Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Donnerstag, 13. Dezember, 13.00 Uhr
"Auf-LADEN-KIRCHE"
Evangelische Ladenkirche
Donnerstag, 13. Dezember, 16.00 Uhr
Büchercafé und Kleiderladen
Gemeindezentrum Albertstraße
Freitag, 14. Dezember, 17.00 Uhr
Teezeit im Petrikirchenhaus
Petrikirche

 

> Alle Termine anzeigen

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 13.12.2018

Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!

Jesaja 44,22

mehr
Service

Ramadan 2018

"Fasten ist ja keine Krankheit"

Worum geht's beim Fasten? Vielleicht Pluspunkte sammeln für das Jenseits oder auch eigene Gewohnheiten durchbrechen - in jedem Fall aber eine besondere Zeit erleben, das wurde beim muslimisch-christlichen Podiumsgespräch in der Arrahma-Moschee deutlich.

Moderator Addulwahab Haimami und Pfarrerin Karla Unterhansberg Moderator Addulwahab Haimami und Pfarrerin Karla Unterhansberg

„Allen, die gottesfürchtig werden wollen“, ist das Fasten im Ramadan vorgeschrieben, erklärte Mustapha Fettah, ehrenamtlicher Imam an der Arrahma-Moschee, die Vorschrift des Koran. Seine hauptsächlich von marokkanisch-stämmigen Muslimen besuchte Gemeinde hatte zum Iftar, dem Fastenbrechen zum Sonnenuntergang,  eingeladen. Zuvor gab es in den Räumen an der Aktienstraße ein Podiumsgespräch über Fastentraditionen in Islam und Christentum.

„Bei uns ist Fasten keine Pflicht“, schilderte Pfarrerin Karla Unterhansberg die christliche Perspektive. „Dennoch gibt es Traditionen des Fastens, die zum Beispiel in der Passionszeit, den sieben Wochen vor Ostern, sichtbar werden.“

Mit der Pflicht nehmen es die Muslime schon genauer. Fasten sollen alle Muslime ab der Pubertät. Wer krank ist oder auf Reisen, kann versäumte Fastentage später nachholen. Wer nicht mitfastet, muss zumindest einen Ersatz leisten, zum Beispiel für die Speisung eines mittellosen Menschen sorgen. Fasten ist für die Muslime ein wichtiges Element des gelebten Glaubens, eine für fünf so genannten Säulen des Islam, erklärte Imam Fettah. Dabei berufe sich der Koran auch auf ältere jüdische Quellen für Fastentraditionen. „Ramadan war der Monat, in dem Allah den Koran auf die Erde sandte“, führte Fettah aus. „Deshalb lesen wir im Ramadan besonders intensiv den Koran. Viele Muslime versuchen ihn ganz durchzulesen, oder sogar mehrfach. Es heißt, für einen Buchstaben gibt es zehn Belohnungen beim Eintritt ins Jenseits.“ Überhaupt spiele der jenseitige Lohn fürs Fasten für die Muslime eine große Rolle.

Aus Sicht der reformatorischen Kirchen stellt sich das Belohnungs-Thema anders dar, erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer von Pfarrerin Unterhansberg. „Das Fasten ist vor allem eine Sache zwischen Mensch und Gott. Es geht darum, Abstand von sich selbst zu gewinnen und nicht darum, Verdienste zu sammeln. Deswegen machen wir auch kein ,Leistungsfasten‘.“ Pfarrerin Unterhansberg begleitet regelmäßig Fastengruppen in der Passionszeit. „Die Fastenden suchen sich dabei selber aus, worauf sie verzichten wollen.“  Natürlich sei Essen dabei ein großes Thema. Einige verzichten auf Süßes, Fleisch,  Alkohol, die wenigsten aber völlig auf feste Nahrung. Andere ließen den Fernseher ausgeschaltet oder das Smartphone beiseite. „Dabei geht es auch darum, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen“, erklärt Karla Unterhansberg.

Imam Mustapha Fettah, Moderator Addulwahab Haimami und Pfarrerin Karla Unterhansberg (v.l.) diskutieren im Gemeindesaal der Arrahma-Moschee. Imam Mustapha Fettah, Moderator Addulwahab Haimami und Pfarrerin Karla Unterhansberg (v.l.) diskutieren im Gemeindesaal der Arrahma-Moschee.

Während die Fastenzeiten im Ramadan oder auch vor Ostern in den Religionen jeweils ziemlich präsent sind, erinnerten die Gesprächspartner auf dem Podium auch an eher vergessene Traditionen. Mustapha Fettah: „Der Prophet Mohammed hat zum Beispiel regelmäßig montags und donnerstags gefastet, nur wenige Muslime tun das auch“. Pfarrerin Karla Unterhansberg wies darauf hin, dass auch die Adventszeit früher stärker als Fastenzeit gelebt wurde. „Heute kann man sich das bei dem Überfluss an Gebäck und Schlemmerei kaum noch vorstellen“. Manche Fastentraditionen seien auch ins Brauchtum übergegangen, wie zum Beispiel die, an Freitagen in Erinnerung an die Kreuzigung Christi kein Fleisch zu essen. In vielen Küchen und Kantinen komme daher freitags Fisch auf dem Tisch.

Fastenzeiten sind für Christen ebenso wie für Muslime besondere Zeiten, das machten die Gesprächspartner in der Arrahma-Moschee deutlich.  Mit dem Fasten bekommt der Glaube eine besondere Rolle im Alltag. Damit Fasten tatsächlich ein Gewinn für die Gläubigen sein kann, müsse man sinnvoll Maß halten. „Zum Beispiel wollen auch oft kleinere Kinder mitfasten, aber nicht für alle ist das gut. Das merken wir zum Beispiel im Schulunterricht“, berichtete Mustapha Fettah, der eine Zeit lang selber im Schuldienst tätig war. Da gelte es für Eltern und Lehrer wachsam zu sein. Aber Kinder fänden oft ihre eigenen Wege im Ramadan: „Manche fasten  zum Beispiel jeden Tag nur bis elf oder bis 16 Ihr.“ Nicht zuletzt gehe auch für die Erwachsenen der Alltag mit Arbeit und familiären Verpflichtungen weiter „Fasten ist schließlich keine Krankheit“, sagte der Imam. Ganz im Gegenteil, man wende sich besonders sorgfältig von allem Schädlichem ab und dem Guten zu: „Wir wollen nicht Böses reden und auch nichts Böses hören. Gerade im Ramadan sollten wir besonders friedfertig sein. Ramadan bedeutet in einiger Hinsicht auch eine Entlastung“, erklärt der ehrenamtliche Imam der Arrahma-Moschee.  

Unverzichtbar zum Ramadan gehört für die Muslime auch das Beisammensein mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn zum Iftar, dem Fastenbrechen an jedem Abend nach Sonnenuntergang. Mit einem Gebetsruf um 21.51 Uhr beendet  Imam Fettah schließlich einen weiteren Fastentag in der Arrahma-Moschee. Rund 80 Männer und Frauen waren zum Iftar gekommen, auch um beim Podiumsgespräch zuzuhören und selber Fragen zu stellen. Die Chance zum Austausch und zu vielen Erinnerungsfotos wurde auch beim gemeinsamen Essen zu später Stunde gerne genutzt.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 13.06.2017



© 2018, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung