,dynamischen Gleichgewicht' im Leben. Gesundheit ist nicht die Abwesenheit von Gebrechen, sondern eher, die Kraft mit ihnen zu leben." Aus diesem Blickwinkel erscheint auch das Verständnis von Heilung in einem anderen Licht. "Einem Menschen das Leben unter seinen gegebenen und gewordenen Bedingungen zu ermöglichen", so umriss Klaudia Schmalenbach den Begriff.

Das bedeutet auch, dass Heilung in diesem Sinne nicht per Injektion zu verabreichen sei. "Wichtig sind persönliche Wertschätzung und Einbindung in eine soziale Gemeinschaft." Das geht nicht, ohne dass der oder die Kranke, die Heilung aktiv annehme. "Auch bei Jesus geschahen Heilungen nie um Ihrer selbst willen, sondern dann, wenn die Menschen sich ihm aktiv zugewandt haben."

 

 

Funktioniert also ein fester Glaube als heilsames Rezept? Die Antwort: "Ja, aber". "Ein Gebet funktioniert nicht wie ein Colaautomat", machte die Pfarrerin es deutlich. Geld rein und die Cola kommt raus - oder wahlweise Gebet gegen Gesundheit, das sei zu kurz gegriffen. "Heilung geschieht, wenn ein Mensch Gottes Nähe spürt", dann wenn man sich öffne und sich seinen Erfahrungen und Gottes Nähe zuwende.

"Wenn ich nach den Dingen suche, die mir gut tun, dann entdecke ich Gott", schilderte später eine Besucherin des Themenabends in der Ladenkirche. Die Suche nach solchen Kraftquellen, war es auch, die die Referentin den Zuhörerinnen und Zuhörern als Tipp mit auf dem Weg gab. "Vielleicht ist es ja die Kunst, die Literatur, oder die Musik, die ihnen solche Kraft vermittelt". Nicht nur dies, sondern auch intensives Erleben der Natur oder die Stille in der Petrikirche, sind kleine Kraftquellen im Alltag, schilderten die Besucherinnen und Besucher - und für den einen oder die andere womöglich auch die vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre bei Abenden wie diesem in der Ladenkirche.

 

 

 



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