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für den 24.04.2019

Auf dich, HERR, sehen meine Augen; ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.

Psalm 141,8

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Ladenkirche

Meditation mit Farbe

Es braucht Eigelb, massives Holz, und eine Portion Blattgold obendrein, mit etwas Inspiration und einem langen Atem kann dann tatsächlich eine Ikone entstehen. Wie das geht, sieht man diese Woche im „Offenen Atelier“ in der Ladenkirche. 

Marianne Roggenland und Herrmann Roling laden ein in ihr offenes Atelier in der Evangelischen Ladenkirche. Marianne Roggenland und Herrmann Roling laden ein in ihr offenes Atelier in der Evangelischen Ladenkirche.

In der Mülheimer Ladenkirche macht zurzeit Pfarrer em. Herrmann Roling (63) aus Lengerich mit seinem Team Station. Die kreativen Gäste malen dort vor den Augen der Besucherinnen und Besucher und stellen eigene Ikonen aus. Wer zuschauen möchte, hatdazu noch am Donnerstag, 28. März, und Freitag, 29. März, von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit. 

Die Szenen, die nun im Ladenlokal an der Kaiserstraße zu sehen sind, beziehen sich zum Beispiel auf bekannte biblische Geschichten, wie etwa die rund um Jesu Geburt. Marianne Roggenland (75), malt in einem Kursus regelmäßig gemeinsam mit ihrem Lehrer Herrmann Roling, und ist in dieser Woche auch in der Ladenkirche zu Gast. Für sie ist der Schritt von der orthodoxen Tradition, aus der die Ikonen stammen, hin zur evangelischen oder katholischen Glaubenspraxis gar nicht so weit. Ihre selbstgemalte Lieblings-Ikone ist ein Bild der Emmaus-Jünger, die den auferstandenen Jesus im Gespräch zuerst gar nicht wiedererkennen. „So ging es mir auch schon im Leben. Da hat man Momente, wo man ganz dicht an etwas dran ist, und es erst später erkennt“.

Im Kurs berät Marianne Roggenland mit ihren Mitstreiterinnen oft Fragen nach der richtigen Farbe und Form. „Der Faltenwurf der Kleidung hat mich sehr fasziniert“, sagt sie. Doch das Ikonenmalen geht für sie über Fragen nach der richtigen Technik hinaus: „Es hat etwas Meditatives“, findet sie. „Mich stärkt das Malen ganz konkret im Glauben an Jesus Christus“, betont ihr Lehrer Herrmann Rohling.

Vor 21 Jahren hat Roling seine erste Ikone „geschrieben“, wie man eigentlich sagt. Die meisten Abbildungen entstehen nämlich nicht frei, sondern halten sich an konkrete Vorbilder aus der orthodoxen Tradition. Auch die Technik will gelernt sein, es ist „die Champions League“ der Malerei, findet der Theologe im Ruhestand. Seit seinen Schultagen hat Hermann Roling gerne Aquarelle und Acrylbilder gemalt. Nun fertigt er die Holzbretter, auf denen Ikonen entstehen, in Handarbeit, grundiert sie mit zehnfacher Kreideschicht, um dann schon einmal 14 Lagen Plakafarbe daraufzusetzen – für die auch im Wortsinn erhabenen Stellen, auf denen später das Blattgold aufgetragen wird. „Blattgold ist nichts für Anfänger“, erfährt man bei dieser Gelegenheit. Viele der Schülerinnen im Kurs bitten den Lehrer um Hilfe, wenn die edelste Schicht aufgetragen wird. Auch die anderen Farben verlangen hingebungsvolle Vorbereitung: Die unterschiedlichen Pigmente werden mit Eigelb, Wasser, Nelkenöl und Brennspiritus gemischt. Das Eigelb dient dabei als Bindemittel. „Man muss sich Zeit nehmen für eine Ikone“, betont Marianne Roggenland, mindestens drei Stunden am Stück, nur dann lohne es sich überhaupt, die Farben anzurühren. Bis ihr nächstes Werk, eine Abendmahlszene, fertig ist, braucht es so schätzt die Künstlerin, bestimmt noch ein Vierteljahr.

Wer Hermann Roling und seinem Team beim Ikonen schreiben über die Schulter schauen möchte, Erläuterungen inklusive, trifft die Künstlerinne und Künstler diese Woche Donnerstag und Freitag von 10 bis mindestens 17 Uhr in der Evangelischen Ladenkirche, Kaiserstraße 4, in der Mülheimer Stadtmitte.

 

 

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ala / 26.03.2019



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