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Losung

für den 18.08.2019

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen.

Psalm 37,5

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Service

Diakonisches Werk

Nachbarschaftshelfer für die ganze Stadt

Seit zehn Jahren sind die Heinzelwerker im Einsatz: Gefeiert wurde das mit einem Grillfest. In diesem Rahmen wurde auch Initiator Erich Reichertz – stellvertretend für alle im Projekt engagierten Ehrenamtlichen – mit dem Silbernen Kronenkreuz geehrt.

Lupe

Anfang Juli 2009 trafen sich fünf Männer, um eine Idee in die Tat umzusetzen: die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe. „Das Ziel war, diese Hilfe, die in vielen Dorfgemeinschaften gut funktioniert, auf eine große Stadt wie Mülheim zu übertragen“, berichtet Erich Reichertz, Initiator des Projekts. Doch nicht irgendeine Hilfe hatten die Herren im Blick, sie wollten einfache handwerkliche Arbeiten für ältere, bedürftige und eingeschränkte Menschen kostenfrei erbringen, ohne eine Konkurrenz zum Handwerk zu sein. Und so wurde das Heinzelwerk gegründet. Seitdem hat sich das ehrenamtliche Projekt zu einer festen Größe in Mülheim entwickelt – samt eingetragenem Markennamen und Nachahmern in anderen Städten. Grund genug, um auf die vergangenen (ersten) zehn Jahre des Heinzelwerks zurückzublicken.

Mit fünf Heinzelwerkern ging es los, inzwischen ist das Team auf 22 Personen angewachsen. Dies sind überwiegend Rentner und Pensionäre aller Fachrichtungen (Elektriker, IT- Fachleute, Schreiner, Sanitär-/Wasserspezialisten, etc.), die in ihrem (Un-)Ruhestand noch etwas bewegen wollen. Diese Mannschaft hat seither über 5.000 Einsätze erfolgreich erledigt und das mit hoher Motivation und Spaß an der Arbeit.
Da die Heinzelwerker immer Material und Werkzeug transportieren, geht das nur mit dem eigenen PKW. So wurden in den vergangenen Jahren durchschnittlich 4.500 Kilometer pro Jahr im Stadtgebiet Mülheim zurückgelegt.

Als Zielgruppe hatten die Gründungsmitglieder vor allem Senioren im Blick, die zum Beispiel nicht mehr auf eine Leiter steigen sollten, um eine Lampe zu wechseln oder ein Bild aufzuhängen. Weiterhin wollten die Heinzelwerker behinderte Menschen und Bedürftige unterstützen, die sich aufgrund ihrer finanziellen Situation keinen Handwerker leisten können. In der praktischen Arbeit hat sich gezeigt, dass vor allem Letztere sich ans Heinzelwerk wenden, berichtet Erich Reichertz: „Heute kommen etwa zwei Drittel der Anfragen aus dem sozial bedürftigen Milieu.“ Hier sind insbesondere kreative Lösungen gefragt, da Wohnprobleme oft nur mit kostenlos überlassenen oder billigen Gegenständen gelöst werden müssen. Neben der eigentlichen Arbeit sind auch die Sozialkontakte wichtig. „Für viele Klienten ist das Heinzelwerk der letzte Rettungsanker, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Reichertz. „Die Dankbarkeit der Klienten ist der Lohn für die Arbeit.“
Von Anfang an unterstützen das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr und das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) das ehrenamtliche Projekt als Träger. Die Telefonzentrale der Mülheimer Diakonie (Tel. 3003 – 277) ist erste Anlaufstelle für Hilfesuchende und die Teestube der Ambulanten Gefährdetenhilfe wird regelmäßig zum Treffpunkt für die Ehrenamtlichen. „Gruppenstunde“, nennt Erich Reichertz diese Treffen. Diese sind für den Zusammenhalt und den Erfahrungsaustausch wichtig. Kreative Ideen werden diskutiert und können auf neue Problemfälle angewendet werden.

Das CBE ist Ansprechpartner für Menschen, die sich im Heinzelwerk engagieren möchten (Tel. 970 68 -13). Das IT-Büro Schrake in Mülheim entwickelte zudem eine spezielle Software, die ein einfaches Abarbeiten der Hilfsgesuche ermöglichte. Mit der Handwerkskammer ist besprochen, dass das Heinzelwerk keine Konkurrenz zum Handwerk aufbaut. Das Projekt finanziert sich aus Spenden. Diese werden eingesetzt, um Geräte und Material zu kaufen und die Fahrtkosten zu decken. Dank großzügiger Sponsoren (Ladies4Mülheim, Sparkasse, private Spender) ist die Finanzierung zur Zeit gesichert.

Auf zehn erfolgreiche Jahre blicken die Heinzelwerker zurück und würden gerne (mindestens) zehn weitere folgen lassen. Allerdings berichtet Erich Reichertz: „Der Altersdurchschnitt der Heinzelwerker liegt bei etwa 70 Jahren. Um das Projekt erfolgreich weiterführen zu können, suchen wir dringend jüngere Mitstreiter.“
Gefeiert wurde das zehnjährige Bestehen des Heinzelwerks am Donnerstag, 4. Juli 2019, im und am Martin-Luther-Haus auf dem Mülheimer Kirchenhügel. Zur Feierstunde im großen Saal konnten Dorothee Hartnacke, Vorsitzende des Kuratoriums des Diakonischen Werkes, und Michael Schüring, Geschäftsführer des Centrums für bürgerschaftliches Engagement, zahlreiche Heinzelwerker, Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Unterstützer des Heinzelwerks begrüßen. Auch Oberbürgermeister Ulrich Scholten hob in seinem Grußwort die Bedeutung des  Heinzelwerks für Mülheim an der Ruhr hervor. Für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement wurde zudem Initiator Erich Reichertz mit dem Silbernen Kronenkreuz ausgezeichnet. Superintendent Gerald Hillebrand überreichte ihm die Ehrung der Diakonie stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich im Projekt einbringen.

Ein Geschenk hatten auch die „Ladies4Mülheim“ dabei: Die Saarner Geschäftsfrauen, die das Heinzelwerk schon in der Vergangenheit unterstützt haben, überreichten einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro für die Arbeit der Heinzelwerker. Ebenfalls zu Gast waren Vertreter des Heinzelwerks Siegen, die vom Team des Mülheimer Originals bei der Gründung begleitet wurden.
Alle gemeinsam feierten sie anschließend bei schönstem Sommerwetter ein kurzweiliges Grillfest.

 

 

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Julia Blättgen / DW / 17.07.2019



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