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für den 06.12.2019

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Fakten über das Vergessen

"Nicht immer muss es Alzheimer sein" hieß der Vortrag von Prof. Dr. Markus Jüptner, der in der Evangelischen Ladenkirche über Gehirnerkrankungen im Alter informierte.

Prof. Dr. Markus Jüptner in der Ev. Ladenkirche Prof. Dr. Markus Jüptner in der Ev. Ladenkirche

Nicht eine Zuhörerin, nicht ein Zuhörer mehr hätte zum Vortrage des Neurologen in die Evangelische Ladekirche gepasst. Rund 80 Mülheimerinnen und Mülheimer waren zur Kooperationsveranstaltung mit der Evangelischen Familienbildungsstätte gekommen, um sich über Gehirnerkrankungen, Ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Viele Gäste brachten eigene Fragen und auch Befürchtungen mit. "Wenn meine Eltern Alzheimer haben, erbe ich das dann?", sprach eine Dame ihr Unbehagen aus. "Nur fünf Prozent der Alzheimer Erkrankungen sind genetisch bedingt", erfuhr sie vom geladenen Experten.

Und überhaupt: "Es muss nicht immer Alzheimer sein" - mit dem Veranstaltungstitel machte Prof. Dr. Jüptner darauf aufmerksam, dass es eine Vielzahl von Gehirnerkrankungen gibt, die besonders bei älteren Menschen auftreten. Die Alzheimererkrankung ist eine spezielle Form der Demenz. Nur etwa jede/r zweite Demente ist von Alzheimer betroffen.

"Ich merke immer öfter, dass ich Dinge vergesse, ist das der Beginn einer Demenz?", so eine weitere oft gestellte Frage. "Von Demenz spricht man erst, wenn die Gedächtnisleistungen über einen längeren Zeitraum, mindestens ein halbes Jahr, nachlassen", erklärte der Referent. "Und die Vergesslichkeit ist dann charakteristischerweise so stark, dass die betroffenen von ihrem Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen, Bus und Bahn fahren oder im Haushalt überfordert sind." Doch nicht allein der Gedächtnisverlust kennzeichnet diese Krankheit. Hinzu kommen weitere Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Wahnvorstellungen, auffällige Motorik oder Aggressivität.

Häufiger als Demenzerkrankungen haben ältere Menschen allerdings Depressionen. "Oft stellen wir die typischen Symptome wie dauerhafte Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung bis hin zu Selbstmordgedanken und einen längerfristigen Schwund von Interesse an der Umwelt fest", berichtet Prof. Dr. Jüptner.

Sein Rat: Im Zweifel zuerst den Hausarzt und dann den Facharzt, also den Neurologen oder Psychiater aufsuchen. "Der Arzt kann dann oft mit technisch wenig aufwändigen Methoden Hinweise auf eine Erkrankung feststellen oder auch ausschließen. Die Patienten finden dann oft, dass sie ,gar nicht richtig' untersucht wurden. Aber wertvolle Hinweise gibt in vielen Fällen schon das Gangbild des Patienten, ganz besonders wichtig ist natürlich auch das eingehende Gespräch." 

 

 

 

ala /

 



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