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Losung

für den 20.10.2018

Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.

Amos 4,11

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Service

Ev. Familienbildungsstätte

Nachspielzeit für die Oma

Junge Mütter starten oft früh wieder in den Beruf, deswegen übernehmen die Omas den Job und gehen in die neue Oma-Enkel-Spielgruppe - wie etwa Margit Möller, die vor 30 Jahren schon mit ihren Kindern in die FBS kam. Ab September sind wieder Plätze frei.

Lieder und Fingerspiele gehören für Oma Margit Möller und Enkel Joris und die anderen Gruppenmitglieder zu jedem Treffen in der FBS mit Leiterin Sabine Brllen (links im Bild) dazu. Lieder und Fingerspiele gehören für Oma Margit Möller und Enkel Joris und die anderen Gruppenmitglieder zu jedem Treffen in der FBS mit Leiterin Sabine Brllen (links im Bild) dazu.

Joris malt auf der Zaubertafel, Greta hockt glücklich in der Reifenschaukel, und die Omas machen mit. Es ist eine äußerst entspannte Runde, die sich jeden Mittwochmorgen in der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) trifft: Die erste „Oma-Enkel-Spielgruppe“ ist im Frühjahr in der Einrichtung am Scharpenberg gestartet. „Wir wollten die berufstätigen Mütter entlasten“, erklärt Erzieherin Sabine Brillen, die die Gruppe leitet – und auch gleich die eigene Enkelin Ella zum Spielen mitbringt.

Mit dem Angebot für Großeltern und Enkel reagiert die Ev. Familienbildungsstätte auf die veränderte Situation der beruftstätigen Mütter. Der Druck, den die Omas der Spielgruppe bei ihren Töchtern, den Müttern von Joris, Greta, Linus und Co, vermuten und beobachten, ist auch Thema beim gemeinsamen Frühstück. „Ich möchte nicht tauschen“, sagt Margit Möller (60), seit Februar in Pension. Sie ist selber zweifache Mutter und als  Justizbeamtin nach sechs Jahren wieder in den Beruf eingestiegen. Für Margit Möller ist der regelmäßige Besuch  in der Familienbildungsstätte eine Wiederkehr, quasi in zweiter Generation. Mit Sohn Nils und Tochter Nienke hat sie in den Achtziger Jahren schon an gleicher Stelle gemeinsam mit anderen Müttern und Kindern gespielt, gebastelt und sich ausgetauscht. Im Rückblick findet sie: „Ich habe das Gefühl, dass wir früher doch mehr Muße hatten, uns mit den Kindern zu beschäftigen“. Damals ist sie mit beiden Kindern jeweils zwei Jahre lang in eine wöchentliche Spielgruppe gekommen. Ihre Tochter Nienke ist jetzt Lehrerin und gerade schwanger. „Es gibt viel Druck“, sagt Margit Möller mit dem Blick auf die heutige Müttergeneration. „Viele Arbeitgeber erwarten, dass die Mitarbeiterinnen schnell wieder einsteigen. Aber auch die Mütter untereinander machen sich Stress, die perfekte Lösung für alles zu finden.“

In der Reifenschaukel fühlen sich Joris und Julla pudelwohl. In der Reifenschaukel fühlen sich Joris und Julla pudelwohl.

Und die Lösung heißt in vielen Familien dann „Oma“, seltener auch „Opa“. Männer haben sich bislang nur in Ausnahmefällen in die neue Spielgruppe gewagt, auch wenn die natürlich auch für Großväter offen ist. Bis jetzt ist es jedenfalls ein reiner Frauenchor, der im Morgenkreis singt „Hallo, schön, dass du da bist“. Und alle, die da sind, werden in einem Liedvers namentlich begrüßt. Nach dem Begrüßungsritual gibt es in der Mittwochsgruppe Zeit zum freien Spiel auf Turnmatten und kleinen Kletterpodesten. Die kleinen Gruppenmitglieder haben schon ganz individuelle Vorlieben entwickelt. Für Joris beispielsweise dürfen auf keinen Fall die bunten Spielzeug-Bagger und Autos fehlen. Sein Oma genießt, dass sie für all das nun wieder genug Zeit hat, räumt aber auch ein: „Natürlich verstehe ich es auch, dass Frauen in den Beruf zurück wollen. Wir damals hätten die Möglichkeit ja kaum gehabt, ehe die Kinder mit drei Jahren im Kindergarten untergebracht waren.“

Dass die Taktung heute deutlich schneller ist, erlebt auch Kursleiterin Sabine Brillen. Die Oma-Enkel-Spielgruppe ist eigentlich für Großeltern mit Ein- bis Dreijährigen gedacht. „Aber die meisten Kinder kommen nach einem Jahr schon in eine regelmäßige Betreuung. Viele nutzen die Dienste der Oma und auch unsere Spielgruppe als Überbrückung, bis etwa ein Platz bei der Tagesmutter oder im Pflegenest frei ist.“ Deswegen werden bei der Fortsetzung der Spielgruppe nach der Sommerpause auch wieder einige Plätze frei werden. Der Trend zur früheren Ganztagsbetreuung wird auch bei den anderen Spielgruppen für Eltern mit Ein- bis Dreijährigen deutlich, hier verzeichnet die Evangelische Familienbildungsstätte sinkende Nachfrage. „Früher gaben sich die Gruppen hier oft die Klinke in die Hand“, erinnert sich Sabine Brillen, die vor 17 Jahren anfing, bei der Familienbildungsstätte zu arbeiten. „Da kamen die Mütter oft mit den Krabbelkindern zum PEKIP (Anm.: Gruppen nach dem Prager Eltern-Kind-Programm) und dann haben wir sie in den Mini-Clubs kontinuierlich wieder gesehen, bis das Kind drei Jahre alt war.“

„Meine Tochter freut sich sehr darüber, dass wir das hier machen“, sagt Margit Möller. Und gemeinsam mit Kursleiterin Sabine Brillen genießen alle die entspannte Atmosphäre in der Gruppe. Dass alle in Ruhe gemeinsam am Tisch sitzen und das mitgebrachte Frühstück verzehren, ist in einer Gruppe mit so jungen Kindern alles andere als selbstverständlich. „Die Großeltern bringen mehr Ruhe mit als die jungen Mütter, davon profitieren auch die Kinder“, sagt Sabine Brillen. Joris‘ Oma kann das für sich bestätigen „Als junge Mutter habe ich mir selber auch mehr Stress gemacht.“ Ein paar Augenblicke später sitzen auch die Omas von Linus, Greta-Marie und Julla auf dem Spielteppich zusammen, alle bereit zum für diesen Mittwoch letzten gemeinsamen Fingerspiel im Abschlusskreis.  

 

 

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ala / 21.06.2017



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