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für den 06.12.2019

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

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Ladenkirche

Blickpunkt Kongo

Äußerst gut besucht von Mülheimerinnen und Mülheimern heller und dunkler Hautfarbe war die Ladenkirche zum Vortrag von Pfarrer Sadrack Djiokou, Leiter der Abteilung Afrika der Vereinten Evangelischen Mission (VEM).

Pastor Sandrack Dijokou Pastor Sandrack Dijokou

Pastor Djiokou berichtete über ein Land, das in letzter Zeit durch die Festnahme des Rebellenführer Laurent Nkunda wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. Für die Bevölkerung vor Ort sind die Ereignisse, die in Europa Schlagzeilen machen, oft weniger entscheidend. "Flüchtlinge sind zu Tausenden unterwegs, es fehlt an Unterkünften, Trinkwasser und Medikamenten", berichtete Djiokou - alles Folgen eines Jahre andauernden Konflikts.

In Goma und anderen kongolesischen Städten war Dijokou zuletzt im Herbst noch unterwegs. "Da gibt es Schulen, wo kein Unterricht stattfinden kann. Sie sind voll mit Kindern - die einen Platz zum Übernachten brauchen." Oft fehlt es an elementaren Dingen. "Ich habe ein Mädchen getroffen, das drei Tage lang ihre leere Schüssel nicht aus der Hand legen wollte. So lange hatte sie nichts gegessen."

"Wir als Kirche können eine friedensstiftende Rolle spielen", forderte er zum Handeln auf. "Wir können in Deutschland Spenden sammeln, aber das ist nicht alles. Wir können auch vor Ort das Gespräch mit den Mächtigen suchen." Als Afrikabeauftragter reist Djiokou regelmäßig in den Kongo, trifft dort Politiker und besucht Projekte, die die VEM unterstützt. Zusätzlich sei es an der Kirche, in Deutschland Lobbyarbeit zu leisten, und über die aktuelle Lage im Land zu informieren.

Ein Bild über die politische Lage im Land zu vermitteln, ist kein einfaches Unterfangen. "Wenn Ausschreitungen passieren, kann man hinterher oft kaum sagen, wer beteiligt war", gestand Sandrack Djiokou ein. Er zählte "mindestens sechs" Konfliktparteien auf. "Da gibt es die Regierungstruppen aus Kinshasa und aus Kigali, Milizen von Hutu und Tutsi, UN-Truppen und lokale Akteure." Im Mittelpunkt des Interesses ständen oft die wertvollen Rohstoffe des Landes. Im Kongo gibt es Goldvorkommen, Diamanten und Coltan, das in Mobiltelefonen verbaut wird.

Lebhaft beteiligten sich die Zuhörer afrikanischer Herkunft an der Diskussion in der Ladenkirche, als es um die Interessenkonflikte im Land ging. Durchaus kritisch wurde nach der Rolle der UN-Truppen und nach der der Europäischen Union gefragt.

"Europa tut sicherlich einiges, um den Kongo zu zerstören", räumte der Afrikaexperte ein. "Aber die Kongolesen tun auch selbst nicht genug, um ihr Land zu retten". Ein wirksamer Ansatz gegen Korruption sei etwa nicht in Sicht. "Die VEM unterstützt viele Projekte im Land und erreicht damit wertvolle Ziele - aber wir brauchen auch die Unterstützung der Kongolesen."

 

 

 

 

ala /

 



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