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für den 17.07.2019

Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.

Daniel 9,14

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Service

Kirchentag

Man. lässt. keine. Menschen. ertrinken. Punkt.

Für die zivile Seenotrettung machten sich Teilnehmende und Veranstaltende des soeben zu Ende gegangenen Kirchentags stark, zum Beispiel bei der Aktion "Jeder Mensch hat einen Namen" oder auch in der Predigt beim Schlussgottesdienst. 

Tausende Namen von im Mittelmeer Ertrunkenen haben Kirchentagsteilnehmende auf großen Bannern notiert. (Foto: EKiR / Reimann) LupeTausende Namen von im Mittelmeer Ertrunkenen haben Kirchentagsteilnehmende auf großen Bannern notiert. (Foto: EKiR / Reimann)

Mit einer Kundgebung und einem Trauermarsch hat die Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags der mehr als 18.000 Menschen gedacht, die in den vergangenen fünf Jahren auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken sind. „Wir beklagen nicht die Toten einer Naturkatastrophe, sondern die Opfer einer verfehlten Politik, die auf Abschreckung und Abschottung setzt“, sagte Präses Manfred Rekowski bei der Kundgebung am Samstagnachmittag auf dem Dortmunder Opernplatz. Rekowski hat gemeinsam mit seiner westfälischen Amtskollegin Annette Kurschus die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen.
 
Ihn mache dieses tausendfache Sterben sprachlos, sagte der rheinische Präses weiter: „Unsere eigene Würde, ja unsere eigene Humanität gerät in Gefahr, wenn sich an dieser Politik nichts ändert. Denn welchen Stellenwert Rechte und Freiheiten für uns haben, zeigt sich immer auch daran, ob wir sie anderen zugestehen. Menschenwürde und Menschenrechte sind nach unserem christlichen Verständnis unteilbar.“
 
Der Präses erinnerte auch an die Ertrunkenen, deren Namen bis heute nicht ermittelt werden konnten. Konkret erwähnte er elf Ertrunkene, die am 15. Februar 2018 am Strand von Zuwara in Libyen angespült worden sind. Der Präses wörtlich: „Wir wissen nicht, wer sie waren, wie alt sie waren. Wir können uns nur versuchen vorzustellen, dass sie mehr waren als namenlose Schicksale, dass sie ein Leben hatten, eine Familie, vielleicht Geschwister und Freunde. Dass sie Söhne und Töchter waren, Väter und Mütter. Elf Menschen, nicht anders als wir alle, nicht anders als Du und ich.“

Auch in vielen weiteren Veranstaltungen wurden die Themen Flucht und Migration und die Notwendigkeit der zivilen Seenotretung auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag thematisiert. Kurzfristig ins Programm aufgenommen wurde eine Veranstaltung mit dem Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, und dem EKD-Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm, die eindinglich appellierten, die Arbeit der Seenotretter nicht weiter zu behindern und zu kriminalisieren, sowie die Geretteten an Land zu lassen. Auch in der Predigt im Schlussgottesdienst war die Seenotrettung Thema: "Man. lässt. keine. Menschen. etrinken. Punkt", so Pastorin Sandra Bils. 
 
 
Stichwort: Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“
An der Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ sind beteiligt: SEEBRÜCKE, Sea-Watch, Pro Asyl, Flüchtlingsrat NRW, Evangelische Kirche in Deutschland, Evangelische Kirche von Westfalen, Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelischer Kirchenkreis Dortmund, Moewe. Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Schauspiel Dortmund und DGB Dortmund. Während der Aktionen sind aktuelle Informationen auf www.fluchtgedenken.de sowie in den sozialen Medien unter den Hashtags #fluchtgedenken und #JederMenschhateinenNamen zu finden.

 

 

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EKiR / ala / 26.06.2019



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