Gottesdienste

Hier finden Sie die Gottesdiensttermine in unseren Kirchengemeinden. Bitte helfen Sie mit, die nötigen Regeln zum Infektionsschutz einzuhalten.

mehr
Dienstag, 4. August, 11.00 Uhr
offene Markuskirche
ev. Markuskirchengemeinde
Dienstag, 11. August, 11.00 Uhr
offene Markuskirche
ev. Markuskirchengemeinde
Sonntag, 16. August, 18.00 Uhr
Evensong - online
Online

 

> Alle Termine anzeigen

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 04.08.2020

Ich will den HERRN loben in den Versammlungen.

Psalm 26,12

mehr
Service

Diakonie

Kinderstuben: Bildung möglich machen

Damit Kinder aus geflüchteten Familien den Einstieg ins Bildungssystem schaffen, beteiligt sich die Diakonie an einem Modellprojekt: In den Flüchtlingsunterkünften in Dümpten und Eppinghofen entstehen Kinderstuben für Jungen und Mädchen ab einem Jahr.

Lupe

Schon einige Zeit lang hatten sich die jüngeren und auch die älteren Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Oberheidstraße die Nasen an den Fensterscheiben des Gebäudes Nummer sechs plattgedrückt. Dort, wo jetzt ein großes rotes Herz und bunte Nikolausstiefel die Fenster schmücken, ist nun auch drinnen Leben eingekehrt. Sechs Kinder spielen und lernen hier gemeinsam mit den Tagesmüttern Fatma Kahveci und Tuba Soenemz.

Die Kinderstube an der Dümptener Oberheidstraße ist eine von zweien, die das Diakonische Werk des Kirchenkreises in Mülheim betreibt. Kooperationspartner sind das städtische Amt für Kinder, Jugend und Schule und das Sozialamt. Jeweils neun Kinder an der Oberheidstraße und am Klöttschen werden vom neuen Angebot profitieren, von 8 bis 14 Uhr können sie in die Kinderstuben kommen. Diese sind Teil eines Modellprojekts der RuhrFutur gGmbH, weitere Standorte gibt es in Dortmund, Gelsenkirchen und Herten. Aus der Arbeit in Mülheim-Dümpten und Eppinghofen sollen Erkenntnisse wachsen, die auf weitere Projekte in NRW übertragbar sind.

In den gut zwei Wochen, die die Dümptener Kinderstube nun in Betrieb ist, haben sich die Betreuerinnen das Vertrauen der kleinen Besucher erarbeitet. „Am Anfang durften wir sie kaum ansprechen“, erinnert sich Tagesmutter Fatma Kahveci. Jetzt lassen sich die jungen Gäste beim Basteln helfen, schleppen Brettspiele und Kuscheltiere herbei, mit denen gemeinsam gespielt werden soll. In der umgenutzten Containerwohnung lebt es sich ziemlich familiär: Es wird gemeinsam gefrühstückt, gespielt, die Windeln gewechselt und, besonderes Highlight, der Adventskalender geöffnet.

„Wichtig ist, dass die Kinder hier bei uns ganz normalen Alltag erleben“, erklärt Gabriele Becker-Albrecht, die die beiden Mülheimer Kinderstuben sozialpädagogisch begleitet. Sie Ist Ansprechpartnerin im lokalen Netzwerk und entwickelt gemeinsam mit den Betreuerinnen die pädagogische Konzeption fort. Die orientiert sich in Mülheim an der Reggio-Pädagogik und an Konzepten von Emmi Pikler - Ansätze, mit denen Gabriele Becker-Albrecht als KiTa-Leiterin zuvor gute Erfahrungen gesammelt hatte.

„Die Kinder lernen viel schneller als wir dachten“, erzählt Fatma Kahveci begeistert aus dem täglichen Miteinander. „Sie kommen mit Bilderbüchern an und sprechen uns schon nach: Katze, Hund, und so weiter“. Deutschlernen ist wichtig, aber nicht alles in den Kinderstuben. Ziel ist es, den Weg in die KiTas und ggfs. weitere Angebote der frühkindlichen Bildung zu ebnen. Die Kinder aus Afghanistan, Syrien, Irak und dem Libanon haben ebenso einen Rechtsanspruch auf Betreuung wie ihre deutschen Altersgenossen.

Nicht nur der zugewanderte Nachwuchs, sondern auch die Mütter und Väter sollen begleitet werden, intensive Elternarbeit ist integraler Bestandteil des Konzeptes. An zwei Nachmittagen in der Woche gibt es Angebote für die Mütter und Väter. „Wir möchten den zugewanderten Eltern ganz praktisch zeigen, wie unser Bildungssystem funktioniert und natürlich dazu motivieren, die vorhandenen Angebote anzunehmen“, so Hirsch-Palepu. Ganz praktisch heißt das in diesen Tagen: Wieder Vertrauen gewinnen, dieses Mal das von Mama und Papa. Gemeinsam Laternen basteln für den Martinszug, zusammen Patchworktaschen nähen oder Plätzchen backen für die Adventsfeier im Dümptener Gemeindehaus. Viel funktioniert erstmal ohne gemeinsame Worte, zur Not helfen Übersetzer, ein Bildwörterbuch, oder die Kreativität von Betreuerin Kahveci, die die muslimischen Familien direkt für den Martinsumzug begeistert hat. Die Geschichte von Sankt Martin hat sie den geflüchteten Erwachsenen mit Bildern erklärt „und dann habe ich an Omer erinnert, eine bekannte Figur im Islam und ein Freund des Propheten, der selber anderen viel gegeben hat.“ Demnächst sind alle zur Adventsfeier im evangelischen Gemeindehaus eingeladen.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 06.12.2016



© 2020, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung