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für den 20.10.2020

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Prediger 7,14

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Service

Ordinationsjubiläum Pfarrer Rosorius

"Bibel und Zeitung"

Sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum feierte nun Pfarrer Klaus Rosorius (Evangelische Kirchengemeinde Broich). Im Interview blickt er auf die vergangenen 25 Jahre zurück.

Pfarrer Rosorius mit Jugendlichen aus der Gemeinde. LupePfarrer Rosorius mit Jugendlichen aus der Gemeinde.

Herr Rosorius, Sie wurden im Februar 1983, also vor 25 Jahren, in Broich ordiniert. Welche Bedeutung hat für Sie das Ordinationsjubiläum?
Die Ordination, also die Beauftragung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung (Taufe und Abendmahl) ist für mich mehr ein persönliches Datum. Es betrifft in erster Linie mich als Theologen, an den die Beauftragung ergangen ist. In zweiter Linie ist dann natürlich auch die Gemeinde im Blick. Denn der Dienst des Pfarrers ist ja auf sie bezogen. Weil es für mich mehr ein persönliches Datum ist, frage ich mich durchaus kritisch im Rückblick auf die 25 Jahre, ob ich meinem Auftrag immer und überall gerecht geworden bin.

Sie waren aber schon vor Ihrer Wahl als Pfarrer in Broich. Wie kam das?
Nach dem ersten theologischen Examen bin ich als Vikar nach Broich gekommen. Das war im Januar 1982. Lutz-Dieter Wille ist damals mein Mentor gewesen. Schon während dieser Ausbildungsphase habe ich die Jugendarbeit der Gemeinde übernommen und habe im August eine erste 14-tägige Sommerfreizeit durchgeführt. Danach ist die Jugendarbeit kontinuierlich gewachsen. Nach dem zweiten theologischen Examen stand mein Wechsel in eine andere Kirchengemeinde eigentlich schon fest. Aber die durch den Tod von Pfarrer Horst Harm entstandene Vakanz veranlasste das Presbyterium, sich bei der Landeskirche intensiv dafür einzusetzen, dass ich in Broich bleiben sollte. Ich wurde schließlich am 11.08.1985 als Pfarrer der Kirchengemeinde eingeführt.

Was hat Ihnen rückblickend besonders viel Spaß gemacht?
Mein Herz hat eigentlich immer für die Jugendarbeit geschlagen. Das große Pfarrhaus an der Prinzeß-Luise-Straße, in dem ich seit Dezember 1983 wohnte, war Anlaufstelle für viele Jugendliche aus der Gemeinde. Die Türe stand für alle offen. In einem der Räume war sogar eine Tischtennisplatte, die gerne genutzt wurde. Ein junger Pastor ist natürlich auch vom Alter her ziemlich nah bei den Jugendlichen. Da gab es einen guten Draht.
Wichtig war mir die missionarisch-diakonische Jugendarbeit, in der die jugendgemäße Verkündigung im Mittelpunkt steht - natürlich neben vielen anderen Dingen. Die Jugendgottesdienste mit ihrer besonderen Musik waren für viele - nicht nur für Jugendliche - ein Highlight. Über 20 Jahre bin ich mit Jugendlichen überall in Europa auf Freizeiten unterwegs gewesen. Das hat viel Spaß gemacht.

 

 

So lernten die Broicher ihren Pfarrer in den 80er Jahren kennen. So lernten die Broicher ihren Pfarrer in den 80er Jahren kennen.

Was hat nicht den Stellenwert, den Sie gerne hätten?
Die theologische Arbeit ist mir immer wichtig gewesen. Deshalb bin ich mit dem Thema für eine Dissertation nach Mülheim gekommen, aber neben dem Pfarralltag noch intensiv wissenschaftlich zu arbeiten, war einfach nicht möglich. Die Jugendarbeit war mir zu wichtig und auch die sonstige Arbeit in der Gemeinde. So habe ich mich schließlich schweren Herzens bei meinem Erlangener Doktorvater abgemeldet. Wenn ich etwas in die Hand nehme, will ich es möglichst gut machen. Beides war leider nicht miteinander zu vereinbaren.
In den letzten fünf Jahren habe ich zusätzlich zu meinem Dienst in der Gemeinde in der Diakonenausbildung Predigtlehre unterrichtet. Das hat mir viel Freude gemacht.

Ist die theologische Arbeit also auf der Strecke geblieben?
Nein. Bei der Vorbereitung auf die Gottesdienste, auf den Offenen Bibeltreff oder bei Vorträgen, nehme ich mir die Zeit der intensiven theologischen Auseinandersetzung, das bedeutet, viel zu lesen und Texte zu bearbeiten. Mir ist dabei wichtig, dass Gottes Wort für möglichst viele Menschen nachvollziehbar und als aktuelles Wort wahrgenommen wird. Mit der Predigtvorbereitung beginne ich eigentlich schon montags, lese den Text, übersetze ihn und dann lege ich ihn wieder weg. Unter der Woche begegne ich dem Text dann immer wieder und nehme ihn mit in meinen Alltag. Für mich ist wichtig, was der Theologe Karl Barth einmal gesagt hat, dass nämlich der Bibelleser die Zeitung immer daneben liegen haben sollte, um so den aktuellen Bezug zu haben.

Welche neuen Schwerpunkte möchten Sie für die Zukunft setzen?
Aus der aktiven Jugendarbeit habe ich mich vor einiger Zeit zurückgezogen. Die Nähe zu den Jugendlichen möchte ich gerne behalten, aber ohne Gefahr zu laufen als "Berufsjugendlicher" angesehen zu werden. Durch eine Zusatzausbildung in der Trauerbegleitung habe ich für mich einen neuen Schwerpunkt in der Seelsorge gesetzt. Seelsorge war für mich immer ein wichtiges Thema, aber mit dem neu eingeführten ökumenischen Gesprächskreis über Verlust und Trauer ist eine andere Zielgruppe in den Blick gekommen.
Auch sehe ich nach wie vor eine Lücke im Hinblick auf Angebote für Menschen mittleren Alters. Ich würde gerne hier mehr Angebote im Rahmen von Erwachsenenbildungsarbeit machen.

 

Der Festgottesdienst in Broich - Link zur Bildergalerie

 

 

 

 

Gespräch: Jochen von der Heidt /

 



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