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Hoffnungspreis für den Arbeitskreis Stolpersteine

Klein, aber mit großer Wirkung: 100 Stolpersteine in Mülheimer Gehwegen erinnern an die Schicksale durch die Nationalsozialisten ermordeter Bürger. Der "Arbeitskreis Stolpersteine" erhielt dafür den Hoffnungspreis des Kirchenkreises An der Ruhr.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine nach der Ehrung. Die Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine nach der Ehrung.

„Die Preisträger sprechen eine deutliche Sprache mit dem, was sie tun. Die Stolpersteine unterbrechen den Gang und die Gedanken“, sagte Superintendent Hitzbleck in seiner Laudatio für den „Arbeitskreis Stolpersteine“. Die Mitglieder des Mülheimer Arbeitskreises erhielten beim diesjährigen Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr den Hoffnungspreis 2011. „Wer den Acker nicht bestellt, der gibt ihn der Verwilderung preis“, würdigte Superintendent Hitzbleck die Arbeit für das Gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Terrors.

 

Jeder Stolperstein trägt den Namen und die Lebensdaten eines ermordeten Mülheimers. Aus historischen Quellen und durch Befragung von Zeitzeugen haben die nun Geehrten die Daten und auch die Lebenswege der Opfer recherchiert. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hatte diese Art des öffentlichen Gedenkens in verschiedenen Städten initiiert. Der „Arbeitskreis Stolpersteine“ nahm in Mülheim den Faden auf. In ihm arbeiten Engagierte aus der Mülheimer Initiative für Toleranz (MIT), Mitarbeiter des Stadtarchivs, Geschichtslehrer, Schüler sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen.

 

Eigentlich hätten nicht zwölf, sondern mindestens einhundert Menschen geehrt werden müssen. Denn es sind zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die das Projekt im Gespräch halten. Gruppen an Realschulen Broich und Stadtmitte, sowie am Otto-Pankok-Gymnasium leisten immer wieder Recherchearbeit, erarbeiten Dokumentationen und übernehmen auch Pflegepatenschaften für einzelne Steine. „Die Schülerinnen und Schüler waren und sind der Garant dafür, dass das Projekt weiterlebt“, gab Preisträger Jens Roepstorff (Stadtarchiv Mülheim) den Dank für die geleistete Arbeit weiter. „Sie tragen die Fackel weiter, extrem leidenschaftlich und engagiert“. Schulleiterin Judith Koch (Realschule Mellinghofer Straße) sei die „Mutter der Stolpersteine“ in Mülheim, so Roepstorff. Im Archiv ihrer Schule begannen die biografischen Recherchen für die ersten Mülheimer Stolpersteine: sieben Schülerinnen und Schüler der Realschule waren von den Nationalsozialisten ermordet worden.

Mittlerweile liegen 100 Stolpersteine in den Gehwegen Mülheims. Sie erinnern an deportierte Jüdinnen und Juden ebenso wie an politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Lesben und Schwule, Menschen mit Behinderung, Bibelforscher sowie Wehrmachtsdeserteure. Mülheimer Bürger und Besucher der Stadt können zahlreiche Stolpersteine in einem Rundgang, zu buchen bei der Mülheimer Stadtmarketinggesellschaft (MST), „erlaufen“. Interessierten Gruppen berichtet Friedrich-Wilhelm von Gehlen, „Sprecher und Motor des Arbeitskreises“, so Roepstorff, gerne über das bisherige Engagement und die Arbeitsergebnisse (Kontakt über www.stolpersteine-mh.de).

 

Den Hoffnungspreis verleiht der Kirchenkreis An der Ruhr seit 1999 jeweils zu seinem Neujahrsempfang zu Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Verliehen wird stets auch der metallene Hahn, gefertigt in den Werkstätten der Mülheimer Rembergschule, als Symbol für praktizierte Wachsamkeit.

Die bisherigen Hoffnungspreisträger sind:

1999     Ombili-Gruppe
2000     Förderverein der Ev. Grundschule Zastrowstraße
2001     Freundeskreis Las Torres e.V.
2002     Grüne Damen
2003     Pfarrer Gerhard Bennertz für die Verdienste um die christlich-jüdische Verständigung
2004     Ehrenamtlich Mitarbeitende der CVJM-Weihnachtsfeier
2005     Initiative Pskow
2006     Ehrenamtlich Mitarbeitende der Telefonseelsorge
2007     Weltladen
2008     Besuchsdienste der Kirchengemeinden
2009     Kurt Leyk für langjähriges Engagement in kirchlichen Leitungsgremien
2010     Initiative Tschernobyl-Kinder

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ala / 28.11.2011



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